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     Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder

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    Tyrha Smýdur

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    BeitragThema: Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder   25.06.14 21:20

    K A P I T E L 2
    "Der Zwischenfall an der Rudelhöhle hat alle Anwesenden aus dem Ruder geworfen. Einige haben sich entschlossen, sich dieses Phänomen einmal aus der Nähe anzusehen. Die Temperaturen sind am Fuße und Umland des Berges angenehm warm mit etwa 12 Grad, fallen allerdings je weiter man den Wipfel hinaufsteigt, weiter gen 0 Grad und darunter. "


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    Auf dem Weg zur Weltenspitze....
    Pure Aufregung und Abenteuerlust stand der Fähe ins Gesicht geschrieben, als sie vergeblich versuchte von ihrem höheren Standpunkt eine bessere Sicht zu ergattern. Ihre Rute schnellte wie wild hin und her und mit einem Ausruf der Entrüstung, bahnte sie sich ihren Weg zurück vor den Höhleneingang und sah schließlich, wie Brandur einfach lospreschte.

    “Brandur! Warte!“

    rief sie ihm hinterher und sah zwiegespalten zwischen ihm, der bereits deutlich Strecke machte, Seraq und der Karamellwölfin in der Höhle hin und her....und entschloss sich dann ohne größere Umwege mal von ihrer anfänglichen Dominanz, die ja anscheinend bei ihr gefruchtet hatten, Gebrauch zu machen. Sie alleine hier liegen zu lassen, wäre ihr nicht im Ansatz in den Sinn gekommen.

    “Los Mädchen, aufstehen! Ich lass dich hier auf keinen Fall alleine! Wir stehen das gemeinsam durch.“

    fauchte sie die Fähe an, zog sie allerdings beinahe sanft mit den Zähnen auf die Füße und zerrte sie dann hinter sich her, bis sie kurz vor dem Höhleneingang von ihr abließ.

    “Los, auf geht’s! Nicht den Anschluss verlieren, lasst uns ein Abenteuer erleben!“

    jauchzte sie gleichermaßen Sareq und der Fähe zu und sprang dann mit Riesensprüngen voran um nicht den Anschluss an den Hünen zu verlieren. Der gleichmäßige Trab, der der Graue beschritt, war für Tyrha, mit ihren deutlich kürzeren Beinen schwer zu halten, weswegen sie – als sie ihn endlich eingeholt hatte – in einen hoch gesprungenen Galopp fiel, der es ihr ermöglichte mit ihm auf einer Höhe zu bleiben. Ihr Blick suchte kurz den Seinen um zu sehen, wie er das Ganze wohl anging, konnte aus seiner verschleierten Miene aber genauso wenig lesen, wie die Male zuvor. Ein Schmunzeln folgte, ehe sie den Kopf gen Himmel reckte, sich kurz ihr Ziel in der Ferne einprägte und schließlich ihren Blick über die hiesige Landschaft streifen ließ. Die viele Feuchtigkeit, hatte alles in eine gläserne Landschaft verwandelt und noch hatte die Sonne genug Kraft, nun langsam kleinere Nebelschwaden über schnell erwärmbaren Oberflächen zu bilden. Ein tolles Bild....aber lange würde Tyr sich daran nicht erfreuen können. Dafür war der Weg zu weit, den sie alle vor sich hatten. Zwar saß ihr der Schreck von dem Knall noch in den Gliedern, aber sich darüber den Kopf zu zerbrechen, war nicht ihre Art. Und würde es wohl auch nie werden. Erst jetzt, da sie etwas vor gelaufen war und kurz angehalten hatte um Brandur herantreten zu lassen, schenkte sie ihm wieder ein Lächeln.

    “Ragnarök, mh? Na, wenn dem so sein sollte werde ich mir deine Vergeltung an Fenris Hintern aber sicher nicht entgehen lassen.“

    meinte sie herzlich und warf sich freundschaftlich mit ihrer Schulter gegen die des Rüden – welche ihr wie eine Wand aus grauem Fell erschien und sich auch so verhielt.

    zieht Stygma mit [abgesprochen]| ermutigt die Beiden zu folgen | spricht dann Brandur an

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    Stygma Fides

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    BeitragThema: Re: Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder   26.06.14 13:45

    Es hatte lange gedauert bis sich Stygma dazu entschieden hatte Brandur zu folgen. Noch ein wenig länger hatte es gedauert bis sie schließlich in der Höhle angekommen war, die zwischen Wurzeln und Baumstämmen versteckt lag. Mit gesenktem Kopf hatte sie die Höhle betreten und sich nahe am Eingang eine Kule gesucht in der sie sich dann still zusammen gerollt hatte.

