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     Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder

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    Tavis

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    BeitragThema: Re: Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder   08.10.14 22:38

    Aufmerksam beobachtete der Rüde das Verhalten der - bis eben noch - fremden Fähe und wartete einen Moment, ehe er ihrem Beispiel folgte und sich ebenfalls setzte. Für einen kurzen Moment hob er die Schnauze ein wenig um nach weiteren Gerüchen zu suchen, immerhin könnten trotzdem noch andere Wölfe oder Tiere in der Nähe sein, doch diese Nacht schien keine weiteren Begegnungen mit sich zu bringen. Ob das nun gut oder schlecht war, blieb dahin gestellt. Tavis störte es jedenfalls nicht. Zwar war er sich in diesem Moment noch nicht sicher ob er weiter ziehen würde oder bleiben wollte, doch es konnte nichts schaden schon vorher über weitere Lebewesen Bescheid zu wissen.

    "Ja, natürlich"

    gab er auf ihre Frage zurück und neigte den Kopf ein wenig, als sie ihre Freude über die Bekanntschaft ausdrückte. Ein leichtes Lächeln umspielte seine Züge, als er eine weitere Antwort an die erste anfügte, nur ganz kurz, mehr eine Erwiderung auf ihre Worte, als eine wirkliche Antwort:

    "Tyr.. es freut mich auch dich kennen zu lernen"

    Dann lauschte er ihren Worten weiterhin schweigend und nickte leicht, als sie geendet hatte. So machte die Geschichte doch gleich viel mehr Sinn.. er war sich zwar nicht ganz sicher ob er ihr glauben wollte, dass sie schon einmal hier gewesen war - immerhin war hier nirgendwo auch nur der leiseste Duft eines anderen Wolfes zu finden, außer nun wohl sein eigener, feiner Geruch - doch er wollte auch nicht weiter an der grauen Fähe zweifeln, vermutlich waren ihre Spuren durch die vergangene Zeit einfach vollkommen verwischt worden. Deshalb beschloss er nun doch erst einmal zu schweigen und seine weiteren Fragen für sich zu behalten. Auch wenn sie bisher einen sehr freundlichen und offenen Eindruck machte, könnte sich ihre Stimmung sicher trotzdem schnell ändern, wenn er doch noch einen Fehler machte. Etwas, dass der Braune definitiv vermeiden wollte, denn für einen Revierkampf oder andere Streitigkeiten war nun wirklich nicht die richtige Zeit.. ein wenig Ruhe und Frieden wären ihm nun auf jeden Fall lieber. Vielleicht würde sie ihm ein wenig davon gönnen?

    "Und das ist alles dein Revier?"

    Die Anerkennung und sein Staunen waren kaum zu überhören, als er sie ansah. Wirklich eine außerordentliche Leistung - und eine große Verantwortung. Alleine war es sicher schwer ein so großes Revier zu verteidigen und zu sichern... obwohl: War sie überhaupt alleine? Wer waren denn diese "Freunde"? Waren sie vielleicht ihr Rudel?
    Zunächst zögerte der Braune etwas, dann beschloss er sie auch danach zu fragen, wenn auch nur beiläufig.

    "Es ist sicher nicht einfach so viel Platz zu verteidigen.. oder helfen dir deine "Freunde" dabei? So eine kleine Meinungsverschiedenheit ist doch immerhin nicht so wichtig wie ein ganzes Revier zu erhalten..."

    Seine Stimme wurde zum Ende hin etwas nachdenklich, während er den Blick langsam zu Boden gleiten ließ.. ach wie schön es doch wäre, wenn er selbst ein paar Freunde in seiner Nähe hätte, mit denen er sein eigenes Revier finden könnte.. aber wozu eigentlich? Er hatte nie den Drang danach verspürt ein eigenes Revier zu gründen. Bisher war er mit seiner Rolle in dieser Welt immer mehr als zufrieden gewesen. Er war nun mal kein Anführer, aber durchaus dazu in der Lage den anderen zu helfen wo er nur konnte. Schade nur, dass es momentan niemandem gab dem er helfen konnte.. ein Umstand, der dem Rüden langsam ein wenig zusetzte. Tavis seufzte leise, ehe er ihr ein etwas traurigeres Lächeln als das ihre schenkte und sich schließlich nach einer kurzen Zeit des Schweigens daran machte ihre Frage zu beantworten:

    "Ich suche nach einem Ort, an dem ich leben kann.. vor ein paar Monaten bin ich mit meinem Bruder losgezogen.. aber er hatte andere Pläne... ja... und jetzt bin ich hier.."

    Es folgte eine weitere kurze Pause, die den niedergeschlagenen Ausdruck im Gesicht des Rüden nur untermalte, doch schließlich hob er den Kopf wieder und kehrte zu der Ruhe und Stärke zurück, die er soeben noch ausgestrahlt hatte.

    "Sag mal, Tyr, hast du etwas dagegen wenn ich heute hier bleibe? Ich weiß nicht wo ich sonst hin soll... vielleicht hättest du ja auch gerne ein wenig Gesellschaft... alleine ist es doch sehr einsam hier..."

    antwortet Tyrha | fragt nach dem Revier | erzählt von sich | fragt ob er bleiben kann


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    Tyrha Smýdur

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    BeitragThema: Re: Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder   08.10.14 23:20

    Ohne Tavis zu unterbrechen, wartete Tyr ab was er zu sagen hatte...bis sie sich schließlich räusperte und laut schmatzte, ehe sie weitersprach:

    “Na ich versuchs´. Die letzten Monate waren schon ziemlich anstrengend für mich, aber bis auf ein paar Rüden, die hier durchgewandert sind und einen völlig zerstreuten Altwolf, musste ich hier noch nichts großartig verteidigen. Zum Glück! Vor etwa zwei Mondwenden habe ich dann aktiv damit begonnen die ersten Marken zu setzen und klar zu machen, das ich hier leben will....und jeden einlade der sich mit mir zusammen tun möchte.“

    lachte sie und zog die Partie über ihren Seelenspiegeln hinauf, was ihr einen etwas schwachsinnigen Ausdruck verlieh. Die spielenden Ohren und die nun in Falten gekräuselte Nase zerschlugen diesen Eindruck jedoch schlagartig. Mit etwas ernsterer Miene sprach sie weiter, nun da ihre Gedanken wieder zu ihren „Freunden“ rutschten, die Tavis angesprochen hatte.

    “Meine Freunde sind mir vor genau fünf Tagen über den Weg gelaufen. Es war ein besonderer Tag. Es war der Tag an dem die Lichter über dem Berge aufgetaucht sind.“

    meinte sie mit sanfter Stimme und deutete zu den flackernden Nordlichtern, welche sich in der untergehenden Sonne in allen möglichen Rot-, Gold- Brauntönen zeigten. Ein leises Winseln aufleuchte der Fähe und ein Blick der Missgunst schrie ihr aus den Augen:

    “ Mehr oder länger als einen Tag kannte ich sie auch nicht. Aber irgendwie glaube ich daran, dass es mehr um uns herum gibt, als nur Zufälle. Das sich unsere Wege so schnell wieder zerlaufen haben, trägt mir bis heute nach. Einfach, weil ich diejenige war, die den Streit vom Zaun gebrochen habe und Logbandur wegen einer affigen Geste herausfordern musste. Stygma habe ich seit ihrer Ankunft unter meine Fittiche genommen und verteidigen wollen. Und als die Geistwölfin dann durch mein Leben sprang, wollte ich es ihr gleich tun. Sareq hat sich sowieso schnell von uns abgesetzt...vielleicht war ich auch da zu forsch. Aber noch habe ich die Hoffnung nicht aufgegeben, dass sich unsere Pfade irgendwie wieder miteinander verschlingen. Weißt du, ich gehöre den Asenwölfen an. Wir glauben an das große Ganze, an eine Verbindung allen Lebens mit der Natur und dem Vorherbestimmten. Ich glaube, irgendetwas hat der Berg mit uns noch vor und das ich sie irgendwann wieder sehen werde. Deswegen beschreibe ich sie schon jetzt als meine Freunde.“

    raunte sie und sah dann wieder zu Tavis, den Blick nun fragend an ihn gerichtet.

    “Klingt das zu abstrus?“

    das die den jungen Rüden schon jetzt um seine Meinung bat, war für Tyrha ein Ausdruck ihres Respekts. Sie hatte das Gefühl, der Rüde würde ihr offen und ehrlich sagen, was er von der Situation hielt. Und ganz tief in ihren Herzwindungen sehnte sich Tyrha nach einer Unterredung über das, was sie belastete. Das würde ihr endlich helfen, ihre Entscheidung zu festigen. Oder zu zerschlagen. Zumindest, zu irgend einem Entschluss zu kommen.

    Seine Erklärung, warum er sich nun in diesem Teil des Landes befand, registrierte sie mir einem Kläffen und gab somit ihre Aufnahme des Gedankengutes bekannt. Nun jedoch schnell auf das eingehend, was Tavis sie gefragt hatte, nickte Tyrha schließlich und schlackerte dabei locker mit den Ohren.

    “Absolut nicht! Bleib solange du willst, ein wenig Gesellschaft tut mir wahrhaftig gut. Fühl´ dich wie zuhause!“

    ergänzte sie und seufzte. Unterhaltungen waren ihr eben doch lieber, als schnöde Gedanken über sich selbst und den Rest der Welt, der ja anscheinend gerade – außer Tavis – nichts mit ihr zu tun haben wollte.

    erklärt sich | lädt Tavis schließlich ein zu bleiben

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    Tavis

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    BeitragThema: Re: Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder   09.10.14 16:24

    Tavis nickte verstehend, während er Tyrhas Worten lauschte. Bisher klangen all ihre Erklärungen mehr als plausibel - ein Zeichen dafür, dass sie ihn wohl wirklich nicht anlog. Etwas, womit sich der Rüde nie anfreunden konnte, doch sein Misstrauen würde ihr gegenüber noch eine Weile lang halten. Erst wenn er sich wirklich sicher war, dass er ihr vertrauen konnte, sollte es auch nur ein ganz klein wenig Vertrauen sein,  würde er dieses Misstrauen langsam ablegen können. Doch bis dahin würde sicher noch einiges an Zeit verstreichen. Vorsicht war schließlich nie verkehrt.

    Als sie von den Freunden und dem Licht sprach, wanderte auch sein Blick für einen Moment hinüber zu den Bergen, deren leuchten er selbst erst vor kurzem bemerkt hatte. War es vorher schon da gewesen? Wirklich sicher war sich der Braune nicht und so kräuselte sich auch sein Fell für einen Moment, während er nachdachte, ehe es sich wieder entspannte und der Blick zurück zu der Wölfin glitt. Ihre Erzählungen klangen sehr interessant.. vermutlich hätte er die Lichter auch als Zeichen für etwas gedeutet - vielleicht sogar für dasselbe? Immerhin hatte er diese auch erst bemerkt, als er auf eine andere wölfische Seele getroffen war, nicht vorher.. konnte da wirklich mehr dahinter stecken, oder sah Tyrha einfach viel zu viel darin und verwirrte seinen eigenen Geist damit? Er war sich nicht ganz sicher und beschloss erst einmal weiter zuzuhören.

    Das gestaltete sich auch nicht als sonderlich schwer, denn Tyrha hatte scheinbar noch einiges zu erzählen. Allein bei den ganzen Namen, die sie nannte, schlug die Miene des Rüden wieder in leichte Verwirrung um. Er war nicht sonderlich gut darin sich Namen zu merken.. vor allem nicht wenn er den dazugehörigen Wolf nicht kannte. Dennoch versuchte er sich die Namen einzuprägen, so wie er es mit Tyrhas Namen auch getan hatte, indem er sie noch einige Male im Stillen wiederholte. Doch die weiteren Erzählungen ließen ihn aufhorchen. Augenblicklich schnippten die braunen Ohren nach vorn um ja kein Wort zu überhören. Hatte sie wirklich...?

    "Nein, nein, auf keinen Fall"

    antwortete er hastig auf ihre Frage und seine Augen funkelten erfreut, als er den Kopf ein Stück vorschob um ihr besser in die Augen sehen zu können. Dann fuhr er mit etwas ruhigerer, leiserer Stimme fort, doch die Aufregung war noch immer leicht hörbar:

    "Ich weiß genau was du meinst - mir geht es genauso. Die Lichter müssen etwas bedeuten - mir sind sie auch erst aufgefallen, als ich dich gesehen habe. Da muss mehr dahinter stecken."

    Sein Blick wanderte erneut zu den Lichtern hinüber, verweilte dort einen Augenblick und traf dann wieder Tyrha, die er nun etwas ernster ansah, gleichzeitig wirkte er ein wenig geheimnisvoll wie er sich zu ihr vorgebeugt hatte, als wollte er ihr ein Geheimnis verraten, obwohl das eigentlich nicht der Fall war.

    "Und deinen Glauben... den musst du mir nicht erklären. Ich kenne diese Worte so gut wie du, denn ich bin auch ein Ase"

    Langsam ließ er den Kopf wieder zurück zu seiner alten Position gleiten, bemerkte erst in diesem Moment wie sehr er seine Muskeln angespannt hatte. Anschließend schüttelte er sich ganz leicht um die Anspannung wieder zu lösen. Ihre Antwort auf seine Frage wurde mit einem leisen, dankbaren Brummen aufgenommen und die Rute begann erneut damit leicht über den Erdboden zu wischen, als ein wenig Freude in ihm aufkam. Ein angenehm warmes Gefühl nach der langen Einsamkeit, die nun hinter ihm lag. Hätte er vorher gewusst wie schrecklich einsam es auf seiner Reise werden würde - womit er natürlich nicht gerechnet hatte, doch sein Bruder musste ihn natürlich enttäuschen - wäre er vermutlich gar nicht aufgebrochen. Einsamkeit stand dem Braunen nicht gut.. er brauchte Gesellschaft, die er suchen und verlassen konnte wann er wollte um selbst die Kontrolle über Ruhe und Gemeinschaft zu behalten.. wenigstens hatte er nun Tyrha gefunden, die sicher dafür sorgen würde, dass er nicht ganz alleine sein würde. Ob er ihr auch später folgen würde, wusste Tavis bisher noch nicht - aber ganz undenkbar erschien ihm dieser Gedanke nicht. Sie machte doch einen freundlichen Eindruck, daran änderten auch ihre Geschichten nichts.

    Stimmt Tyrha zu | erklärt, dass er auch Asenwolf ist
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    BeitragThema: Re: Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder   13.10.14 23:25

    Catori wandte den Blick zum großen Berg. Seit dem sie diesen Ort hier gefunden hat, war jener große Berg ihr Ziel. Er hatt sie förmlich angezogen, so wie Licht die Motten. Ein Teil Faszination und ein Teil Gefühl hatte sie hier her getrieben und gewiss auch irgendwo ein Stück Hoffnung. Von Bergen hatte man bekanntlich eine gute Aussicht und da sie bisher  nur ganz schwache Spuren wahrgenommen hatte, wollte sie sich von einer erhöhten Position einen Überblick verschaffen.