    Sie hatte nicht das Bedürfnis sich weiter mit Tyrha auseinander zu setzten. Sie wusste nicht einmal warum sie sich dazu entschieden hatte beiden zu folgen, das war eigentlich gar nicht ihre Art. Sie hatte die Einsamkeit immer aller Gesellschafft vorgezogen. Warum nicht auch dieses Mal. Irgendjemand hatte ihr mal gesagt, dass Nichts auf Erden ohne Grund geschieht und das hier musste wohl ein mehr als treffender Beweis dafür sein.
    Verstört wandte sie sich um als ein goldfarbener Rüde die Höhle betrat. Seine Stimme ließ ihr Schauer über den Rücken jagen. Seine Stimme hatte etwas einnehmendes, beeinflussendes und auch wenn sich alles in ihr dagegen sträubte so war er ihr sympatisch. Schnaubend wandte sie sich ab.  Sie verbot sich selbst der Unterhaltung weiter zu lauschen. Das waren alles Dinge die sie nichts angingen und eigentlich plante sie  zu verschwinden wenn das Wetter besser wurde.

    Von wegen!!! Sie hatte mitbekommen wie die Stimmung sich wandelte und dann war sie auch schon von Tyr gepackt worden. Knurrend hatte sie sich gewehrt aber die Bunte hatte ihr keine Chance gelassen sich zu wehren und auch wenn ihr Kopf sich sträubte zu folgen so zog sie doch etwas magisch an und sie konnte nicht anders als den anderen zu folgen.

    In einem flinken Trott folgte sie den anderen. Die Bunte und das Fenriskind konnte sie vor sich ausmachen wo aber das Goldkehlchen geblieben war konnte sie nicht sagen. Ihn sah sie nicht. Vielleicht lief er im Dickicht neben ihr oder war hinter ihr. Ihr Kopf war zu voll von den Stimmen die sich in ihr darum stritten wer der größere Idiot war. Der der sie animiert hatte zu laufen oder der der sie zum Bleiben hatte bewegen wollen. Diese Stimmen schrien so laut dass Stygma Kopfschmerzen bekam. Sie solle umdrehen. Unheil. Unheil. Sie würden sich alle ins Verderben stürzen.

    "SCHNAUZE" schrie die braune Fähe in die Stille des Waldes. Doch die Stimmen in ihrem Kopf wollten  nicht verstimmen.

    war Brandur gefolgt. bekommt von dem Geschehen in der Höhle nicht viel mit. Folgt widerwillig

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    BeitragThema: Re: Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder   28.06.14 20:33

    Kraftvoll, donnerten die Pranken des Rüden auf den matschigen Waldboden. Der dünne Schlamm besprenkelte seine dunklen Läufe, färbte sie heller, kühlte seine Haut. Seine Schulter sandte Wellen, durchaus erträglichen Schmerzes durch seinen Körper.
    Das Rufen Tyrhas bremste ihn nicht. Wenn sie wollte, würde sie ihn einholen können. Er rannte nicht mit vollem Tempo, sondern in einem Dauerlauf, den er notfalls Tage hätte durchhalten können. Nun gut, er hatte ein wenig Vorsprung, aber mit einem kurzen Sprint, würde sie bald wieder an seiner Seite sein…
    Moment mal, warum brachte ihn dieser Gedanke zum Grinsen? Er leckte sich über die Lefzen, wischte sich so selbst das Grinsen aus dem Gesicht und entspannte seine Züge mit aller Gewalt.
    Er sollte dennoch Recht behalten. Tyrha holte ihn ein, lief daraufhin an seiner Seite und zog die Obsidianaugen auf sich. Brandur gab auf ihre Worte hin ein kurzes Kläffen von sich, dass einem Auflachen nahe kam.

    Wenn man den Legenden meiner Ahnen Glauben schenken kann, bin ich sein Nachfahre. Da wird er mir ja hoffentlich eine Audienz einräumen. Ich besorge dir einen Platz in der ersten Reihe.

    So locker und beinahe scherzhaft eben jene Worte auch über seine Lefzen kommen mochten… Tiefe Ehrfurcht erfüllte Brandur beim Gedanken an den so genannten Urahn, der mit Gleipnir in Asgard festgekettet war und auf den Tag wartete, Odin verschlingen zu können.
    Tief in eben all jene Mythologie versunken, entging ihm sogar der Ausruf der Karamellwölfin.

    Alles nur Geschichten, die sie uns Welpen erzählten.