    Doch ganz ohne das sie den Berg erklimmen musste, hatte sie eine schwache Spur wahrgenommen, jene Spur der sie versuchte sie seit heute morgen zu folgen. Sie war schwach, aber sie war eindeutig da. So durchstreifte sie den Wald und  hielt sich nahe der Fährte die sich wie eine helle Schnur durch den Wald zog.

    “Ich hoffe nur dass die Spur nicht ein Hirngespinst von mir ist… “  

    murmelte sie in und wohl auch zu dem Wald.

    “Versteht mich nicht falsch, ich mag Hirngespinste, sie sind ein wenig so wie Geister. Naja bis auf die Tatsache das Hirngespinste nicht existieren. Geister jedoch… “

    Ihre Stimme glich dem flüstern des Windes, sachte und leise waren ihre Worte und das sachte, aber warme Lächeln was nach diesen Worten auf ihren Lefzen erschien, würde für andere ins leere gehen. Catori jedoch lächelte den Waldgeist an der mit den Blättern des Baumes zu spielen schien. Okay mehr oder weniger gingen die Waldgeister alle ihrer Arbeit nach, so tüchtige Wesen. Auch Catori ließ sich nicht von ihrem Weg abringen. Immerhin folgte sie noch immer jener Spur, die intensiver zu werden schien.

    Sie beschleunigte ihre Schritte nun wo sie die Fährte deutlicher wahrnahm. Sie wandte sich geschickt durchs Unterholz und ihr sandfarben-grauer Körper verschwamm zu einer einheitlichen Masse. Wie ein seltsamer Nebelstreif der durch den Wald zog, würde sie wohl auf den ersten Blick aussehen. Ihr Körper der das Unterholz immer wieder streifte wurde mit den Gerüchen des Waldes getränkt. Würzige Rinde, süßes Holz und der Eigengeruch der Blätter mischten sich mit ihrem ganz eigenen Duft. Wie so oft wurde sie zu dem was sie war, sie wurde zum Waldgeist. Teil des Waldes und unauffällig als so manch anderer. Aber dennoch war sie deutlich wahrzunehmen. Gerade weil sie den ihre fremden Artgenossen immer näher kam.

    Es war also doch nicht nur ein Hirngespinst gewesen. Seltsame Vorfreude machte sich in Catori breit. Ihr Weg führte sie aus dem Wald hinaus und zögernd stand sie am Waldrand und blickte auf die Gestalten der beiden fremden Wölfe. Was wenn sie stören würde? Wenn sie nicht willkommen war? Sie senkte ihren Kopf nicht, sondern hielt in aufrecht und reckte ihn sogar neugierig nach vorne. Wagte es aber nicht weiter zu laufen.

    Sie war sich bewusst, dass sie deutlich wahrzunehmen war. Da half auch der starke Nebengeruch von Natur in ihrem Fell nichts. Unsicher und irgendwo neugierig spielte sie mit den Ohren. Sie wollte nicht stören, doch die Aussicht auf etwas Gesellschaft war verlockend. Auch wenn es in ihr gewisse Ängste brachte, auch als Waldgeist brauchte man Gesellschaft, gerade wenn man ein Waldgeist namens Catori war.

    folgt Tavis Spur | findet Thyra && Tavis | steht unschlüssig am Waldrand  
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    Tyrha Smýdur

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    BeitragThema: Re: Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder   16.10.14 20:56

    Ihre Ohren zuckten nach vorne, als der junge Rüde ihr zustimmte. Dann flog ihr Blick zu den wabernden Lichtern. Auch Tavis hatte die Lichter also erst vernommen, als er wölfische Gesellschaft bemerkt hatte? Die verschieden farbigen Augen zu Schlitzen verengend, entfleuchte der Fähe ein Schmunzeln, ehe sie sich über die Lefzen leckte. Dann hatte sie also doch Recht! In ihrem Hirn versuchte sie, sich an die Geschichten und Mythen zu erinnern, die ihre Großmutter erzählt hatte. Ragnarok, blitze ihr da allerdings nicht auf. Zumindest nicht so, wie die meisten die Geschichte kannten. Vielmehr drängte sich die alte Geschichte über jenes Geschlecht in ihr Hirn, welches Asmaeh als Vielgänger oder Körperwanderer beschrieben hatte. So richtig wusste allerdings auch Tyrha nicht mehr, worum es da noch ging. Oder weswegen sie kamen. Auch spielten die Lichter nicht wirklich eine Rolle. Es war mehr die angespannte Stille, welche sich ihres Herzens ermächtigte und nun, da Tavis ihr sogar beipflichtete, verstärkte.

    .oO(Irgendetwas ist im Gange. Die kranke Bärin schien ein Vorbote gewesen zu sein. Eine Warnung vielleicht. Und das Aufeinandertreffen der vielen Wolfsleiber vielleicht der erste Ausruf des Zusammenschlusses? Ein unbewusster Hilfeschrei, den die Wolfsseelen herbeisehnen um ihre eigenen Leiber zu schützen?)

    Sich in den Gedanken verlierend, welche ihr eine Erklärung zu sein schienen, überhörte sie beinahe Tavis nächsten Satz. Es dauerte einen Moment, ehe sie sich von dem Antlitz des Berges losriss, zwinkerte und schließlich ein breites Grinsen sehen ließ, sodass ihre schmalen Backenzähne hervorblitzen:

    “Oh! Na das ist ja wunderbar! Willkommen Bruder!“

    jauchzte sie und blies dem Rüden, indem sie sich zu einer Art Verneigung herab ließ, warme Luft in das Brustfell. Eben jenes sprang zu beiden Seiten auf und ließ neue Muster entstehen – zumindest dort, wo sich das Fell verdichtete und aneinander stieß. Einen kurzen Herzschlag lang, betrachtete Tyrha dieses Schauspiel, rappelte sich dann auf und nickte freudig. Sie hieß ihn so herzlich willkommen wie sie nur konnte ohne nicht gleich zu aufdringlich zu werden. Gerade einige Worte an ihn richten wollend, schnellte der Kopf der Bunten plötzlich nach links. Ein Geräusch ließ sie aufhorchen und wenig später eine helle Fähe erblicken. Eben jene stand etwas unschlüssig an dem nahe gelegenen Waldrand und beobachtete sie Beiden ganz offensichtlich. Einen Moment überlegte Tyrha, stand dann auf und begann sachte mit der Rute zu wedeln. Ihre Lefzen zogen sich glatt voran, ehe sie ein kurzes, aber sehr inniges Heulen erklingen ließ. Es war mit einer aufmunternden Begrüßung gleich zu setzen und klang weniger fordernd denn belebend melodisch. Die Tonlage war gleißend ...aber gleichsam beinahe zaghaft. Die Fähigkeit extrem kreativ mit ihrem Heulen, Kläffen und Winseln zu spielen besaß Tyrha bereits im Welpenalter. Schon in dieser Zeit, hatte sie sich diese Eigenschaft oft zu Nutze gemacht und schaffte es so ohne große Reden oder Wortgeschwader, von sich kund zu tun....oder ihren Willen zu bekommen. Da Muttermilch allerdings nun keinen wirklichen Anreiz geschweige denn eine Option darstellte, hatte sich Tyrhas Singsang auf die zwischenwölfische Kommunikation in alltäglichen Situationen verlagert. Und das meistens mit Erfolg. Ihren ersten Eindruck, ihre Stimmlage, die Wortfarbe oder die Gestikulierung hatte sie so zur Perfektion gebracht. Man verstand sie direkt – zumindest wenn der Intelligenzquotient des Gesprächspartners wenigstens ansatzweise im Bereich opberhalb anstatt unterhalb der Nullgrenze lag. Das Wedeln ihrer kurzen Rute nun noch etwas verstärkend und die Ohren bereits weit vorschiebend, trat Tyrha einen kleinen Schritt voran, sah dann zu Tavis und ermunterte ihn mit einem Grinsen, von der Fremden Kenntnis zu nehmen.

    Längst hatte Tyrha in ihrem Hirn die Geschichte, die sie nun erlebte, weitergesponnen und abermals alles in einen Zusammenhang gebracht. Sie versuchte, sich selbst Mut mit ihrem Plan zu machen und so dem Ganzen eine größere Bedeutung zu geben. Das es genauso ein beträchtlicher Zufall sein konnte, interessierte Tyrha nicht. Die nächste Seele war eingetroffen. Das war das Essentielle.

    denkt nach | freut sich über Tavis asischer Zugehörigkeit | fühlt sich ihm verbunden | bemerkt Catori und reagiert freundlich

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    BeitragThema: Re: Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder   17.10.14 1:03

    Regungslos stand sie da, fast so als wäre sie eine Illusion, gar nicht wirklich Existenz. Doch ihr Duft trieb fast schon bunt schillernd zu den Artgenossen her rüber. Eben so deutlich wie sie beim einatmen einen Geruch war nahm ,der ein weiches, warmes Gefühl in sie brachte,  würde ihr Geruch auch für gewisse Emotionen sorgen. Deshalb stand sie wie zu Stein erstarrt da. Als sich einer der beiden Artgenossen bewegte zuckten ihre Ohren sichtlich nervös. Dann drang ein melodischer Klang an ihr Ohr und umspielte sie. Ein Ruck ging durch die Fähe und sie schien wieder zum Leben erweckt worden zu sein. Seit wann fiel es ihr so extrem schwer auf andere zu zugehen? Sie neigte den Kopf etwas zur Seite und hob ihn schließlich etwas, es wirkte fast so als wolle sie antworten doch kein laut entwich ihrer Schnauze. Was war nur los mit ihr? Das war doch eindeutig als Einladung zu verstehen gewesen von der Fremden. Ihre Ohren zuckten zur Seite, ehe sie einige Schritte nach vorne machte. Das konnte doch nicht so schwer sein, sie sollte sich nicht jetzt schon solche Sorgen machen. Gesagt getan, oder vielmehr versucht.

    Catori pendelte zaghaft mit der Rute ehe sie den Kopf erneut hob und ein zaghaftes, aber klares, helles Heulen erklang. Fast schon verspielt wirkte es wie sie den Kopf erfreut zur Seite neigte. Es ging doch. Langsam setzte sie eine Pfote vor die andere. Ein Ohr zuckte immer wieder zur Seite, das andere jedoch richtete sie aufmerksam nach vorne. Dennoch kam sie schnell wieder zum stehen und zwar als sie den beiden Artgenossen so nah kam das sie deren Fell gut sehen konnte. Der Rüde deren Spur sie gefolgt war schien endlose viele Brauntöne in seinem Fell zu vereinigen und die Fähe wurde von einem grau überzogen, was silber-blau zu schimmern schien. Sie vertiefte sich so in dem Fell der beiden, das sie automatisch einige Schritte näher trat. Nur um die Details besser sehen zu können. Dunkle Brauntöne durchzogen das Fell des Rüdens in einem unsagbar schönen Muster, was man kaum beschreiben konnte. Das Fell der Fähe bildete in ihrem Gesicht eine unsagbar schöne Maske die die leuchtenden Augen umrahmte. Einige Wolfslängen trennten sie von den fremden. Ihre Ohren zuckten leicht und sie löste ihre intensive, aber irgendwo doch nicht aufdringliche Musterung. Denn man sah ihr an, dass sie ziemlich begeistert war. Fast wie von alleine hatte ihre Rute einen gleichmäßigen Schwung angenommen und mit leicht gesenktem Kopf trat sie näher. Eine Wolflänge ließ sie zwischen sich und den beiden Artgenossen bestehen.

    “Ein wunderschöner Silberhauch und warme Sonnenerde.“

    Gewisperte Worte die mehr an sie selbst gerichtet waren als an andere.  Sie hob den Kopf wieder etwas an und ein leises entschuldigendes Schnauben ertönte ehe sie erneut zum sprechen ansetze

    “Ich möchte euch Grüßen. Eine Fährte hat meinen Weg gekreuzt und ich bin ihrem verlockenden Ruf gefolgt. Sie hat eine schier seltsame Anziehungskraft auf mich ausgeübt. Also bitte entschuldigt, wenn ich ungelegen komme. Mein Weg sollte mich ursprünglich ganz wo anders hin führen. “  

    Erklärte sie sich und ihr Auftreten. Sie erklärte auf wohl die kompliziertes Art und Weise die es gab, dass sie eine gewisse Vorfreude dar rüber empfand hier auf Artgenossen zu stoßen. Außerdem drehte sie den Kopf nach diesen Worten zum berg, der Ort an den es sie eigentlich gezogen hatte. Schnell jedoch wandte sie den Kopf wieder ihren Artgenossen zu. Sie wollte nicht unhöflich wirken. So stand sie mit leicht schief gelegtem Kopf und einen leicht abgeknicktem Ohr da. Unschlüssig dar rüber ob ihre Worte so aufgefasst werden würden wie sie gemeint waren.

    Der Waldgeist setze nicht erneut zum sprechen an, sondern fuhr sachte mit der linken Vorderpfote über das Gras am Boden und blickte abwechselnd zwischen ihren Gegenübern hin und her. Sie fühlte sich eigentlich nicht schlecht in der Anwesenheit der anderen, aber die Sicherheit die sich von außen um sie legte dran noch nicht nach innen. Ein wenig zeit würde Catori brauchen, schließlich war sie jetzt schon länger keinem Artgenossen so offen gegenüber getreten. Sie war er das gewesen wofür man ihre Rasse kannte…ein Geist, ein Schatten, eine flüchtige Erinnerung.


    überwindet sich | betrachtet Thyra & Tavis intensiv | erklärt sich | wartet auf eine Reaktion
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    Stygma Fides

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    BeitragThema: Re: Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder   20.10.14 20:55

    Es war jetzt schon eine ganze Weile her, seit sie sich von Logbrandur und Kajuna wieder getrennt hatte. Schnell hatte sie begriffen, dass weder der eine noch der Andere ihr zuhören wollte. Dass sie ihr nicht glaubten und dass sie wohl zu Tyr zurück gehen musste, bei ihr hatte sie das Gefühl nicht auf taube Ohren zu stoßen. Die Stimmen leiteten sie. Hatten ihr gesagt, dass Brandur und der Waldgeist ihren Weg finden würde, sie würden eine Gruppe bilden, eine Gemeinschaft und gemeinsam würden sie Ragnarök begegnen. Sie könnten die Dunkelheit trotzen.