    Sagte er schnell, damit Tyrha ihn nicht für so größenwahnsinnig hielt zu glauben, er sei tatsächlich Fernis Abkömmling. Denn das war er sicherlich nicht. Viel zu blasphemisch wäre es gewesen, sich für den Nachkommen eines Gottes zu halten, welchen Brandur selbst verehrte.

    rennt weiter | spricht wieder mit Tyrha
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    Tyrha Smýdur

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    BeitragThema: Re: Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder   29.06.14 16:52

    Tyrha nickte ruhig, als er von Fenris und dessen Kinder erzählte. Ihr waren diese Geschichten geläufig und die vielen verschiedenen Versionen eben jener Geschichte kursierten schon seit Generationen durch die Herzen aller Wölfe. Während sie weiter neben dem Hünen lief, ergänzte sie um ihr Wissen.

    “Das ist mir nicht alles neu. Uns erzählten sie, zum Geschlecht der Asen zu gehören. Ich glaube, jeder hat so seine Geschichte, mit der er aufgewachsen und gebildet wurde. Ich glaube ebenso wenig wie du, ein direkter Nachfahr zu sein. Aber irgendetwas brauchen wir, woran wir glauben können und womit wir uns identifizieren können.“

    sprach sie ruhig und suchte dabei nicht einmal den Blickkontakt des Rüden -  er reagierte darauf ohnehin nicht. Zumindest nicht in ihrer Gegenwart. Das nun von hinten ertönende „Schnauze“ ließ Tyrha kurz zusammenzucken und einen Blick auf die Karamellwölfin werfen, die ihnen tatsächlich gefolgt war. Ihr Schritt verlangsamte sich und wechselte wieder zwischen ihr und dem Hünen, ehe sie sprach:

    “Warte, Brandur...wir sind nicht alle so eifrige Läufer wie du. Es ist noch ein langer Weg, lass es uns ein wenig langsamer angehen, sonst verlieren wir noch jemanden!“

    ihre Sorge galt vor allem der hübschen Braunen. Sie wirkte mit der Situation gänzlich überfordert und im Geiste derweil so zerrissen, dass Tyrha sich etwas zurückfallen ließ und ihr so etwas näher kam.

    “Hab ich zu laut gesprochen?“

    fragte sie nun sanft und versuchte mit einem aufmunternden Lächeln ihr gegenüber, die herrschende Spannung zu lösen.

    “Verzeih, ich habe deinen Namen vorhin nicht mehr verstanden...“

    Sie hoffte auf eine Antwort der Fähe....sie ständig als „die Karamellwölfin“ zu bezeichnen empfand Tyrha irgendwie als ziemlich umständlich.

    erzählt Brandur ihre Version der Abstammung | lässt sich schließlich zu Stygma zurückfallen

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    Stygma Fides

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    BeitragThema: Re: Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder   29.06.14 20:00

    Noch immer stritten die Stimmen in ihrem Kopf. Hetzten sie auf und beruhigten sie wieder. Rieten ihr umzukehren. Ermutigten sie diese vielleicht einmalige Gelegenheit wahr zu nehmen.

    “Lauf, folge ihnen. Folge dem Fenriskind, er bringt dich vielleicht zu ihm“
    “Lass es, kehr um. Stygma. Unsere Anwesenheit bringt Verderben. Das heißt nicht, dass du ins Verderben laufen musst. Sie und du und ich und wir, werden brennen, bring dich in Sicherheit. Bring uns fort von hier.
    “Ruhe, haltet endlich euer Maul!“ entwich es ihr verzweifelt.

    In Wenigen Augenblicken hatte sich ihr Gesichtsausdruck mehrfach verändert. Sie war schneller und dann wieder langsamer Gelaufen. Getrieben von Euphorie und Panik. Was tun? Was machen?  Sie hatte den Blick gehoben, hatte zur bunten Fähe und dem Fenriskind gesehen. Was war das? Reduzierte Týr da etwas ihre Geschwindigkeit? Warum?
    Unsicher betrachtete Stygma die Fähe die immer weiter zu ihr zurückfiel und anscheinend auch dem Aschewolf gesagt hatte, dass er sein Tempo drosseln sollte. Sie brauchten nicht auf sie warten. Sie wusste doch noch gar nicht ob sie mitkommen wollte.

    Jetzt trabte sie neben der Bunten und erwiderte ihren Blick. Die Wut die sie noch zuvor in den Augen der Fähe gelesen hatte war verschwunden. Ehrliches Interesse lag in ihnen und das verunsicherte die Braune. OB sie zu laut gesprochen hatte? Nein sie sicher nicht.

    “Nein, Tyrha! Nein das ist es nicht, ich kann mich nur einfach nicht entscheiden, ob ich wirklich folgen will oder ob ich nicht doch lieber einfach umkehre und dem einfach aus dem Weg gehe!“

    Sagte sie und wandte sich wieder dem Pfad zu dem Brandur folgte und dem folglich auch sie folgten.