    Bei jedem Schritt drückten sich ihre hellen Pfoten fest in den Erdboden. Ließen sie fliegen. Wie ein Schatten glitt sie durch das Dickicht des dichten Waldes und suchte verzweifelt nach der Witterung der Asenwölfin, die ihr das Leben gerettet hatte. Doch wusste sie nicht was sie ihr sagen sollte. Die Stimmen schrien wie wahnsinnig in ihrem Kopf trieben sie an. Drohten ihr. Doch dieses Mal blieb sie stumm, widersprach den Göttern nicht. Gehorchte ohne zu hinterfragen. Sie verstand nicht warum die Bunte so wichtig war und doch wollte sie nur, dass die Stimmen in ihrem Kopf endlich ruhe gaben.

    “ Lauf, lauf Stygma! Lauf ehe sie dich holen. Du bist alleine, du brauchst sie, du kannst ohne sie in dieser Welt nicht überleben. Lauf, lauf ehe Hel dich zu fassen bekommt!“

    Sie konnte nicht noch schneller laufen. Sie war am Ende ihrer Kraft angekommen. Schließlich landete die Fähe mit einem Krachen auf der Erde. Ihr Herz hämmerte wie wild in ihrer Brust und es kostete sie einiges an Kraft sich auf die zitternden Läufe zu hieven.

    “ Lauf weiter, lauf weiter. Sie werden nicht auf dich warten. Lauf ehe es zu spät ist!“
    “Aber ich kann nicht mehr, ich brauche eine Pause“

    Jammerte sie und es musste wohl einen skurilen Eindruck machen wie sie da auf der Lichtung stand und mit sich selbst sprach.

    “Es ist jetzt nicht die Zeit für eine Rast. Du hast keine Zeit mehr. Du und sie und ihr alle, ihr habt keine Zeit. LAUF!“
    “Nein!“

    Heftig schüttelte sie den Kopf und dann war es still.

    läuft zurück um Tyr zu suchen | streitet mit den Stimmen, beschließt eine kurze Pause zu machen

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    Tavis

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    BeitragThema: Re: Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder   20.10.14 22:26

    Beinahe entging Tavis Tyrhas kurze gedankliche Abwesenheit, doch glücklicherweise fing sie sich selbst noch in dem Augenblick, in dem er darüber nachzudenken begann sie an ihr Gespräch zu erinnern. Gleichzeitig konnte er sie mehr als gut verstehen. Auch seine Gedanken drifteten immer wieder ab, wanderten hinüber zu den Lichtern des Berges, die so geheimnis- und verheißungsvoll über ihnen standen. Später würde er das Thema noch einmal auf diese lenken, doch Tyrha schien mit ihren Gedanken bereits an anderer Stelle unterwegs zu sein.

    Einen Moment später begrüßte sie ihren "Bruder", doch ehe er selbst den Gruß erwidern konnte, ja geschweige den den Kopf zum Gruße neigen oder sich anderweitig für ihre Geste bedanken, lag ihre Aufmerksamkeit wieder an einem anderen Punkt. Fragend drehte der Rüde den Kopf nun ebenfalls in die von ihr angedeutete Richtung, da sprang sie bereits auf und begann damit die fremde Gestalt, die sich ein gutes Stück entfernt von ihnen befand, zu begrüßen. Tavis selbst zögerte einen Moment, ehe er ihrem Beispiel folgte und schließlich neben ihr stehend den Fremdling beobachtete. Er stimmte jedoch nur ein ganz kurzes, leicht tiefes Heulen an, das bereits nach wenigen Atemzügen verklungen war. Längere Begrüßungen waren wohl einfach nicht seine Art - ebenso wie er lange Abschiede nicht mochte, diese aber meist ihm selbst zuzuschreiben waren.

    Neugierig und gleichsam misstrauisch beobachtete er den fremden Wolf, während seine Rute - Tyrhas Beispiel folgend, hatte sie ihn doch so herzlich dazu aufgefordert - leicht hin und her schwang. Man konnte es nicht als wirkliche Freude bezeichnen, immerhin war er sich auch noch nicht wirklich sicher ob er sich über diesen Neuankömmling freuen sollte, doch er wollte auch nicht unfreundlich oder unhöflich erscheinen, weswegen er es zumindest bei einer leichten Geste belassen wollte. Die Ohren waren starr nach vorn gerichtet, aufmerksam und vorsichtig, während die Augen auf der fremden Erscheinung ruhten.

    Leicht verwirrt beobachtete er wie die Fremde näher kam, den Blick stets auf die beiden Asen geheftet, als wären sie etwas völlig unbekanntes. Er warf Tyrha einen fragenden Blick zu, den Kopf leicht in ihre Richtung geneigt, ehe er die Fremde wieder bei ihrem langsamen voran kommen beobachtete. Sie schien völlig in Gedanken versunken, während sie sich ihnen näherte. Worüber sie wohl nachdachte?
    Unwillkürlich machte Tavis einen kleinen Schritt zurück, als er den Blick der Fähe für längere Zeit auf sich ruhen spürte. Es war ihm unangenehm auf diese Art angesehen zu werden, fast als wäre er etwas fremdes, das hier nicht her gehörte, dem man aber durchaus Interesse zukommen ließ. Aber es gefiel ihm nicht. Er war noch nie gerne über einen längeren Zeitraum angesehen worden, jedenfalls nicht so intensiv...

    So blieb die Unsicherheit auch noch bestehen, als die Wölfin bereits zu ihnen gekommen war und endgültig anhielt. Der junge Rüde war sich jedoch nicht sicher wie er am besten reagieren sollte, weswegen er den Kopf leicht senkte und Tyrha den Vortritt ließ. Sie wäre besser dafür geeignet eine weitere fremde Seele aufzunehmen. Tavis selbst hatte kein Problem damit die kleine Gruppe zu vergrößern - auch wenn es ihm ein wenig zu schnell ging - doch er würde jeden gutmütigen Fremden akzeptieren, der sich zu ihnen gesellen wollte.


    kann nichts erwidern wegen Catori | beobachtet sie | fühlt sich unwohl | lässt Tyrha den Vortritt
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    BeitragThema: Re: Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder   21.10.14 0:00

    Während sich die Fremde weiter nährte, flog der Blick der Bunten zwischen ihr und Tavis unauffällig hin und her. Seine Vorsicht spiegelte sich auch in dem Verhalten gegenüber der Graubedeckten wieder und Tyrha schmunzelte als sie diese Eigenart bei Tavis als charakterlich wirklich begünstigend festlegte. Er war von der vorsichtigen und nicht allzu vorlauten Sorte. Höflich und direkt, eine ehrliche Haut, wie es den Anschein machte. Tyrha mochte das sehr. Ihre Augen lagen nur für den Moment eines Atemzuges auf Tavis, welcher sich ihrer Freundlichkeit zwar anschloss, ihr aber offensichtlich das Reden überlassen wollte. Sie nickte kurz, ehe die Fähe vor ihr zu reden begann. Das sie zwischenzeitlich über ihrer beider Pelze bereits einige Worte verloren hatte, war ihr entgangen – zu beschäftigt war sie damit gewesen, Tavis weiter zu beobachten. Als die Fremde sie grüßte, beschleunigte sich kurz ihr wedeln, fast so als wollte sie ihren Ausdruck damit als aufgenommen kommentieren und nickte auch ihr schließlich bestimmt zu. Schweigend folgte sie ihren Blicken und Worten, setzte sich dann neben den bunten Herbstwolf und  blickte der Hellen neutral entgegen. Als diese nun geendet und ihren Blick ebenfalls zum Berge drehte, grinste Tyrha beinahe breit – versuchte jedoch im selben Moment diese Mimik zu verstecken. Was ihr überraschender Weise ziemlich gut gelang. Dem Blick der Fremden folgend, schmunzelte Tyrha abermals, sah dann zu Tavis und suchte seinen Blickkontakt wieder. Jetzt war Tyrha erst recht in ihrem Gedankengang von Bestimmung und ihrer aller Zukunft unterstützt worden. Fast so, als wollte sie den Rüden auf ihren Gedankengang aufmerksam machen, bließ Tyrha überdeutlich Luft aus ihrer Nase eh sie wieder zu der Hellen sah und wandte sich somit von dem Berge, welcher sich nun hinter ihr befand ab.

    “Ich grüße dich zurück. Folgst du jeder offensichtlichen Einladung so kopflos?“

    fragte Tyrha mit plötzlich nüchterner Miene und stand langsam wieder auf. Ihr Rutenpendeln verebbte, ihr Haltung wurde kerzengerade. Ihre Stimme klang dabei jedoch weder unfreundlich noch streng, hatte aber eine gewisse fordernde Form angenommen. Ihr nun fixierender Blick und die durchgedrückten Vorderpfoten sprachen von einer gewissen Präsenz, sie sie hier darstellen wollte. Nicht, dass sie der Fremden irgendetwas unterstellen wollte – ganz im Gegenteil. Vielmehr wollte sie sehen, wie viel an ihrer eigenen Überlegung dran war. Es interessierte sie, wie die Fremde reagieren würde. Ob sie die Lichter ansprach. Einfach, wie auch sie sich gab.

    Längst hatte Tyrha aufgegeben, ihr Revier alleine zu verteidigen. Es war an der Zeit, eine Gemeinschaft zu bilden – und der Herbstläufer neben ihr, schien dafür der perfekte Anfang. Zumindest in ihrer naiven Vorstellung. Wie und warum die Helle da hinein passen würde, konnte sie noch immer für sich selbst erläutern. Viel wichtiger erschien es ihr nun erst einmal, zu sehen was die Fähe zu erzählen hatte. Sich diesem Plan hingebend und nicht davon abweichen wollend, neigte sie ihren Kopf sachte zu Tavis, zwinkerte ihm für die Helle nicht ersichtlich zu und stellte dann den Kopf wieder gerade. Tyrha war kein typischer Alphawolf. Ganz im Gegenteil. All das, was ihr Vater und Mentor bei seinem Rudel versucht hatte durchzutreten, würde sie anders machen wollen. Zumindest hatte Tyr das so für sich beschlossen, nachdem ja auch noch der erste Versuch, die Wanderer zu einen, gescheitert war.  Es sich verkneifen und der Fremden genauso freundlich und offen entgegen zu treten wie dem Jährling, erschien ihr aber irgendwie zu …..langweilig. Warum auch nicht? Klären konnte man die Situation immer noch – und der Schalk, welcher Tyrh stetig im Nacken saß, konnte sich jetzt, da sie endlich wieder Gesellschaft hatte ohnehin nicht beherrschen.
    Das Schauspiel aufrecht erhaltend und nun sogar das Rückenfell hebend, blickte die Bunte mit der hellen Nase noch immer neutral zu der Fremden.

    “Mein Name ist Tryha Smýdur. Ich bin die Alphafähe und Revierbestreiterin dieses Landes. Wäre es nicht an dir gewesen, dich mir zuerst vorzustellen?“

    Ein Glück. Gerade drehte der Wind und stob die eben gesetzte Duftmarke zu der Hellen herüber. Innerlich verlor sich Tyrha in einem breiten Grinsen und Gelächter schlug ihr durch die Venen und den Herzmuskel. Lange würde sie das Theater nicht durchhalten. Obwohl....vielleicht stand ihr ja diese Rolle wirklich einmal zu Gesichte. Nicht mir solch einer Strenge, aber im Grundkontext war Tyrha doch eine relativ gute leitende Persönlichkeit. Wenn sie denn wollte und sich mal ein wenig zusammennahm. Und schon drang das Lächeln wieder auf ihre Lefzen.

    antwortet Catori | weiht Tavis in ihren "Plan" ein | neckt Catori ein wenig

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    BeitragThema: Re: Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder   23.10.14 2:12

    Schritt um Schritt. Der einzige lebendige, entflammte Gedanke seines Verstandes, der ihn wirklich voran trieb. Jeder zuckende Muskel, der seine hochbeinigen Läufe zu irgendeiner Bewegung brachte, war nur ein dumpfer Schemen seiner selbst. Das Gefühl voran zu trotten. Ziellos, für einen Moment ohne jeglichen Herzschlag, der bei der letzten Stimme seiner süßen Celeste zu stolpern begann und ein dazugehöriges Seufzen aus seinem leicht geöffneten Mund entschwinden ließ. Hier gab es keine verurteilenden Blicke. Keinen Zorn, keine Verdammnis! Nur die allzu grüne Fauna, die mit Ast und Blättern ein jedes Mal die Gelenke seiner großen Pfoten streichelte, denen er manchmal vollkommen tonlos dabei zusah, wie sie gemütlich in weicher, warmer Erde versanken. Oder womöglich war selbst das ein elender Trugschluss. So wie seine Hoffnung nach unzähligen Wolfslängen überhaupt auf ein pulsierendes Leben zu treffen, das seinen blassen, fast feucht schimmernden Seelentoren die Möglichkeit gab wieder zu strahlen. Beflügelt von der Zuversicht seine Schwester am Nackenfell aus den Fängen dieses Tyrannen zu zerren. Lebendig, schnaufend, verurteilend! Ja, er sah schon den von Sorge und Kummer getränkten Blick, der womöglich jeden Winkel seines zerzausten und mit Heldenmut bespickten Pelz betrachtete, der durch vielerlei Zähne geglitten wäre. Ein zartes Schmunzeln huschte für den Bruchteil einer Sekunde über seine Lefzen. Allmählich war er es es ernsthaft leid sich selbst ein Lächeln zu schenken. Nun schien es sogar schon, als ob ihr Stimmlein dumpf nach ihr schrie.

    Dagro spitzte seine trügerischen Ohrmuscheln. Es war undenkbar. Nur eine Antwort auf die allzu lang genossene Einsamkeit, die wohl an seinem Hirn zu zerren versuchte. Aber es erklang schon wieder. Dieses Mal fast glaubwürdig. Eine Zunge formte eindeutig ein leidliches “Nein!“ und was auch immer gerade in sekundenschnelle durch seinen Schädel schoss, es konnte mit keiner Realität zu vergleichen sein. Der Herbstfarbene war kein Träumer. Er war ein Realist, der gerade zu träumen versuchte, auch wenn Aussprache, Akzent und sogar der winzige Sopran in dieser formvollendeten Stimme bitteren Entschlusses nicht von der Schnauze geschrien worden war, von der er es sich wünschte. Sein Kopf wusste es und die Vernunft brüllte im Kanon dagegen an.  Aber sein Herz sprach eine andere Sprache. Sie jubelte, lechzte und jaulte wie ein Jungspund, der plötzlich das entschwundene Empfinden in seinen betäubten Gliedern gefunden hatte. Er fing an zu humpeln, wagte einen mit Stechen übersäten Sprint und entglitt der Schwerkraft fast durch eine Wurzel, die ihm schicksalhafter Weise fast genauso gerne wohl den nächsten Lauf gebrochen hätte. Sie erntete dafür einen buchstäblich erbosten Blick für seinen abrupt gestoppten Enthusiasmus. Wo er wegen des dichten Blätterdaches fast gegen die zarten Strahlen der Sonne, die die Lichtung brach, anblinzeln musste. Aber womöglich war es dem übel gestimmten Baum gerade gelungen seinen Kopf aus den Wolken zu reißen. Denn je langsamer sein unheimlich miserabler Trott auch wurde, umso eher erkannte er den von Braun überzogenen Pelz, der nicht so satt Bernstein schimmerte, wie er es gewohnt war. Das hier war nicht Celeste und er schalte seine welpenhafte Hoffnung einen Narren.

    “Wenn es der Grasbüschel war, der dir die Flausen einredete, du sollst weiterlaufen, dann kann ich mit ihm ein ernstes Wörtchen reden. Ich hab mit 'ner Wurzel auch noch eine Rechnung offen. Ziemlich feistes Grünzeug, was?“

    Das war sein erster verzweifelter Versuch eine Konversation zu treiben mit einer Fähe, die wohl in einer noch dunkleren Krise steckte, als er es von sich angenommen hatte. Zumindest sprach ihr Gesicht, das er mit einer größeren, halben Umrundung ihres zierlichen Körpers seitlich zu sehen bekam, von deutlicher Verstimmung. Kein Rüde, der ihr düstere Schikanen gegen ihre Ruhe schrie. Kein Duft, der ein kürzliches Zusammentreffen verraten hätte. Nur zwei vollkommen fremde Wölfe, die sich zufällig dort begegneten, wo man zumindest alleine zumeist etwas Abstand von nahm, wenn man nicht gesehen werden wollte. Aber irgendwie war es für den Hochgewachsenen in Ordnung, dessen Grinsen nun ein wenig breiter wurde. Charismatisch, ungezwungen und irgendwie als vollkommener Kontrast zu seiner vorherigen Melancholie.

    “Ich bin Dagro, der Sieger aller Schlachten. Ich denke, ich kann mit ihnen umgehen und dir Freiraum verschaffen. Das Unkraut wird es nie wieder wagen einen Halm an dich zu legen.“


    Grübelt vor sich hin | glaubt seine Schwester zu hören | begegnet Stygma auf einer Lichtung | erprobt sich an seinem Humor
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    BeitragThema: Re: Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder   23.10.14 21:30

    Noch immer donnerten und dröhnten die Stimmen in ihrem Kopf wollten sie antreiben doch Stygmas Körper rührte sich nicht. Ihre Pfoten wollten sie einfach nicht mehr weiter tragen und noch immer raste ihr Herz wie wahnsinnig.

    “Komm schon Stygma lauf. Lauf sie werden nicht auf dich warten, du bist zu unbedeutend zu unwichtig für die Gemeinschaft, du hättest eher versuchen sollen ein Teil von ihr zu werden!“

    “ Haltet die Klappe. Haltet endlich die Klappe, ihr wart vorhin still, warum könnt ihr es nicht bleiben, wenigstens einen Tag!“ flehte sie und hob dann erschrocken den Kopf als sie den Blick des Rüden bemerkte, der nicht allzu weit von ihr entfernt stand und sie anblickte. Sie kniff die Rute ein, nahm sofort und ohne auf eine weitere Reaktion seinerseits zu warten eine Demutshaltung ein. Was wollte er hier, er hatte sie sprechen hören? Glaubte er sie sprach mit dem Gras? Na das war ja noch schlimmer als die Stimmen in ihrem Kopf.

    Sie starrte ihn aus ihren grünen Augen an, wich weiter zurück und machte eigentlich mehr als deutlich, dass sie sich vor ihm fürchtete. Und wie ihr kaputtes Ohr so herab hing sah sie aus wie ein zu großer Welpe. Sie machte definitiv nicht den Eindruck als hätte sie noch alle ihre Sinne beisammen und dennoch hielt sie irgendwas davon ab völlig durch zu drehen. Vielleicht war es der falsche vertrauensselige Blick in seinen Augen. Sie wusste es nicht.


    [streitet noch immer unterwirft sich Dagro wirkt verstört]

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    BeitragThema: Re: Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder   12.11.14 1:42

    Wachsam achtete der Walgeist auf die Körpersprache der anderen. Vor allem der Rüde rückte dabei in ihr Blickfeld. Immerhin war sie seiner Spur hierher gefolgt. Doch auch jener reagierte freundlich wenn er auch etwas skeptisch auf sie wirkte. Ein zaghaftes Lächeln erschien für wenige Sekunden auf ihren Lefzen. Mann hatte von ihr nun wirklich nichts zu befürchten und Misstrauen war nicht nötig. Obgleich sie verstand wieso er vermutlich vorsichtig war. Nicht jeder geht so offen auf Fremde zu wie der Silberhauch, der sie so herzlich begrüßt hatte. Das der erdfarbene Wolf vor ihr zurückgewichen war, nachdem sie sich so in die Farbentracht die sein Fell trug versunken war, rückte erst viel zu spät in ihr Bewusstsein. Etwas schuldbewusst senkte sie leicht schräg den Kopf. Bestimmt hatte er ihren Blick falsch gedeutet, oder doch nicht? Leichte Unsicherheit stieg in Catori hoch und ihre Ohren spielten nervös. Sollte sie sich entschuldigen und einfach wieder gehen?
    Noch ehe Catori diesen Gedankenfesten zu einer Idee manifestieren konnte erklang die Stimme der grau-braunen Fähe. Sie hatte einen Moment nicht aufgepasst und ihre war der Anflug von einem Grinsen komplett entgangen, weswegen sie im ersten Moment etwas unschlüssig der plötzlich nüchtern wirkenden Wölfin gegenüber stand. Catori richtete ihre Aufmerksamkeit komplett auf die Wölfin, mit leicht gesenkten Kopf, aber einem sicheren Stand beobachtete sie jene, auch nach der von ihr gestellten Frage. Ihre Augen trafen auf den fixierenden Blick von der Fähe und ein sachtes Lächeln erschien zögernd.

    “Ich würde es nicht als kopflos bezeichnen. Denn ich höre auf meine Gefühle, wenn sie auch manchmal neckend nach mir schnappen, ich konnte mich bisher immer auf sie verlassen. Wenn du das immer noch als kopflos bezeichnen möchtest könnt ihr das gerne tun. Immerhin mag es vielleicht schwer für euch nachvollziehbar sein. “

    Sie begegnete der Fähe mit ehrlichen Augen. Dann verebbte ihre sachtes Lächeln und sie neigte leicht nickend den Kopf ehe sie erneut zum sprechen ansetze.

    “Aber ich gebe zu da sich mich vielleicht leicht verleiten lassen habe. Doch nach langer Einsamkeit durstet wohl jede Seele unseresgleichen nach etwas Gesellschaft. So sonderbar das Gebirge auch sein mag, einem Seelenschrei sollte man immer folgen, oder es zumindest versuchen.“

    Catori erklärte sich damit erneut. Sie ließ ihren Blick zu den Rüden schweifen, ehe sie sich wieder der Fähe zuwandte. Noch immer war Catori sich nicht sicher was die Fähe vorhatte. So nüchtern sie auch geklungen hat ihre Augen schimmerten mit einem Ausdruck der zu dem melodischen Heulen das jene Fähe vor einigen Herzschlägen geäußert hatte passte, aber nicht zu dieser nüchternden Wesen. Der aufmerksame Blick folgte den Bewegungen des Silberhauches. Erneut legte sich ihr Blick kurz auf den stillen Rüden. Etwas ging hier vor sich, doch noch erfasste Catori nicht was es sein könnte. Doch komischerweise löste das keine Unsicherheit in ihr aus.
    Nach den Worten der Fähe zeigte sich wohl ein leicht zweifelnder Ausdruck in den Augen Catori´s. Doch als der Wind drehte schlugen ihr tatsächlich die Düfte entgegen die sie Aussage von Tyrha bestätigten. Doch Catori schien nicht zu reagieren, sondern blickte die Fähe vor sich ruhig an und dann blitze erneut das spielerische Feuer in den Augen der Fähe.
    Catori machte schweigend einige Schritte nach hinten und entfernte sich soweit das man meinen könnte sie hätte das Revier Tyrha´s noch nicht betreten. Denn das die Duftmarke frisch war, konnte man eben auch war nehmen. Catori löste ihren blick von der Fähe und hob  den Kopf. Ein zartes, klares heulen erklang und es trug Worte mit sich die zu Tyrha hinübergetragen werden würden.

    “Mein Name ist Catori. Ich bin auf eure Reviergrenze gestoßen und erbitte eine Antwort des Alphas ob ich als Wanderer das Revier durchschreiten darf.“  

    Catori warte den Abstand und blickte zu Tyrha, die mittlerweile wieder lächelte. Sie war noch nah genug das ihre Worte zu verstehen sein würden und da sich Catoris Eindruck anscheinend doch bestätigt hatte lächelte auch sie wieder sanft.

    “Es wäre im übrigen gut, seinem gegenüber auch eine Chance zum Antworten zu geben, werte Alpha. Ihr habt mir die Möglichkeit mich zuerst vorzustellen im Grunde genommen, da meine ersten Worten simpel der Frage dienten ob ich in eure traute Zweisamkeit platzen dürfte. Aber entschuldigt, das seit ihr euch ja gewiss bewusst.“

    Ihr Blick streifte zu dem Rüden. Vermutlich war jener in die ganze Geschichte eingeweiht gewesen, dennoch blickte Catori ihn genauso sanft an wie sie auch Tyrha anblickte. So stand sie da noch immer den Abstand wahrend. Geradezu als würde sie auf eine Antwort warten, denn immerhin wurde ihr bisher noch nicht erlaubt das sie das Revier durchqueren dürfte und solange dies nicht so war, würde sie genau hier stehen bleiben.


    macht sich Gedanken über ihre Wirkung | antwortet Tyrha | ist skeptisch | durchschaut das Spiel geht jedoch darauf ein
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    BeitragThema: Re: Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder   20.12.14 1:43

    Dagro war Reaktion aller Art gewöhnt. Feistes Zähnefletschen, ein unfreundliches, schiefes Schmunzeln und womöglich sogar absolute Fassungslosigkeit über sein taktloses Verhalten, doch bisher hatte es keine einzige Körpergeste sein stolperndes Herz zum gefrieren gebracht. Für diesen Moment fühlte er sich wie das abscheulichste Wesen auf Erden, dessen leicht geöffnetes Maul den Ausdruck des Erstaunens herausquetschte, während die leicht verengten Lider gerade zu verstehen versuchten, was in dem bräunlich-grauen Köpfchen vorzugehen vermochte. Er hörte den dumpfen Tadel wild geschnaubter Worte seiner Schwester, deren Verbleib wie ein Klammergriff um jedes einzelne in sich zusammenziehende Organ war. Zu sehen, wie die Grünäugige leidlich auf dem Boden kauerte, als sei er der Richter über ihr Leben, weckte die Vernunft und den Ernst in seiner eben noch breit grinsenden Miene. Womöglich hatte sich so sein Schwesterlein gefühlt. Erbarmungslos niedergerissen vom massigen Leib der Realität. Im Wahnsinn ertrunken und ohne auch nur die Chance zu haben mit der Schnauze bis zur schimmernden Oberfläche zu schwimmen, um ein letztes Mal Luft zu holen. Es erwürgte den hochgewachsenen Rüden, der allmählich seine spitzen, eben noch freundlich aufgerichteten Ohren an den Kopf schmiegte. Unschlüssig und fast etwas unsicher in seinen Begebenheiten.

    “Ich wollte weder Gram, noch Zorn oder Furcht in dir wecken. Es musste, wie ein Himmelsfahrtkommando wirken, als ich dich aus deinen... Gedanken riss? Bitte, ich habe nicht vor dir etwas zu tun.“

    Versprach seine sinnlich, tiefe Stimme vorsichtig, während seine Pfoten wie angewurzelt auf dem Erdreich zu harren versuchten. In der Versuchung sie nicht noch von eben solchen verschluckt werden zu lassen, wobei er schon fast glaubte, dass sie diesen Wunsch hegte. Es war der Augenblick einer ersten Konversation gewesen. Nach den endlos langen Tagen der alles verzehrenden Wanderung, die ihm ein Seufzen der Erleichterung auf die Lefzen getrieben hatte. Jene zumindest versuchten wieder ein klein wenig zu zucken. In der blinden Hoffnung ihr wieder etwas der Angst zu nehmen, die jeden Muskel ihres Körpers zu beherrschen drohte. Der Kopf, der in dieser Lage ungemein hoch saß, senkte sich – nur nicht starrend, damit er sie nicht verunsicherte. Dagro wusste nur nicht, dass er solch ein Mitgefühl und diese Toleranz besaß, die plötzlich so laut in ihm pulsierte, wie der Drang ihr behutsam gegen die Stirb zu stupsen. Sie aus der Trance ihrer eigenen Beleidigungen zu wecken, die nun zumindest verstummt waren. Es hätte ihm schon auffallen müssen, als sie das erste Mal laut schimpfend um Ruhe gebeten hatte. In dem armen Geschöpf lag also so viel verankert, dass er sich wie ein kleines Licht vorkam, das selbst flach zu atmen versuchte.

    “Ich habe die eigensinnige, törichte Angewohnheit so etwas wie Charme versprühen zu wollen und ich weiß, dass ich damit nicht immer im Sinn eines derzeitigen Gefühls handle. Kann ich dir denn behilflich sein? Oder soll ich lieber mein vorlautes Mundwerk halten? Ich fange nämlich an zu plappern.“

    Flüsterte er nahezu. Dieses Mal mit einem wiederkehrenden Glänzen und Schimmern in seinen sonst so leblosen Seelentoren. Wenn sie sich nicht von einem Lächeln anstecken ließ, dann vielleicht durch eine wesentlich entspannter Körperhaltung, die ihn vorsichtig auf seine Hinterhand sinken ließ. Die Rute schmiegte sich allmählich Zug um Zug um den rechten Lauf und signalisierte damit fast schon ein bisschen Vertrautheit. Sie sollte nur nicht weglaufen, selbst dann wenn sie ihn dafür verfluchte! Wenn er eines nun brauchte, zum Trotz seines eigentlich angeschlagenen Selbstbewusstseins, dann wölfische Nähe und selbst, wenn dieser gerade nicht bereit war mit ihm zu plaudern. Vielleicht brach irgendwann das unüberwindbare Eis.

    Ist sichtlich verunsichert wegen ihrer Unterwerfung und Reaktion | entgleist der übliche Gesichtszug | fühlt sich an seine Schwester erinnert | versucht sich zu entspannen und sie zu beschwichtigen
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    BeitragThema: Re: Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder   06.01.15 12:38

    Die Rute der Fähe wedelte in einem immer beständigen Takt, als nun auch die Fähe vor ihr zu reden begann und immer weiter in ihrem Redeschwall verharrte. Schließlich stellte sie sich als „Catori“ vor, worauf Tyrha nickte und damit ihre Vorstellung wohlwollend annahm. Kurz darauf ging ihr Blick langsam zu dem Herbstrüden neben sich. Tavis schwieg noch immer. Ein saures Magengefühl zog sich durch ihren Leib – war es zu viel für ihn? Musste Tyha sich um ihn sorgen? Ein kurzer Anflug eines schlechten Gewissens ließ sie erschaudern und das Nackenfell der Blaugrauen aufstoben. Erst das Schütteln ihres Kopf klärte ihr Kopf und Gedanken und so wendete sie sich wieder an Catori. Tavis war nicht aufs Maul gefallen. Er würde sich sicherlich äußern.