    “Traust du dich nicht ihr zu sagen, dass du nicht alleine bist?“ fragte eine garstige Stimme tief hinten in ihrem Kopf. Stygma schüttelte den Kopf und ihre Ohren zuckten als die Fähe erneut die Stimme erhob.

    “Ich bin Stygma. Ganz einfach nur Stygma“

    Erwiederte sie auf die Worte der Bunten. Sie wunderte sich nicht, dass sie ihren Namen nicht mehr mitbekommen hatte. Das Auftauchen des jungen Außenseiters und das Fortstürmen Brandurs hatten die ganze Aufmerksamkeit der Bunten auf sich gezogen das gingen Fähen wie Stygma eben unter.

    folgt den beidne noch, ist noch immer im stillen Streit mit ihren Stimmen,  antwortet dem Paradiesvogel

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    BeitragThema: Re: Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder   01.07.14 14:03

    Während Brandur seinen Körper durch das Unterholz manövrierte, lauschte er den Erzählungen Tyrhas. War das so? Brauchten sie etwas an das sie glauben konnten? Der Graue schnaubte, beinahe abfällig, diesem Gedanken gegenüber.

    Ist das so? Brauchen wir etwas? Dann denke ich, ich glaube am besten an mich selbst. Ich ziehe fast mein ganzes Leben umher. Und habe nie einen Gott gesehen. Und wenn ich Fehler mache, hab ich wenigstens selber Schuld und weiß wer oder was Schuld trägt, statt irgendwas einem Gott zu zu schieben.

    All das sagte Brandur wieder ruhig und als würde es ihn in keiner Weise aufwühlen. Aber er konnte sich ganz furchtbar über all jene aufregen, die alles den Göttern zuschoben, was ihnen widerfuhr.
    Und schon war Tyrha wieder verschwunden. Definitiv war diese Fähe zu sprunghaft um ein Rudel zu führen. Und das obwohl es tatsächlich darauf hinaus zu laufen schien, dass sich dieser bunte Haufen, der sich da bildete, an ihre Fersen heftete. Mit Ausnahme von ihm natürlich. Er war ja auch nicht bunt.
    Ein wenig missmutig, überlegte er bereits, dass die Sache noch nerviger werden würde, wenn sie ihm gleich mehrere nervtötende Biester auf den Hals hetzte, statt ihn nur allein vergraulen zu wollen. Vielleicht würde er sich doch bei der nächsten Gelegenheit verkrümeln. Er wusste, was seine Nerven dauerhaft aushielten. Und ein ganzes Rudel Wölfe dass ihn verjagen wollte, wäre einfach zu lästig. Ganz klammheimlich würde er sich aus dem Staub machen.
    Und so fing es an, dass sich in seinem Hirn ein Plan manifestierte. Und es musste schnell gehen, bevor er das Bedürfnis entwickelte hier irgendwen beschützen zu wollen.
    Als Tyrha ihn dazu anhielt, nicht so schnell zu laufen, verlangsamten sich seine Schritte tatsächlich mit einem tiefen, schweren Seufzer. Hatte er sie denn gebeten ihm zu folgen? Dennoch blieb er sogar stehen, wandte den Kopf zu der Bunten herum, die auf die Braune gewartet zu haben schien.
    Er lauschte dem knappen Dialog, hatte jedoch nichts dazu zu sagen. Und so schwieg er wieder vor sich hin, während die beiden aufholten und ihn dazu veranlassten, sich wieder in Bewegung zu setzen.


    redet mit Tyr | plant abzuhauen | wartet dennoch auf beide
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    Kajuna Feykro

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    BeitragThema: Re: Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder   02.07.14 19:11