    Die gleichschultige Fähe blickte nun höflich, aber fordernd zu ihr – ihre eben gebrachten Worte erleichterten Tyrha auf gewisse Weise. Catori schien einen gesunden, aber ebenso gefühlsgesteuerten Kopf zu besitzen. Eine desgleichen gute Eigenschaft wie das Zurückhaltende Wesen von Tavis. Die Asenwölfin war zutiefst zufrieden und eine zweite Chance für einen ersten Eindruck gab es bekanntlich nicht. So speicherte Tyrha auch Catori als sympathisch und geistlich gesund ab, setzte ein noch breiteres Grinsen auf und kippte die Ohren sachte zur Seite.

    “Catori, sei Willkommen...und verzeih mir meine Unfreundlichkeit. Ich konnte es mir einfach nicht verkneifen dich direkt auf Herz, Nieren, Verstand und Seele zu testen. Ich wollte dir weder etwas Böses, noch meine Manieren vergessen.....ganz im Gegenteil...ich musste wirklich an mich halten dich so zu überfallen. Verzeih mir, bitte. Es gibt Gründe dafür.“

    Ihre Worte klangen ehrlich und ihre Stimme zitterte kaum merklich. Die Geschehnisse der letzten Tage und Wochen versetzen sie eben doch noch allzu oft in ein zu gefühlsbetontes Handeln und Denken. So wie jetzt. Die Ohren wieder vorschiebend und das Lächeln etwas verklingen lassend, suchte sie den Blickkontakt zu Tavis, schob sich etwas mehr an seine Seite und blickte dann zu Catori.

    “Ich bin niemandes Alphafähe. Mein bestreben ist es, all jenen eine Heimat zu geben, die sie suchen. Dieses Revier ist das Meine, ja....aber ich will es mit jenen teilen, die sich ebenso von den Dingen angezogen fühlen, die auch mich begeistern und bewegen. Jenen, die mich vielleicht auch dabei unterstützen wollen.“

    ergänzte sie und ließ einen sehr sanften Blick sehen...ehe sie zu dem Lichte über dem Berge sah und den Blick nun dort hin gestreckt weitersprach.

    “Es sind Dinge falscher Natur im Gange, Catori. Tavis.....ich habe sie gesehen, als sie den Himmel bunt färbten und meine Gemeinschaft auseinander rissen. Ich glaube, sie haben uns alle hergerufen. Und ich will wissen warum.“

    mit jedem Wort, was sie entgegen des Berges warf, wurde ihre plötzlich Stimme fester, ihre Haltung aufgerichteter und ihre Rute steifer und ganz unweigerlich krallten sich ihre Pfoten in die weiche Grasnarbe unter ihr. Lange würde sie nicht mehr an diesem Ort verweilen – der Berg rief nach ihr.

    bricht das Theater und erzählt Catori von dem „Test“ | berichtet schließlich direkt von dem Licht

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    BeitragThema: Re: Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder   19.02.15 15:31

    Es tobt ein Krieg in mir - ich kämpf mit aller Macht
    Es tobt ein Krieg in mir - ich schlag die letzte Schlacht
    Es tobt ein Krieg in mir - ich wehr mich wie von Sinnen
    Ein Krieg in mir - ich weiß ich kann nicht gewinnen
    Es tobt ein Krieg... in mir

    Es machte nicht den Anschein als würde Stygma sich aus ihrer unterwürfigen Haltung erheben wollen noch immer hatte sie ihre Augen panisch auf ihr Gegenüber gerichtet. Was würde er jetzt mit ihr machen? Tief in ihrem Inneren wusste sie, dass er ihr nichts tun würde, aber die Stimmen in ihrem Kopf schrien und tobten. Rieten ihr zu Flucht, sie sollte seiner Stimme kein Gehör schenken, sollte dem Vertrauenerweckenden Blick in seinen Augen kein Glauben schenken. Winselnd lag sie da, lauschte nur mit einem Ohr dem was er sagte. Eine normale Fähe würde ein Lachen hören lassen, würde sich beruhigen und eine Konversation beginnen.

    Stygma erhob sich nur langsam aus ihrer bald liegenden Haltung nur um eine andere demutsvolle Haltung einzunehmen.  Der Blick ihrer moosgrünen Augen war kaum verändert. Es lag etwas Flehendes darin. Doch was, das konnte man nicht in ihnen lesen.

    “Flieh, flieh, wie kannst du ihn so ansehen? Wenn du den Anschluss verpasst, dann brauchst du dich ihnen nicht mehr anschließen, vergiss deine Angst. Lauf!“

    “ Ich kann nicht…“

    Kam es zittrig aus ihrem hellen Fang während sie anders als der Ton ihrer Stimme es vermuten ließ ihre Zähne bleckte. Sie hörte seine entschuldigenden Worte wie durch eine Nebelwand. Dumpf und leise.

    “ Lauf endlich! Wie kannst du dir wünschen, dass er Teil der Gemeinschaft ist? Er spielt keine Rolle in dieser Geschichte. Mach ihn nicht wichtiger als er ist.  Du kannst ihn nicht zu einem Teil deiner Geschichte machen!“

    Widerwillig schüttelte sie ihren Kopf und es machte den Anschein als würde sie etwas los werden wollen. Erfolglos die Stimme hatten wieder angefangen in ihre Kopf zu schreien.  Fügten ihr Psychischen Schaden zu. Winselnd versuchte sie sich aufzurichten. Seit er schwieg schmetterten die Stimmen wie Donnerschläge auf sie ein.

    “Mach das sie aufhören. Bitte mach dass sie still sind……“

    Flehte sie ihn an. Wenn er die Stimme wieder an sie richten würde, dann würden sie sicher wieder schweigen.

    versuchte den Wahnsinn zu entkommen, will normal mit ihm reden, schafft es aber nicht

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    BeitragThema: Re: Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder   06.04.15 12:57

    Der Blick des jungen Rüden blieb auf die fremde Fähe gerichtet, während diese sich ihnen näherte. So entging ihm auch die Beobachtung der Asin an seiner Seite. Auch als diese sich gesetzt hatte, weil die Fremde bei ihnen angekommen war, blieb er noch stehen. Es kam ihm schlichtweg sicherer vor hier zu warten. Sitzen schränkte einen doch ein wenig ein - jedenfalls wenn eine schnelle Reaktion gefragt war - und das könnte immerhin auch der Fall sein.
    Er wandte den Blick zu Tyrha hinüber, als diese seine Aufmerksamkeit erforderte, richtete diesen aber recht schnell wieder auf die Fremde. So ganz sicher fühlte er sich noch nicht mit ihr in seiner Nähe. Scheinbar fiel das der Fähe auch auf und sie senkte den Kopf ein Stück, hatte aber keine Zeit um selbst etwas zu sagen, denn da erhob sich Tyrha wieder und sprach diese an.

    Zunächst war Tavis etwas irritiert aufgrund des völlig veränderten Verhaltens der Asin. Würde er sie besser kennen, hätte er ihre wahren Beweggründe sicher schnell feststellen können. Doch leider waren erst wenige Minuten seit ihrem Kennenlernen vergangen - es brauchte ganz sicher mehr Zeit für so etwas.
    So blickte auch er kurz zu ihr hinüber, nur für den Bruchteil einer Sekunde, doch er konnte ihr wortlose Botschaft an ihn noch erhaschen. So war das also. Innerlich entspannte er sich etwas, doch äußerlich glich er seine Haltung der ihren an, wenn auch nicht ganz so dominant. Ob es für die Fremde wohl so wirken mochte als würden sich die beiden Asen schon länger kennen? Möglich wäre es. Zumindest verstanden sie sich ganz gut.

    Die Verwirrung auf Seiten der Fähe amüsierte den Jährling, doch noch gelang es ihm die Kontrolle über seine Gefühle zu wahren. Irgendwie war es doch ganz unterhaltsam nach so langer Einsamkeit einen anderen Wolf so hinters Licht zu führen. Es schadete doch auch niemandem und gleichzeitig konnte er so seine Bindung zu Tyrha stärken. Anders hätte es sich verhalten wenn er schlichtweg nicht verstanden hätte was sie vor hatte oder ihren Plan vereiteln wollte - aber beides war nicht im Interesse des Herbstpelzes und so begnügte er sich damit der Asin bei der Umsetzung dieses Plans zu helfen.. so lange wie es ihr beliebte. Das leichte Lächeln, das sich auf ihren Lefzen abzeichnete, entging dem Braunen dennoch nicht, doch er blieb standhaft. Bei ihren Worten neigte er sogar leicht den Kopf, so als wollte er sie bestätigen.

    Die nächste Reaktion hätte er nun nicht erwartet, denn plötzlich trat die Fähe sogar wieder zurück um sich erneut vorzustellen. Fast als wollte sie einen Neuanfang mit Tyrha wagen. Auf Tavis' Lefzen erschien nun ebenfalls ein leichtes Lächeln, dann entspannte er sich wieder, als Tyrha die Situation aufklärte. Seine Rute begann leicht hin und her zu pendeln, ganz ruhig. Die Ohren zuckten leicht von einer zur anderen Seite, während er die Umgebung beobachtete. Alles ruhig.

    Als Tyrha nun ihre Gründe erklärte und von ihrem Revier sprach, musste auch der Rüde sie unwillkürlich ansehen. Sein Blick war ebenfalls sanft, freundlich, während er ihr zuhörte. Sie kannten sich nicht lange, doch er war froh, dass er an sie geraten war - und nicht an einen anderen Wolf, der einen Jährling mehr als störend erachten würde. Er nickte leicht bei ihren Worten, bei ihren Vorstellungen ihres Reviers. Würde sie sich auch auf längere Zeit als eine sympathische Fähe herausstellen, so würde er ganz sicher an ihrer Seite bleiben und sie auch unterstützen. Diesen Entschluss hatte er in seinem Innersten gefasst, war sich dessen kaum selbst bewusst, ebenso wenig wie er selbst merkte, dass er genickt hatte.

    Schließlich folgte sein Blick dem der Fähe und auch er sah den Berg wieder an, dessen schimmerndes Licht sein Fell aufrichtete. Er wollte ebenso wie sie wissen was dort vor sich ging.

    "Vielleicht sollten wir dem nachgehen..."

    warf er etwas unentschlossen, aber mit fester, ruhiger Stimme ein, als er den Blick wieder zurück auf Tyrha richtete, dann kurz zu Catori hinüber.

    "Wenn wir hier warten, werden wir keine Antworten finden."

    folgt Tyrhas Beispiel | hört ihr und Catori zu | bricht sein Schweigen | möchte Antworten suchen
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    BeitragThema: Re: Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder   16.07.15 20:51

    Catori musste von Tyrha völlig verwirrt worden sein – zumindest machte es auf sie den Anschein. Weder sie noch der Rüde neben der Bunten Asin gaben sich zunächst einer Regung hin. Und auch ihre letzten Worte, etwas Falsches sei im Gange, ließ eine ganze Weile des Schweigens folgen. Mit einem bedächtigen Gesichtsausdruck beobachtete sie die hübsche, neue Fähe mit dem dunklen Lidstrich und schließlich den Herbstläufer neben sich. Ein Schmunzeln folgte....und schließlich trat Tavis mit einigen Worten in das Gespräch ein. Seine Beobachtungen waren der Asenwölfin nicht entgangen und eine nun bedächtig-sprudelnd wirkende Anspannung breitete sich in ihrem Fell aus. Ihr Herz vibrierte, als Tavis das aussprach was Tyrha erhofft hatte zu hören: er war ihrer Meinung. Er wollte den Berg erkunden! Den Lichtern folgen und wissen was dort vor sich ging.

    Den Freudensprung, den ihr Herz vollzog versuchte sie so gut es ging zu verbergen – doch ein Schlagen ihrer Rute sprach von ihrer eigenen Zustimmung und von der Erleichterung die sich in ihr breit machte. Ihr Weg würde sie weiter führen – und das wahrscheinlich nicht alleine! Der bedächtige Gesichtsausdruck und der erhobene Kopf weichten einem sanften Lächeln, einem Kopfnicken und dem voranstellen der blaugrauen Ohren. Ohne auf die Antwort der Fähe zu warten, rollte sie den bunte melierten Kopf ein und stellte das Nackenfell auf. Noch immer drückten sich ihre Pfoten in die Grasnarbe, auf die nun auch ihr Blick ganz unweigerlich fiel. Längst hatten sich die Grashalme zwischen ihren Zehen emporgedrückt und die letzte Feuchtigkeit von sich gegeben die sie zu opfern fähig waren. Etwas erschrocken ob dieses Anblicks, entspannte Tyrha die großen Tatzen, hob gar den rechten Vorderlauf und schüttelte die Erde beiseite. Selbiges tat sie dann auch mit dem linken Lauf und sortierte ihre Beine dann schnurgerade, nahe stehend zueinander. Sanft im Takt ihrer Rute wippte ihre Ohren vor und zurück, als sie in der Ferne den Schrei eines Raben vernahm und den Blick nach jenem hob.

    Es waren Dinge am Werk. Ganz sicher. Große Dinge. Wichtige Dinge. Und sie würde ein Teil davon werden. Ob sie das schaffen würde, was Sol und Mani für sie bereit gelegt hatte? Den Blick vom in den weit entfernten Baumkronen verschwindenden Raben abwendend, hob sie den Kopf gen Himmelzelt ehe ihre Gedanken noch einige weitere Herzschläge abdrifteten. Sich beinahe selbst ertappend, wie sie in der Vergangenheit von vor wenigen Tagen schwelgte, öffnete die Bunte schnell die Augen und sah dann hinab zu Tavis.

    “Würdet ihr mich begleiten wollen?“

    hauchte sie und schob die Ohren noch ein Stück weiter vor – nun jedoch Catori ansehend. Gefion hatte sich entschieden Tyrha nicht mehr als Einzelkämpfer durch die Welt wandern zu lassen. Tyrha scharrte nun also all jene um sich, die mit ihr diesen Weg gehen wollen würden. Einen Weg voller Abenteuer, Gemeinschaft und Freundschaft. Einen Weg der tiefen Verbundenheit und Liebe. Ob es zu früh war jetzt schon davon zu sprechen? Natürlich. Ob es töricht war? Und ob. Aber nicht undenkbar. Und genau das spornte die lebenslustige Fähe nun ungemein an. Ein weiteres Lächeln – nein Grinsen folgte, als sie den Kopf erneut empor warf. Diesmal jedoch in einer einzigen, schnellen Bewegung, die ihren Leib mit sich warf und eher nach einem Hasen der Haken schlagen wollte, aussah. Lebensdurst und Abenteuerlust standen ihr in das Gesicht geschrieben, als sie lostrabte, einen Bogen ging und dann erneut stehen blieb. So verharrend, schien ihr die Sonne entgegen das lange Fell und tauchte die sonst so frostige Fellfarbe der Fähe in warmes rot, gelb und orange.

    “Würdet ihr meine Begleitung sein? Einfach so? Spontan und voll von obskurer Lebenslust? Fühlt ihr das denn nicht? Sie rufen schon!“

    Okay....das wirkte wenig zurechnungsfähig. Aber Tyrha war es fast egal. Sie gab sich wie sie war. Ehrlich und impulsiv. Eben genau so, wie sie ihr ganzes Leben hatte sein wollen.

    “Frei.“

    ergänzte sie ihre Gedanken. Sie war(-en) frei.

    ergänzt Tavis Satz | fordert auf endlich zu gehen

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    BeitragThema: Re: Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder   23.07.15 21:08

    Einen Augenblick lang wartete der Herbstpelz auf eine Reaktion des Waldgeists - doch diese blieb stumm. Er rümpfte die Nase leicht, war etwas unsicher ob seiner Anmerkung. Vielleicht war diese unangebracht gewesen.. vielleicht hatte er zu früh gefragt. Möglicherweise hätte er dieser neuen Bekanntschaft - sowohl zu Tyrha als auch zu Catori - noch etwas mehr Zeit geben sollen.. aber es war keine Zeit. Außerdem erschien es ihm mehr als nur logisch nun aufzubrechen und den Weg zu den Bergen zu gehen. Er wollte wissen was hinter alldem steckte - und Tyrha ganz offensichtlich auch. Jedenfalls ließen ihn ihre vorherigen Bemerkungen darauf schließen.

    Langsam senkte der jüngere Wolf den Kopf, wendete den Blick leicht ab, während die Stille weiter waltete. Es war zwar nur ein kleiner Moment, in dem keiner sprach, doch in den Ohren des Braunen klang dieser wie eine halbe Ewigkeit. Die Ohren ruckten kaum merkbar, leicht unsicher zurück, doch dann ergriff Tyrha plötzlich das Wort und löste die unangenehme Anspannung, die den Körper des Herbstfells ergriffen hatte. Er hob den Kopf nun wieder, sah zu der bunten Artgenossin hinauf. Eine Mischung aus Erleichterung und Vorfreude trat in seine Augen, die vor Abenteuerlust zu funkeln begannen. Nun hatte ihn die Neugier gepackt. Er wollte aufbrechen. Am liebsten jetzt sofort. Die Rute wedelte aufgeregt hin und her, während er kaum noch ruhig bleiben konnte. Er warf den Kopf hinüber zum Berg, hob die Nase in den Wind und sog den Duft auf, der aus dieser Richtung kommen sollte. Leider war der Wind nicht auf seiner Seite, weswegen die geruchliche Ausbeute eher gering ausfiel.

    Schließlich sah er wieder zu der Asin hinüber - und nickte dann entschlossen. "Auf jeden Fall", richtete er das Wort mit funkelnden Augen an die ältere Fähe. Sein Pelz war vor Aufregung leicht aufgestellt und es kam ihm fast so vor als kribbele sein ganzer Körper. Es fiel ihm schwer ruhig zu bleiben, weswegen er einige Schritte voran machte, dann unentschlossen stehen blieb und die Ohren spielen ließ. Währenddessen hatte Tyrha ihre Rede beendet, die den jungen Rüden zwar etwas verwirrt und auch ein wenig irritiert, aber keineswegs verunsichert hatte. Er war dabei. Ganz gleich wohin dieser Weg führen sollte - er war dazu bereit ihn zu gehen.
    Am liebsten sofort. Doch noch stand Catoris Antwort aus - und alle Blicke lagen auf ihr.
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    BeitragThema: Re: Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder   26.09.16 10:35

    Futter!!,

    jammerte die dünne Stimme zwischen den Grashalmen hindurch. Wie ein Teppich lag das kleine Wölfchen auf dem Bauch, die Pfoten von sich gestreckt, die Ohren lustlos eingeknickt. Jeder Atemzug war ein schwerer Seufzer, der das Gras vor ihm hin und her wiegte. Nichts sonst regte sich. Nur der leere Magen grummelte zustimmend, nein, fordernd. Viel zu fordernd für den Welpen, der schon eine gefühlte Ewigkeit damit verbracht hatte, die Ebene am Fuß des großen Berges nach Mäusen und anderen kleinen Wühlern abzusuchen. Das Problem war nicht, dass er nicht fähig dazu war, etwas Essbares zu finden. Das war eine der Lektionen, die sein Mentor niemals müde wurde, ihn zu lehren. Der Faktor, der das ganze Unterfangen schwieriger machte, war das Wetter. Der Blick des kleinen Rüdens ging nach oben zum Himmel. Als er heute morgen los gestiefelt war, strahlte noch das schönste Blau auf ihn herab. Doch mit der Zeit hatte sich eine dunkelgraue Decke dicker Regenwolken zwischen Erde und Sonne geschoben und den Tag beinahe zur Nacht gemacht. Die Luft roch schon elektrisiert und nach Regen. Alles potentiell Essbare muss sich wohl an die tiefste und beste geschützte Stelle  seines Baues gerettet haben und machte es Lucca deshalb schwer, es aufzuspüren. Erneut ertönte ein Grummeln, diesmal aber nicht aus dem leeren Magen, sondern aus der Kehle des Jungwolfes. Der leidige Blick wandelte sich zu einem entschlossenen. Nach und nach schob sich jede einzelne der vier Läufer unter den kleinen Körper und stemmten ihn schließlich mit vereinten Kräften nach ob. Im hohen Bogen flogen Staub und Erdbrocken aus dem flauschigen Welpenfell, als der Rüde sich kräftig schüttelte und schließlich zielbewusst den Horizont anpeilte.

    Yosh! Los geht’s!

    Von alleine würden Mäuse und Kaninchen sicherlich nicht in sein Maul spazieren. Weit und breit gab es niemanden, der sich auch nur annähernd erbarmen würde, ihn zu füttern und Jammern brachte eh nichts.
    Also tackerte Lucca das kleine Näschen an den Erdboden und schob es durch das Gras, während er im Wolfstrab über die Wiese marschierte, gierig jede noch so kleine Spur aufsaugend. Luccas eigene Spur hätte man gut verfolgen können, auch wenn es etwas mühselig gewesen wäre. Die Schneise, die er durch die zertretenen Grashalme bildete, verlief in einem total unkoordinierten Zick-Zack, vollführte mal große, langgezogene Kurven, mal gerade Linien, mal drehte sie sich im Kreis. Aber darauf achtete das Wölfchen gar nicht. Lucca war vollkommen damit beschäftigt, etwas Essbares zu finden – und wenn es eine noch so kleine Maus wäre.
    Dass er so gar nicht mitbekam, wie rasant sich das Wetter entwickelte, war nicht verwunderlich. Erst als mit einem Mal sein komplettes Fell klatschnass war, blieb der Welpe verwundert stehen und hob den Kopf. Es goss wie aus Eimern. Selbst seine dichte Unterwolle konnte dem nicht lange stand halten, weshalb er binnen kürzester Zeit durchnässt war. Eigentlich mochte Lucca Regen. An die Sympathie waren allerdings Bedingungen geknüpft: Kein Sturm und um Himmelswillen kein Donner!
    Heftiger Wind zerrte an dem nässeschweren Fell.
    Eilig sah sich Lucca um. Die Ebene, auf der er sich befand, war weitläufig, verlor sich bei den Anfängen des Berges im grauen Gestein und zeigte nur vereinzelte Baumgruppen. Viel mit Schutz war hier also nicht geboten. Mit bedachten Schritten machte sich der Waldgeist auf zu einer dieser Baumgruppen, um dem Unwetter zwischen den Wurzeln ausharren zu können. Er bewegte sich recht vorsichtig vorwärts. Die Gewitterwolken verdunkelten den Tag dermaßen und der Regenguss glich einem Vorhang, so dass die Sicht für den einäugigen Rüden sehr eingeschränkt war. Jetzt in einer Mulde hängen zu bleiben oder ungünstig über Stock oder Stein zu stolpern, konnte er sich nicht leisten. Dann doch lieber ein paar Minuten mehr in Wind und Regen ausharren und dafür unverletzt ein sicheres Plätzchen finden.
    Ein Blitz erhellte den Himmel, gefolgt von einem ohrenbetäubenden Donnerschlag.

    Die Stelle, an der sich der kleine Wolf gerade befand, war auf einmal verlassen. Man könnte sagen, das einzige, was von seiner Anwesenheit zeugte, waren die in der Luft stehenden Wassertropfen, die die Silhouette eines Vierbeiners darstellten, ehe sie einen Augenblick später zu Boden fielen. Der Waldgeist selbst raste mit einer enormen Geschwindigkeit auf die Bäume zu, die Ohren an den Kopf gepresst, die Rute zwischen die Hinterläufe geklemmt. Vergessen war die Vorsicht, die Achtsamkeit. Der Schreck über den Donner war ihm durch Mark und Bein gefahren, hatte seinen Verstand ausgeschaltet und ihn zur Flucht getrieben. Selbst als er schon an den ersten Bäumen vorbei gerannt war, hielten seine langen Beine noch nicht inne, als ob sie vor gehabt hätten, ihn Kilometerweit von dem Donner wegzutragen. Sicherlich hätten sie das getan, wäre Luccas Lauf nicht abrupt gestoppt worden. Das schmale Welpengesicht  machte zuerst Bekanntschaft mit der weichen Barriere, die sich quasi urplötzlich vor ihm materialisiert hatte. Obwohl der Wolf schmal und leicht war, reichte sein Momentum vollkommen aus, um ihn mitsamt seinem Kollisionspartner zu Boden zu reissen. Lucca rollte, den Schwung vollkommen ausnutzend, über den weichen Berg, ein Stück durchs Gras und blieb schließlich mit der Nase voran im aufgeweichten Dreck liegen.

    auuuu~ ...,

    presste er leise hervor. Zu mehr war er in diesem Augenblick nicht fähig. Langsam erhob er sich und wandte sich um, um zu inspizieren, was ihn so schlagartig zu Fall gebracht hatte. Wie sich heraus stellte, war der Grund dafür ein anderer Wolf - besser gesagt eine Wölfin. Sie war ebenso bräunlich gefärbt wie Lucca selbst, aber deutlich größer und höchstwahrscheinlich ausgewachsen. Ehrlich gesagt hatte Lucca bisher keinen anderen Welpen getroffen, nur andere erwachsene Wölfe.
    Es dauerte ein paar Sekunden, bis sich Luccas Hirnwindungen wieder entwirrt hatten und anständige Signale liefern konnten. Soviel Zeit brauchte es auch, bis der kleine Rüde realisiert hatte, was da eigentlich gerade passiert war. Sofort nahm Lucca eine geduckte Haltung ein und legte die Ohren an den Kopf.

    Hast du dir weh getan? Das tut mir Leid, war keine Absicht! Wirklich! Bitte friss mich nicht ...

    Sucht nach Futter, erschreckt sich vor dem Donner und rast in Kajuna rein | Kajuna
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    Kajuna Feykro

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    BeitragThema: Re: Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder   26.09.16 21:15

    Wie lange war es nun her das Kajuna dem grauen Riesen entkommen war? Zwei Tage? Drei? Vielleicht sogar eine Woche? Sie konnte es nicht einmal mehr genau sagen, auch nicht wie lange sie in der Gegend herum geirrt war. Der Schock über das erlebte, das Zusammentreffen mit dieser Gruppe von Wölfen und dieser bösartigen Feindseligkeit dieses Wolfes steckte ihr tief in den Knochen. So tief das es ausgereicht hatte, um ihren Orientierungssinn völlig durcheinander zu bringen und sie taub für die Stimme ihres Waldes zu machen, der nach ihr rief.
    Sie helle Wölfin mit dem hübschen Pelz fühlte sich verloren. Taub, stumm und blind. Hier gab es niemanden und nichts. Die Welt um sie war verstummt und vermochte auch keine Antwort zu geben, auch wenn sie noch so sehr in sich hinein lauschte. Wie lange würde es denn dauern bis sie wieder den Gesang des Waldes hörte? Was würde sie tun, wenn sie nie wieder auf diese Weise würde hören können? War sie dann dazu verdammt ein heimatloser Geist zu sein? Ohne seinen Wald? Dazu verdammt für immer in der Dunkelheit zu schmoren, selbst noch lange nach ihrem Tod? Wenn sie starb ohne ihren Wald gefunden zu haben, würde sie niemals Ruhe finden. Keine Baume die ihre Energie aufnehmen und sie zu einem Teil von sich würde machen können. Keine Wurzeln die ihre ausbleichenden Gebeine umschlingen könnten, wie ein behagliches Nest.
    Sie würde sterben. Alleine und ohne Heimat. Ganz, ganz bestimmt.


    Im Laufe des Tages war Kajuna bei dieser kleinen Baumgruppe angekommen, nachdem sie wieder halb Wahnsinnig vor Angst über die riesige Ebene gerobbt war. Noch immer hasste sie es mehr als alles andere über ungeschütztes Terrain zu laufen, zu sehr hatte ihre Mutter ihr immer und immer wider eingetrichtert, dass einem die Götter dann in den Kopf schauen und ihre Gedanken stehlen konnten.  Etwas das sie nun wirklich nicht wollte. Darum hatte sie sich aber dazu entschieden die Nacht abzuwarten, wenn es dunkler war und dann ihre Reise fort zu setzen, wenn ihr Kopf besser vom Himmel geschützt war.
    Zwischen den Wurzeln, hatte die kleine Wölfin sich eine Kuhle begraben um sich dort hinlegen und etwas dösen zu können. Der Platz war nicht optimal, denn Farne gab es hier nicht wirklich unter die sie sich hätte schieben und da ihren Schlafkessel hätte ausgeben können, aber es würde zumindest vorerst reichen.
    So schön eingerollt, die Nase unter der flauschigen Rute vergraben hatte die junge Fähe viel gedöst , oder mit dem Kopf auf dem Rand des Kessels ihren Gedanken nachgehangen. Dem Furcht erregenden Riesen zum Beispiel, der ulkig bunten Wölfin mit den zweifarbigen Augen, oder aber dem Roten Rüden, den sie auf den Ebenen begegnet war. Ob sie einen von denen wieder sehen würde? Wenn es nach Kajuna ging, würde sie auf den Grauen verzichten können. Immerhin hatte er ihr Fell ausgerissen und ihr mehr oder weniger zu verstehen gegeben, dass er sie auseinander nehmen würde, wenn sie ihm noch mal so nahe vor den Fang kam.
    Die Bunte schien ganz nett gewesen zu sein, immerhin hatte diese sich zwischen sie und den Riesen gestellt. Bei dem Gedanken an ihre äußerst undankbare Flucht klappte Kaju nur die Ohren an und wünschte sich, sie hätte sich dafür bedanken können. Aber in dem Moment war die Angst einfach zu übermächtig gewesen. Hatte sie dazu angetrieben zu flüchten und sich aus dem Staub zu machen, nur um dann wieder in den Riesen hinein zu rasen und sein Fett weg zu bekommen.