    Wie viele Tage war die junge Fähe unterwegs gewesen, bis sie sich endlich das erste Mal gestattet hatte, den müden Leib nieder zu legen und auszuruhen? Es mussten einige gewesen sein und irgendwann hatte auch der Punkt eingesetzt, an dem Kajuna nicht mehr darauf geachtet hatte, ob es nun Tag, oder ob es Nacht war. Alles war gleich, gleich verschwommen und dunkel. Gleich einem Geist, der ihrer Rasse seinen Namen gegeben hatte, war sie durch das Unterholz des Waldes geschlichen. Lautlos und unsichtbar, da ihr heller Pelz die Lichtpunkte und Sprenkler des durch das Laubdach fallenden Lichtes imitierte.
    Und endlich, nach einer gefühlten Ewigkeit, hatte die kleine Fähe ihren müden Körper zwischen Farnwedeln zur Ruhe gebettet. Der Regen hatte Kajuna nichts ausgemacht, denn sie war es gewohnt draußen zu schlafen. In ihrem elterlichen Familienrudel war es üblich gewesen, das sich zum Schlafen alle in einer Kuhle zu einem kompakten Knäul zusammen fanden um sich gegenseitig Wärme und Geborgenheit zu spenden. Das vermisste die kleine Fähe gerade. Sowohl die Wärme, als auch die Geborgenheit. Ihr heller Pelz fühlte sich feucht an und sie konnte spüren wie die Regentropfen an ihren Ohren herunter und über ihr Gesicht liefen, nur um sich schließlich an ihrer ohnehin feuchten Nase zu sammeln. Kajuna öffnete die braunen Augen und schüttelte den Kopf um die lästigen Tropfen loszuwerden, ehe sie sich noch enger zusammen rollte und abermals die Lider senkte. Ein leises Schnaufen verließ ihren Körper, während er langsam zur Ruhe kam. Das beständige Geräusch des prasselnden Regens hatte etwas Einschläferndes. Der der Herzschlag des Waldes, seine eigene Melodie. Und dieser hier gefiel dem kleinen Waldgeist, vielleicht würde sie hier bleiben. Immerhin war Kajuna schon eine Weile unterwegs und hatte nicht annähernd einen gefunden, der ihr so gefiel wie dieser hier. Abgesehen von dem, in dem sie geboren und aufgewachsen war. Schmerzlich brannte das altbekannte Gefühl der Gewissheit in Kajunas Herz, als ihr abermals klar wurde, dass sie diesen Herzschlag, nie wieder hören würde. Der Wald war tot, verschlungen von der Feuersbrunst, die die zornigen Götter ihnen gesendet hatte.
    Seitdem war Kajuna auf der Suche nach einer neuen Heimat, was sich schwieriger gestaltete, als angenommen. Denn ein Waldgeist suchte sich nicht einfach einen neuen Wald, sondern der Wald rief seinen Waldgeist. Er gab ihm leise und wispernde Hinweise, ließ ihn seinem Atem lauschen und lockte, mit so leisem leisen Herzschlag, der immer lauter wurde, umso näher der Geist seinem Ziel kam. Seinem Wald. Kajuna war dem Ruf gefolgt, dem leisen Flüstern, hätte niemals aufgegeben dem zu folgen, wie es für ihre Art typisch war. Und nun war sie da, in ihrem Wald. Sie durfte ruhen.

    Ein grollender Donner erfüllte die Luft und sorgte dafür, dass die junge Fähe den Kopf ruckartig nach oben warf. Ihre Pupillen waren zusammen gezogen, nicht größer als ein paar Stecknadelköpfe. Die Ohren gespitzt und steil aufgerichtet. Unwillkürlich, sträubte sich das Nackenfell der Fähe, während sie versuchte zu lokalisieren, was und woher es kam. Unsicher, legte sich das helle Paar Ohren an ihren Kopf, als ihr Blick sich gen Himmel richtete. Der Regen hatte aufgehört und die Sonne schob sich durch die Baumwipfel und gab allem um sie herum, einschließlich Kajuna selbst, ein gespenstisches Glitzern.

    Was bei den Göttern…? Sprach sie zu sich selbst, während ihr Körper sich langsam erhob. Die Ohren nunmehr in einem wechselhaften, unsicheren Spiel. Kajuna konnte nichts sehen, die Bäume versperrten ihr den Weg, dafür aber, war es ihr, als würde wieder dieser unsichtbare Faden an ihr zupfen. Dieses leise Wispern, das sie ermunterte weiter zu gehen. Die Ohren der zierlichen Wölfin spitzten sich, um besser lauschen zu können. Aufmerksam, begierig darauf, was der Wald ihr zu sagen hatte. Und ja, sie sollte laufen. Weiter und schneller als zuvor. Weggewischt waren  Müdigkeit und Erschöpfung, als Kajuna sich in Bewegung setzte. Ihre Gelenke fühlten sich steif an, woraufhin sie anfangs los lief. Doch es dauerte nicht allzu lange, dann wurde aus dem gemächlichen laufen, ein eiliges Traben, bis ihr schlanker Körper sich endgültig streckte. Die Sehnen unter ihrer Haut dehnten sich, Muskeln begannen lautlos unter ihrem Pelz zu singen.
    Und sie sangen, schienen lauthals zu schreien und doch gaben sie nicht einen Laut von sich. Und so fegte die junge Fähe durch den Wald. War nicht mehr als ein heller, schemenhafter Schatten zwischen den Stämmen. Das vereinzelt durchbrechende Licht, glitzerte in den Regentropfen, die noch in ihrem Pelz hingen. Kajunas Fang öffnete sich leicht, während ihr Lungen den Sauerstoff ansogen, als wären es Blasebälge.