    Irgendwo zwischen dem Gebrüte über die Bunte und den Gedanken an Aska Rim und sein wunderliches Verhalten, musste Kajuna wieder eingedöst sein. Zumindest so lange, bis der Regen die zierliche Fähe weckte und der grollende Donner sie kerzengerade in ihrem Nest stehen ließ.
    Ihr seidiges, hellbuntes Fell sträubte sich in alle Richtungen, die Ohren gespitzt und die Augen weit aufgerissen, stand die Pupillen sicht mehr als Stecknadel Köpfe waren.
    Die Erinnerungen an das Unwetter, dass sie ihre Familie gekostet hatte drohten über Kajuna zusammen zu brechen, da wurde sie doch ziemlich unsanft aus ihrem Strudel der Gedanken heraus gerissen.

    "Uff..."

    Entwich es ihren Lungen, als ein kleiner, patschnasser Blitz wie aus dem Nichts auf sie zu schoss und auch schon von den Pfoten riss. Unsanft, landete die Wölfin auf dem von Regen durchtränkten, glitschigen Boden.

    "Bei den Göttern... der Himmel fällt uns auf den Kopf..."  Flüsterte die Fähe in Angesicht dessen, dass sie gerade umgerannt worden war. Vielleicht war das ja ein Gott persönlich, der gekommen war um sie zu holen. Sie hatte doch von Anfang an gewusst das es ne ganz dumme Idee gewesen war sich hier auszuruhen. Sie hatten ihr in den Kopf gesehen und gemerkt das sie nicht mehr die Stimme ihres Waldes hörte. Und damit beschlossen das sie sie jetzt genauso gut fressen konnten. Sie war noch nicht bereit von Göttern gefressen zu werden. Wenn sie ehrlich war wollte sie das überhaupt nie, niemals! Denn dazu konnte man gar nicht bereit sein.

    Was die Fähe jetzt jedoch stutzig machte, war das "Auuuu" der hellen, noch kindlich klingenden Stimme. Kajunas Ohren wandten sich der Stimme zu, dann drehte sie den ganzen Kopf.


    Ein Welpe...


    Schoss es ihr durch den Kopf. Da war ein Welpe in sie hinein geraucht. Jetzt verstand sie nun wirklich gar nichts mehr. Wollten die Götter sie damit täuschen und in die Irre führen? Langsam erhob sich Kajuna und wandte sich ganz dem jungen Rüden zu, der so vor ihr stand. Der Regen prasselte nun unerbittlich vom Himmel, aber die Fähe war schon aufgrund ihres Alters  mehr an die klimatischen Bedingungen angepasst und so war es nur ihr Deckhaar was nass war. Zumindest würde es so bleiben, wenn sie sich wieder artig in ihrem Kessel zusammen rollte und die Angriffsfläche des Regens so verkleinerte.
    Wie der Kleine so vor ihr war, zusammen gekauert, mit angeklappten Ohren und sie bat ihn nicht zu fressen, verstand Kajuna nun wirklich die Welt nicht mehr. Bis jetzt hatte sie doch immer gedacht das alle sie fressen wollen.

    "Ääääh..."

    Sehr schlau Kajuna. Wirklich. Sehr, sehr schlau.


    "Ich... fresse doch keine Wölfe...  Bist du ein getarnter Gott der gekommen ist um mich zu fressen? Wenn das so ist: Ich schmecke wirklich ganz, ganz furchtbar." Versicherte sie eifrig nickend, während der Regen ihren Fang herunter lief und schließlich am Kinn auf den Boden perlte.

    "Ich hab mir nicht weh getan und du?" Fragte sie vorsichtig nach. Falls er wirklich ein Gott war konnte sie ja wenigstens nett fragen. Vielleicht würde er dann davon ablassen sie zu verspeisen.


    lieg in einer mulde / grübelt herum / döst/ wird vom gewitter wach / wird umgerannt / denkt Lucca sei ein Gott der sie fressen will
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    BeitragThema: Re: Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder   28.09.16 23:02

    Irgendwie beschämt über seine kopflose Flucht und das darauf folgende Malheur, die Wölfin zusammen gerannt zu haben, wagte der Welpe nur allein mit seinem Augenlicht nach oben zu spähen. Seine Haltung blieb geduckt. Auch hatte er immernoch Angst, die Fremde würde ihn für seine Unachtsamkeit strafen, in dem sie ihn mit ihren spitzen Zähnen Manieren beibringen wollte. Dabei war es doch keine Absicht! Das kleine Wölfchen war am Zittern. Nicht nur der Kälte wegen, die ihm dank der Nässe selbst in die kleinste Muskelfaser zog, sondern ebenso wegen der Angst, die ihn aufgrund des noch Kommenden beschlich. Innerlich betete er zu den Göttern, dass seine Strafe nur aus einem Davonjagen bestehen möge. Aber als die große Wölfin den Fang öffnete, machte sich Lucca schon auf das Schlimmste gefasst …
    Eines der plüschigen Wolfsohren stellte sich verwundert auf, als die eher unsichere Stimme der Fähe einen verwirrten Laut von sich gab. Der bedrohliche Schatten fiel von ihrem Gesicht und entblößten dem Welpen – der nun einen genaueren Blick wagte – zwei leuchtend braune Augen, die ihn verwundert ansahen. Kam es ihm nur so vor, oder war das eine Auge heller als das andere? Der Waldgeist erlaubte es sich, seine demütige Haltung ein wenig zu entspannen, um die Fremde vor ihm genauer mustern zu können. Sie war kleiner als sein Mentor Alistor, aber größer als er selbst. Aber das war auch keine Kunst. Alle waren größer als er. Sie hatte ein helles, braunes Fell und, was Lucca dankbar beruhigte, eine freundliche Ausstrahlung. Nun klappte auch sein anderes Ohr nach vorne, um ihren Worten zu lauschen. Verwirrt über die Annahme, er könne ein Gott sein, der andere Wölfe frisst, neigte er den Kopf mit einem fragenden Ausdruck zur Seite.

    “Also … ich glaube nicht, dass ich ein Gott bin. Zumindest hat Alistor sowas nie gesagt. Und davon hätte er mir ganz bestimmt erzählt.“

    Lucca kniff ein wenig die Augen zusammen, während er in seinen Erinnerungen danach suchte, ob sein Mentor jemals so etwas auch nur erwähnt hatte. Er fand jedoch nichts. Nur Geschichten über die Götter, die er Graupelz ihm damals immer erzählte. Auch die Waldgeister, soweit er sich erinnern konnte, haben ihn niemals als einen Gott bezeichnet.

    “Und die Geister haben mich auch nie so genannt. Außerdem wäre ich doch viel zu klein für einen Gott, oder? Ich dachte immer, die seien so groß und erhaben und stünden über allen Dingen … ich steh eher unter allen.“

    Bei den letzten Worten grinste er über den kleinen Witz, den er gerissen hatte. Der Welpe erhob sich auf alle vier Läufe und schüttelte den nassen Pelz, was (gelinde gesagt) genauso viel brachte wie ein Hamster in der Mikrowelle. Weniger Durchnässt war er dadurch nicht und der Pelz hing ihm genauso schwer vom Körper. Dann trat er einen Schritt auf die fremde Fähe zu – seine Scheu hatte er schon verloren. Wenn jemand genauso viel Angst davor hatte, von anderen gefressen zu werden, konnten sie sich auch zusammen tun. Die buschige Rute schwang sachte hin und her, die Ohren waren aufmerksam aufgestellt und der bernsteinfarbene Seelenspiegel ruhte neugierig auf der braunen Wölfin.

    “Ich heiße Lucca. Und du? Wohnst du hier? Ist das dein Revier? Bist du ein Gott der andere Wölfe frisst? Gibt es hier überhaupt was zu fressen?“

    Zugegeben, das waren viele Fragen auf einmal, selbst für den Miniaturwolf. Aber das ganze verfolgte unbewusste einen Sinn: Er wollte sich von dem Unwetter ablenken, dass immernoch über die Landschaft tobte. Wind und Regen waren nicht das große Problem, aber …
    Erneut dröhnte ein Donnerschlag, aufgefangen von dem gewaltigen Steinmassiv und zurückgeworfen in die offene Ebene. Ein Zucken ging durch den dünnen Welpenkörper, als würde er jeden Augenblick wieder das Weite suchen. Doch diesmal hatte sich Lucca im Griff. Er konnte verhindern, dass seine Beine mitsamt ihm selbst Reißaus nahmen. Als Kompromiss presste er sich so eng wie es ging an den matschigen Boden und verdeckte seinen Nasenrücken mit den Vorderläufen. Ein leises Wimmern war von dem Fellbündel zu hören.

    “Alles gut, alles gut. Nicht schlimm. Keine Angst, das hört gleich wieder auf. Alistor wo bist du? Sag den Göttern sie sollen damit aufhören … bitte ...“

    Wo er doch eigentlich so ein tapferes Wölfchen war. Es war ihm selbst ein wenig peinlich, vor der Fremden so einzuknicken. Aber was sollte er machen? Der laute Donner war so angsteinflößend. Wenn doch jetzt nur der Alte dagewesen wäre. Bei Gewittern hatte er dem Jungspund immer eine Geschichte erzählt, so dass er nicht auf das Grummeln im Himmelszelt achten musste. Jetzt aber war er allein. Ganz allein. Eine Erkenntnis, die ihn gerade übermannte. Wo war sein Mentor hin? Wieso hatte er nicht mitbekommen, wie er verschwand? Die Geister hatten ihn geführt und da hatte er nicht mehr auf Alistor geachtet und dann war er plötzlich nicht mehr da. Nur noch die Geister. Aber die waren jetzt auch nicht mehr da. Alle waren sie weg und haben ihn alleine gelassen! Das Wimmern wurde ein wenig wehleidiger. Der Donner war schon längst vorbei gezogen und verstummt, aber Lucca kauerte immernoch wie ein Häufchen Elend am Boden.

    Fragt Kajuna aus, erschrickt wieder von dem Donner | Kajuna
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    BeitragThema: Re: Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder   29.09.16 23:10

    Als Tyrha vor ihr wieder zum sprechen ansetze, löste sich die ganze Situation. Catoris Ohren klappten nach vorne und interessiert lauschte sie der bunten Wölfin. Jeder hatte Gründe für sein Handeln. Als sie dann ihre Einstellung erklärte trat Catori wieder näher. Schweigend und doch aufmerksam. Diese offene, jetzt sehr herzlich wirkende Wölfin hatte etwas an sich das Catori faszinierte. Dieser offensichtliche Tatendrang, diese Begeisterung. Unwirkürlich fragte sich der Waldgeist ob Tyrha nicht doch das Potenzial zu einer Leitwölfin hatte.

    Dann erzählte sie von ihrem Vorhaben und Catori folgte dem Blick der bunten Wölfin. Der Berg habe sie alle gerufen, sagte sie und der Walgeist klappte die Ohren nachdenklich zur Seite. Sie wollte zu genau jenem berg bevor sie die Fährte von Tavis gefunden hatte. Sollte das also wirklich Schicksal sein? Sie wandte den Blick nicht vom Berg ab. Eine unsichtbare last aus Zweifeln hatte sich über Catori gelegt. War das hier das was sie gesucht hatte? Sollte sie mit diesen Wölfin ihre Bestimmung finden? …werden wir keine antworten finden, hallte die Worte von Tavis in ihrem Kopf nach und sie warf den Rüden einen undefinierbaren Blick zu. Catori machte weitere Schritte auf die Wölfe vor sich zu und warf dann beiden einen Blick zu. Wovor hatte sie Angst? Sie lauschte Tyrhas vorantreibenden Worten. Sie riefen also? Catori konnte ein Lächeln nicht verkneifen. Wie konnte Catori bei dieser Begeisterung nein sagen. Auch Tavis schien der Aufbruchlust verfallen zu sein, er wirkte unruhig und aufbrechwütig. Nachdem er Tyhra seine Begleitung verkündete nickte Catori mehr für sich selbst. “Wie könnte ich nein sagen. “ antwortete sie endlich und löste damit ihr langes schweigen. Ihr Blick legte sie auf tavis und nickte ihm freundlich zu.

    Mit der Antwort löste sich auch das Gefühl der Last. Was brachte es sich jetzt über falsche Entscheidungen zu sorgen, oder sich zu fragen ob das der Weg war? Ihr antwort hatte sich richtig angefühlt und das war es doch was zählte. Sie war damals gegangen um ihrem Gefühl zu folgen, dann sollte sie jetzt nicht zögern. Sie würde mitgehen, einfach so und ihre Freiheit genießen. Sie lächelte nun die beiden Wölfe vor sich an als sie endgültig zu ihnen kam. “Gewissen Rufen sollte man folgen! auch auf mcih hat der berg eine gewisse anziehungskraft gezeigt.“ meinte sie an Tyhra gewand und hob danach den Kopf in den Wind. Sie war hoffnungsvoll und optimistisch. Das hier war der Beginn von etwas Neuem. Ein Neubeginn und vielleicht auch einfach das Schicksal. Wenn das hier Catoris Weg war würde sie ihm folgen.



    ist in Gedanken versunken | zögert aus plötzlich aufkommenden zweifeln | lässt sich von Tyhras udn tavis aufbruchstimmung anstecken | willigt ein Tyhra zu begleiten
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    Kajuna Feykro

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    BeitragThema: Re: Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder   02.10.16 20:23

    Kajuna stand noch immer vor dem Welpen und betrachtete ihn mit wachsamen Interesse. Ihre Ohren waren gespitzt, wanderten aber wie zwei große Satellitenschüsseln immer von der einen Seite zur anderen. Wie immer darauf bedacht jedes, noch so kleine Geräusch um sie herum auffangen und analysieren zu können.
    Aber abgesehen vom Regen und dem auf die Erde prasselnden Wasser, dem johlenden Wind, war nichts mehr zu hören, seitdem der letzte Donner die Erde hatte erzittern lassen. Und der Schrecken darüber saß der jungen Fähe noch immer sehr tief in den Knochen. Wie scharfe Klingen waren die Geräusche in ihren Körper gefahren und hatten sie gepeinigt.
    Aber bei dem Anblick des Welpen, regte sich etwas in Kajuna. Etwas was sie nicht kannte, geschweige denn jemals hätte sagen können, dass sie es schon mal gefühlt hatte. Es war wie eine Art.... Wie nannte man das denn? Ach genau! Es war wie ein Zwang, der beinhaltete auf den Welpen aufzupassen und vor allem: ihm nicht weh zu tun.