    Dann geschah es. Wie aus dem nichts tauchten vor Kajuna zwei andere Wölfe auf. Im einen Moment waren sie noch vor ihr, im nächsten Moment war sie an ihnen vorbei gezogen, als wäre sie der Blitz persönlich. Wobei, in den gigantischen Grauen, der etwas weiter vorne stand und zu warten schien, wäre Kajuna beinahe hinein gerannt. Doch sie war an plötzlich auftauchende Hindernisse gewöhnt und schaffte es von daher noch einen Haken um ihn zu schlagen und in die Büsche zu springen die sich zu ihrer rechten Seite befanden. Wenn sie jetzt nicht ihrer Waldgeist Zugehörigkeit  alle Ehre gemacht hatte, dann wusste sie auch nicht weiter. Tauchte aus dem Nichts auf und verschwand genauso wieder.
    Wobei sie ja jetzt nicht gerade verschwunden war. Sie hockte in einem Busch, dessen Äste piekten und starrte völlig irritiert zu den anderen Wölfen herüber. Sie sahen anders aus, als Kajuna selbst. Hatten Farbzeichnungen die sie nicht kannte und waren eindeutig größer. Vor allem der Dunkle, in den die kleine Fähe beinahe hinein gerannt war. Vielleicht hatte man sie nicht bemerkt. Unsinn, dass hatte man mit Sicherheit. Mit ziemlich großer Sicherheit, aber vielleicht hielt man sie für ein Gespenst und würde weiter ziehen.
    Kajuna selbst hätte auch einfach weiter laufen können. Die Geister des Waldes riefen sie, aber selbst war die kleine Fähe schon ein Stück neugierig, um was für Gesellen es sich bei den dreien handeln könnte. Freund, oder Feind? Angehörige ihrer Rasse, waren es jedenfalls nicht.


    döst / wird durch den Knall wach / beginnt zu laufen / rennt an den Fähen vorbei und
    fast in den Rüden hinein / weicht aus / springt in einen Busch / beobachtet interessiert
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    Tyrha Smýdur

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    BeitragThema: Re: Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder   02.07.14 23:14