    Fragend betrachtete die Fähe den Welpen, der inzwischen aufgesprungen war. Seine Scheu schien er vor ihr verloren zu haben und seine Rute pendelte stetig hin und her wie ein Uhrwerk. Auch schien er mit seiner Scheu auch den Stöpsel für seine Schnute verloren zu haben, denn er begann aufgeregt herum zu quasseln. Aber das war etwas was die junge Fähe nicht als sonderlich schlimm empfand, ganz im Gegenteil, es lenkte doch enorm von der Nässe ab, die ihr die Kälte in den Pelz trieben, selbst wenn sie, geschützt durch ihre Unterwolle trocken blieb.
    Ihr Hirn speicherte sich den Namen "Alistor" ab, um später heraus finden zu können wer das war, bzw den Welpen gegebenenfalls zu seinen Eltern zurück bringen zu können. Denn auch wenn er schon nicht mehr klein, rund und flauschig war, so war der Welpe doch ganz eindeutig noch nicht alt genug, um alleine in der Weltgeschichte herum zu spazieren, erstrecht nicht in diesen Zeiten, wo der Untergang der Welt ganz unmittelbar vor der Tür zu stehen schien.

    Die ganze Körperhaltung des Fähe änderte sich und wurde weicher, während ihre Rute sachte zur Erwiderung ebenfalls hin und her pendelte. Das schien auch zu diesem Zwang zu gehören, den Welpen tüddeln zu wollen. Ebenso wie das Lächeln um ihre Lefzen, angesichts des kleinen Witzes den er gerissen hatte. Auch wenn er nicht sonderlich gut war, fand die Fähe es trotzdem ulkig. Vielleicht entlockte ihr aber auch nur der belustigte Ausdruck des Welpen eben dieses grinsen.


    Vielleicht sagst du das ja aber auch nur, um mich in Sicherheit zu wiegen und mich dann wenn ich unachtsam bin doch mit nur einem Happs zu verspeisen. Aber wie ich schon sagte, ich schmecke gewiss ganz furchtbar... Entgegnete sie und grinste nun abermals, ehe sie die unterschiedlich farbigen Iriden zusammen kniff, um den Tröpfchenhagel aus Luccas Fell zu entkommen. Das Schütteln würde ihm nichts nützen, wenn er weiter hier draußen herum stand und sich einweichen ließ.

    Wo ist deine Familie? Hast du sie in dem Unwetter verloren? Fragte die Fähe nun und reckte nun den Kopf, während sie den Kopf nach hinten drehte um in die gruselige Ferne schauen zu können. Die Pommestütenohren waren gespitzt, konnten aber wieder nichts anderes als den Regen wahr nehmen. Erst dann, als sie sich ganz sicher war, das da niemand war, widmete sie sich wieder ihrem kleinen Findling und hörte ihm bei seinen vielen Fragen zu. Davon konnte einem ja wirklich der Kopf rauchen, so viele Fragen waren das. Dennoch bemühte sich Kajuna auch alle zu beantworten und hoffte auch, dass sie sich das alles merken konnte.

    Mein Name ist Kajuna Feykro. Aber du kannst auch einfach nur Kajuna sagen, dass macht jeder... Naja, nicht das ich viele Wölfe kennen würde..."

    Die kleine, zierliche Wölfin wiegte den Kopf nachdenklich hin und her, ehe sie weiter antwortete. Viele Wölfe kannte sie wirklich nicht. Aber ihre Familie hatte sie eigentlich nur beim vollen Namen gerufen, wenn sie irgendwas ausgefressen hatte.

    Nein, dass ist nicht mein Revier, ich bin eigentlich nur auf der Durchreise und wollte warten, bis die Sonne nicht mehr am Himmel steht, bis es dunkel und Wolkenverhangen ist, damit die Götter mir nicht mehr in den Schädel gucken können, wenn ich die Ebene überquere. Damit war dann hoffentlich auch die Frage beantwortet, dass sie kein Gott war der andere fraß.

    als der Himmel zu erneuten, unvorhersehbaren Gebrüll ansetzte, blieb die kleine Fähe an Ort und Stelle stehen, zuckte jedoch so heftig in sich zusammen, das ihre Beine leicht angewinkelt blieben. Die Rute hin zuerst schlaff herunter, ehe sie sich steil aufrichtete. Die braunen Seelenspiegel waren wieder weit aufgerissen und die Pupillen wechselten von weit und kugelrund, zu winzig wie Stecknadelköpfchen. Kajuna hasste Gewitter wirklich so sehr... Aber als ihr Blick auf den Welpen fiel, wusste sie zumindest das sie damit nicht alleine war. Klein hatte sich der Findling zusammen gekauert und versteckte seine Schnute unter den Pfoten.
    Ein tiefes, besänftigendes Brummen rann aus der Kehle der kleinen Wölfin und sie stakste etwas unbeholfen im Angesicht der eigenen Angst zu Lucca herüber, wo sie ihm einmal über den Kopf leckte.

    Ganz ruhig, es zieht schon weiter das Gewitter, siehst du?
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    BeitragThema: Re: Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder   08.10.16 23:39

    Wäre der Boden noch etwas weicher gewesen, dann hätten die schlanken Läufe die kurze Welpenschnauze wahrscheinlich darin versenkt, so fest pressten sie sich auf den Nasenrücken. Die viel zu groß geratenen Ohren waren eng an den Kopf angelegt und die buschige Rute klemmte zwischen den Hinterbeinen. Erst als Lucca einen sanften Druck auf seiner Stirn spürte, wagte er es, nach oben zu schielen. Die braune Wölfin stand nun direkt vor dem Welpen und musste ihm wohl einmal mit der Zunge über den Schädel gefahren sein, zumindest dachte Lucca, dass es sich so angefühlt hatte. Das Brummen der Fähe zeigte Wirkung. Er hörte auf zu zittern und die Ohren stellten sich wieder etwas aufrechter hin.

    “Das ist ein schöner Name ...“

    nuschelte er unter seinen Läufen hervor. Zögerlich linste der Welpe zum dunklen Himmel hinauf, als wolle er prüfen, ob sich da noch irgendwo ein weiterer Donnerschlag zwischen den dicken Wolken versteckt hatte. Scheinbar nicht. Es blieb ruhig – so ruhig wie es bei dem Wind und dem prasselnden Regen sein konnte. Trotzdem traue der Miniaturwolf der Situation noch nicht so ganz. Außerdem war da etwas, was die Wölfin vorhin sagte, was ihn ein bisschen beunruhigte: „... damit die Götter mir nicht mehr in den Schädel gucken können.“ Er löste die Pfoten von seiner Schnauze und krabbelte näher zu Kajuna, als wolle er sich unter ihr verstecken. Nicht, dass er irgendwelche besonderen Gedanken zu verbergen hätte. Lucca war, was die Götter anging, ein sehr überzeugter Wolf. Er glaubte Felsenfest an ihre Existenz, so, wie er auch an die Waldgeister glaubte. Und er war bestrebt, nichts zu tun, was sie erzürnen könnte. Nur manchmal schien das nicht zu klappen, oder wieso sollten sie ihn sonst mit Gewittern bestrafen? Dennoch war der Gedanke, jemand könnte in sein Köpfchen spickeln, unangenehm.
    Allmählich wurde der starke Regen richtig unangenehm. Der Welpe war bis auf die Haut durchnässt und der eklige Wind brachte eine gewisse Kälte mit sich. Er wünschte sich just in diesem Moment eine trockene kleine Höhle oder Mulde, in der er sich zusammenrollen und den Geschichten seines Ziehvaters lauschen konnte. Der Gedanke daran erinnerte ihn an eine der Fragen, welche die Braune ihm gestellt hatte, bevor der Donner ihn zusammenfallen ließ.

    “Ich weiß nicht wo Alistor ist. Er war weg, bevor das Gewitter angefangen hat. Bestimmt hat er sich eine trockene Kuhle gesucht und wartet, bis die Sonne wieder scheint, um mich dann zu suchen – hoffe ich.

    Die Ohren des Welpen knickten traurig ein. Er vermisste seinen Mentor. Wäre das Gewitter jetzt schon vorbei, dann hätte er sich schon längst auf die Suche nach dem alten Graupelz gemacht. Er wäre den kompletten Weg zurück gelaufen, genauso wie er ihn gekommen war. Lucca war sich zwar nicht sicher, ob er genau den gleichen Weg wieder finden würde, denn er lief alles andere als geradlinig durch die Weltgeschichte, aber die ungefähre Peilung hatte er ja noch. Aber bis dahin …

    “Können … können wir uns eine trockene Stelle suchen? Es ist nass und kalt und in meinen Kopf sollen die Götter auch nicht schauen.

    Einen Unterschlupf oder auch nur etwas zum Unterstellen auf dieser Ebene zu finden, war gar nicht so einfach. Das weitläufige Tal bot hier und da mal einen Baum, vielleicht auch zwei oder drei. Da war die kleine Baumgruppe, die sich bei den beiden Wölfen befand schon ein richtiger Glückstreffer. Und dorthin zu gehen, darauf spekulierte das Wölfchen ganz stark. Sicherlich gab es dort ein paar Wurzeln, unter die man sich quetschen konnte, um wenigstens dem gröbsten Regen und dem Wind zu entgehen. Erwartungsvoll richtete Lucca den Blick hoch zu Kajuna.
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    BeitragThema: Re: Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder   16.10.16 8:33

    Kajuna betrachtete den jungen Welpen, den sie nun auf diese seltsame Art und Weise gefunden hatte. Oder eigentlich hatte mehr er, sie gefunden. Zu allererst neigte sich der Kopf der jungen Fähe etwas, ehe er sich dem Himmel zuwandte. Einige Augenblicke verweilten die braunen Seelenspiegel der Fähe auf dem wattigen Schwarz, dass man zwischen den Blättern hindurch sehen konnte. Die Regentropfen tragen auf Kajunas Nase und Fang, von wo aus es als dünner Faden in ihrem dichten Halsfell verschwand.
    Sie dachte nach, lauschte. In der Hoffnung vielleicht doch wieder eine jener Stimmen zu hören, die sie zu ihrem Wald führen sollten. Oder gar einen Gott, der ihr eine Aufgabe auftrug. Ihr sagte was sie jetzt tun sollte. Doch bis auf das Prasseln des Regens konnte die kleine Fähe nichts hören. Alles blieb stumm. Die Geister, die Götter, ihr Schädel.
    Nicht aber der Findling der sich inzwischen wieder aufgerichtet und zu ihr herüber gekrochen gekommen war.

    Kajuna eiste ihren Blick vom Himmel los und wandte die unterschiedlich farbigen Iriden nun zu Lucca herunter. Er sah ziemlich erbärmlich aus, so nass und verängstigt wie er war. Und auch erst jetzt, wo er näher an ihr dran war, entdeckte die Herbstliche, dass der Findling auch noch blind zu sein schien. Wieder neigte sie den Kopf ein bisschen und ließ es doch tatsächlich zu, dass er sich bei ihr versteckte. Ein Verhalten das sie einerseits an sich selbst irritierte und andererseits auch wieder nicht. Aufmerksam hörte sie Lucca zu, wie er ihr erzählte, dass er seinen ....Mentor... was auch immer das auch war... verloren hatte und beim Verschwinden der Regenwolken auch gleich wieder suchen wollte.
    Auch wenn Kajuna nicht ganz genau wusste, was denn ein Mentor war, so erschloss sich ihr doch der Sinn des ganzen. Und wenn sie Lucca so weiter betrachtete, dann schien er Alistor doch auch sehr zu vermissen. Die eingeknickten Ohren und das auch sonst eher klägliche Aussehen ließen jedenfalls keinen Zweifel daran, dass es so war.
    Ihr jedenfalls, tat der Findling leid und sie beschloss sich um ihn zu kümmern, bis sie seinen Mentor wieder gefunden hatten. Unabhängig davon, ob sie nun die Götter hören konnte, oder aber nicht.
    Vielleicht war das ja ihre Prüfung, die es zu bestehen gab, ehe die Götter ihr wieder erlaubten die Stimmen der Geister zu hören, damit sie ihren Wald auch finden konnte. Abermals jagte ein kleiner Schauder über den Körper der Fähe, als sich der Gedanke in ihrem Kopf manifestierte, sie könnte ohne Wald sterben. Kajuna wollte nicht in der Unendlichkeit verloren gehen.


    Ihre unterschiedlich farbigen Seelenspiegel legten sich nun auf den tropfnassen Welpen und schienen dabei nicht eine Spur von Unbehagen, oder Misstrauen auszustrahlen. Es blieb ihr wahrlich ein Rätsel warum sie das so ohne Widerstreben tat. Aber verdammt noch eins... und das dachte sie erst nachdem sie sicher gegangen war das ihr niemand in den Kopf schauen konnte... wenn dieser Welpe Hilfe brauchte, dann würde sie ihm auch helfen.

    Können wir. Ich habe eine... Mist ... Den Satz konnte sie bei dem Blick auf ihre mit Wasser voll gelaufene Mulde nun nicht mehr aussprechen. Mit einem Schnaufen wandte sich die zierliche Fähe nun wieder ihrem Findling zu.

    Mein Kessel hat sich mit Wasser gefüllt. Ich schätze wir müssen eine neue Stelle suchen, um einen neuen zu graben. Sie musterte den Welpen kurz um sich ihrer Vermutung sicher zu sein. Und ja, sie war sich sehr Sicher.
    Hat dir dein Alistor auch das Ausheben von Schlafkesseln beigebracht? Du bist doch ein Waldgeist, oder?

    Die Fähe wandte ihren misstrauischen Blick wieder nach oben gen Himmel, damit sie die Wolken besser sehen konnte.

    Eigentlich wäre das ein sehr guter Zeitpunkt um eilig über die große Ebene zu ziehen. Wenn der Himmel wieder klar und die Wolken verschwunden sind, können uns die Götter ungehindert in die Schädel schauen.

    Der schmale, wohl geformte Kopf wanderte wieder zu Lucca. Aber ich denke es kann auch nicht schaden wenn wir uns ausruhen und warten bis das Unwetter vorbei ist. Danach können wir denen Alistor suchen, wenn du möchtest. Folge mir Lucca, wir suchen einen Unterschlupf. sprach sie sanft und setzte sich Punktum in Bewegung. Man würde nicht sagen können das sie elegant lief, denn dazu zerrte das Unwetter selbst viel zu heftig an ihren Nerven, aber es war doch sogar irgendwie... entschlossen.
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