    Als Stygmas Schritt sich ihrem angepasste hatte und sie nun endlich gemütlichen Schrittes durch den lichter werdenden Wald schritten, beruhigte sich auch der Herzschlag der bunten Fähe. Während sie die Braune neben sich mit weiteren ermutigenden Blicken beschenkte und sie dabei genaustens begutachtete fing diese endlich das Reden an.  Erleichterung machte sich in ihrem Hirn und Herzen breit....zwischen ihnen schien doch nicht so viel zu stehen wie sie befürchtet hatte. Die langen Läufe, die ihren athletischen und zu dieser Jahreszeit gut befellten Körper trugen, brachten sie mit jedem Wort das sie sprach und jeden Schritt den sie tat, weiter in ihrem zwischenwölfischen Handeln voran. Ein Zustand, eine Entwicklung, den und die Tyrha mit einem Schwanzwedeln bejahte und somit Stygma ein Stück weit Vertrauen schenkte. Ihre breiten Ballen mit den Hellen Zehenflecken traten sich unter ihrem Gewicht breit in den weichen Erdboden, welcher von den umliegenden Nadelbäumen mit dem abgeworfenen Baumgut bespickt war und ihnen das Laufen wie auf einem nassen Federkissen bereitete. Die etwas jüngere Fähe neben ihr war um ein geringes Stück größer als sie, jedoch brauchte Tyrha mit ihrem aufrechten Gang kaum zu ihr aufsehen – es war eine angenehme Unterredung. Dem Gespräch scheinbar ein Ende gebend, wandte sie sich voran, ließ ihre Worte versacken und trat nun schweigend voran. Auch Tyrha schwieg einen Moment und ließ ihren Blick voran gleiten. Brandur näherte sich ihnen schließlich, hatte er doch tatsächlich angehalten um auf sie zu warten. Einen Augenblick lang beschleunigte sich ihr Schwanzwedeln....das hätte Tyr nun irgendwie nicht erwartet. Dieser Geste noch einmal Ausdruck verleihend, schoben sie die Ohren zuckend voran und ein zaghaftes Nicken folgte, ehe die drei nun gemeinsam weitergingen. Logbrandur außen auf der linken Seite...Stygma in ihrer Mitte...Tyrha außen rechts. Es war ein nettes Bild für diejenigen die es sich von außen betrachte würden. Die Sättigung ihrer Felle und die Größenverhältnisse....eine recht stimmige Aufreihung mochte man beinahe sagen.
    Noch einen weiteren Moment schweigend, besann sich Tyrha nun auf das was Brandur ihr auf ihre Geschichte geantwortet hatte.  Ein Schmunzeln folgte, während sich das Fell in dem kurzen Nacken der Fähe kurz sträubte und dann wieder niederlegte. Die Lefzen der Bunten formten ein paar stumme Worte, ehe sie wussten wie sie ihren Satz beginnen sollte. Geistesschwäche artikulieren oder wirklich dummes Zeug reden war nie ihr Fall gewesen und so zog sie ihre Ansprache kurz zurück, kniff ein Auge um noch einmal genau zu überlegen wie sie es am Besten formulierte und hob schließlich den Kopf ein wenig mehr um so über Stygmas Rücken zu schauen....nur um zu sehen ob Lobrandur noch da war. Eine etwas überflüssige Geste vielleicht...groß anstrengen musste sie sich nicht um ihn zu erblicken. Bei weitem nicht! Er ruhte sachte schreitend neben der Karamellwölfin wie ein der Riese Ymir daselbst und entlockte Tyrha wiederum ein stilles Grinsen. Warum hatte er eigentlich gewartet? Vor Momenten erst hatte er sich von ihnen abgesetzt und ihnen beinahe Fersengeld gegeben. Es hatte nie den Anschein gemacht, wirklich gerne mit ihnen seine Zeit zu verbringen. Alles was er von sich gegeben hatte, wirkte fallweise und eher krampfhaft. Nicht nach eigenem Ermessen entschieden oder angenehm begrüßenswert. Brandur hatte sich bis dato bei Tyrha als sehr indifferent gegeben und die Bunte hatte das Gefühl, er würde diese Gruppe bislang eher aushalten als wirklich wertschätzen.
    Den Blick hatte die hübsche Fähe längst wieder gesenkt und nun zu dritt schweigend ...führte sie ihre Gedanken fort. Ob man binnen dieser kurzen Zeit überhaupt diese Grüppchen taxieren konnte? Mehr als einen Nachmittag konnten sie zusammen nicht vorweisen. Aber Tyrha hatte während der ganzen Zeit jede Wolfsseel´ ein wenig kennen lernen dürfen und unsinnigerweise begonnen ihn zu analysieren... so wie sie es immer tat, wenn ihr jemand als vertrauenswürdig erschien. Logbrandur als bereits als den verschwiegenen, fast königlich anmutenden Asch´wolf abgestempelt, wanderte ihr Blick aus dem eigenen Augenwinkel nun wieder auf Stygma. Sie machte einen unglaublich zerbrechlichen und gegenwärtig zerrissenen Eindruck. Ihre Mimik und Gestik, sowie ihre unsichere Tonlage erweckten in der Bunten einen unbändigen Beschützerinstinkt. Sie hätte sie niemals in der Höhle liegen lassen können – nicht bei diesen Geschehnissen und Witterungen...nicht mit ihren Naturell. Und das lag nicht nur an ihrem eigenen Sinn für Obhut an sich.
    Tyrha hatte eine ganze Zeit gebraucht, bis sie die alten Geschichten, die ihr ihre Mutter erzählt hatte, wieder ihrem durchlöcherten Hirn beisammen hatte. Immer wieder hatte sie Stygma unbemerkt beobachtet, ihre Fellfarbe und Erscheinungsbild in ihrem Gedankengut erforscht....und war sich schließlich sicher. Stygma musste eine Vanin sein. Die Vanenwölfe bildeten seit je her das Gegenstück zu den Asenwölfen, jenem Rudelstamm zu dem sich Tyrha zählen durfte.
    Ihrer beiden Grundaspekte des Lebens und des Verständnisses für die Natur ergänzten sich seit Anbeginn der Zeit – zumindest hatte es ihr so Hél erzählt. Ein Zucken durchbrach mit einem schmetternden Gedankenton ihre Hirnwindungen. Hél...Mutter.  Sie schluckte. Später. Ihr Blick war bei diesen Gedanken nach rechts abgewandert und nun, da sie einiges zu Stygma zu sagen hatte, suchte sie wieder den Blickkontakt zu der Vanin. Die grünen Augen sprachen für sich.

    “Ich erkenne dich. Bitte komm mit mir, Vanin. Ich bin Asin.“

    sprach sie derart ruhig und bedeutungsschwer, dass es wie eine geheime Botschaft wirkte. Das diese beiden Rudel aber durch mehr Geschehnisse verbunden waren, als es die meisten für möglich hielten, wussten aber wohl nur diejenigen, die aus eben jenen Familienkreisen stammten und um ihre Geschichten von ihren Ahnen ganz genau wussten.

    “Ich gebe dir den Weg vor, wenn du das möchtest. Wie helfen einander doch, seit je her.“

    ergänzte sie noch, blickte sie mit ihren Seelenspiegeln für eine Sekunde zaghaft an und verfestigte dann ihren Blick zusehends. Sie bat förmlich darum, dass Stygma ihr Gesellschaft leistete. Nie hatte sie je eine Vanin zu Gesicht bekommen, nie ihr Gemüter kennen gelernt oder ihre Geschichten gehört. Einen weiten Augenblick ruhte ihr sanfter Blick auf dem weichen Gesicht ihrer Gegenüber, ehe sie den Blick entfernte und endlich zu Brandur sah. Ihre Stimme hatte jegliche Sanftheit verloren und lag wieder in eben jener neckischen Tonebene, die sie meistens hatte wenn sie mit dem Hünen sprach. Ihre Besonneheit schien wie weggeweht, als sie ein breites, aber schier niedliches Grinsen aufzog:

    “Glaub an wen oder was du willst, ein jeder muss sehen und erkennen zu was er gehört oder wen er bei sich wissen will. Und glaub mir, Brandur. Irgendwann wirst du für dich auch erkennen, das es sich lohnt für irgendetwas oder irgendwen einzustehen und nicht nur immer sich selbst die Schuld an Allem zu geben, sondern den ganzen Mist des Alltags auch mal an die Geister, Dämonen und Irrlichter abzuschieben, die uns jeden Tag umgeben. Ganz ehrlich, das macht es um einiges leichter, den Kopf mal ganz frei zu bekommen und sich mit den wirklich wichtigen Dingen zu beschäftigen. Fressen zu Beispiel. Ich hab immer noch nichts gegessen!“

    sprach sie erst ein wenig neutraler, dann stichelnd und schließlich sich selbst bemitleidend. Bei Beendigung des letzten Satzes, zog sich ihr Magen mit einem deutlich hörbaren Knurren zusammen, das es ihr kurz die Galle ins Maul trieb und die Fähe sich kurz krümme, aber so schnell wie sie sich zusammenzog auch wieder steckte um nicht allzu übertrieben zu gestikulieren. Ihre Ohren glitten zur Seite, als sie weitersprechen wollte, zuckten dann aber nach hinten, als sie Geräusche vernahm, die einem schnellen Lauf glichen. Ihr Kopf schnellte herum und ein heller Schatten glitt an ihnen vorbei (der ihr unsanft das Fell aufstob)....beinahe mit Brandur zusammenstoßend, doch noch ausweichend um schließlich im Gebüsch zu verschwinden. Alle Gesichtszüge entgleiten lassend, das Maul offenstehend, die Rute schlaff dahängend, stand Tyrha nun neben Stygma, ehe sie sich schließlich an die größere Fähe lehnte. Ihr Herz bebte wieder einmal. Und das lag eindeutig nicht an ihrem vielleicht nun anzunehmenden „leicht aus der Ruhe zu bringenden Gemüt“.....jenes besaß sie nämlich eigentlich gar nicht. Ganz im Gegenteil.

    “Ich krieg´ heute noch nen´ Herzinfarkt!“

    äußerte sie völlig fassungslos und schloss den offen stehenden Fang. Ihre Hinterläufe zitterten zwei, drei Mal, ehe sie sich niedersetzte und die Ohren vorschob, als es in jenem Gebüsch raschelte.

    “Geister.....ich sag´s doch!“

    kommentierte sie und deutete mit den Kopf nickend auf das helle Etwas in dem Kirschlorbeerbusch neben Brandur.

    denkt nach | antwortet Styggy und Brandur | entdeckt Kaju und setzte schließlich Brandur auf sie an

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    BeitragThema: Re: Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder   03.07.14 8:00

    Je weiter sie gingen, desto mehr machten sich die Schrammen auf seiner Schulter bei jedem Schritt bemerkbar. Sie brannten, schickten immer heißere Wellen des Schmerzes durch die Glieder des Rüden, der es sich verbot, sich etwas anmerken zu lassen. Er verlagerte sein Gewicht nicht, belastete den Lauf als wäre alles gut und normal. Und natürlich wurde er von Schritt zu Schritt unleidiger und seine sank immer tiefer.
    Schweigsam, lauschte er der erneuten Konversation von Stygma und Tyrha und beinahe hätte ein durchaus un-angetanes Stöhnen seinen Fang verlassen. Ein Vanin. Ganz großes Schauspiel. Fenris Kinder und die Wölfe der Vanen waren sich nicht immer ganz grün gewesen. Nie waren sie einander feindlich gesinnt gewesen, aber es hatte auch nicht solch stille Einstimmigkeit geherrscht wie zwischen Asen und Vanen. Genaueres wusste Brandur nicht über den Zusammenhalt dieser Rudel, doch irgendwie sprachen Tyrhas Worte auch für sich.
    Im Großen und Ganzen hielten die Fenriskinder die Vanen für arrogant, weil sie glaubten der Ursprung aller anderen zu sein. Aber vermutlich war es bei den Vanen nicht anders und sie hielten die Kinders Fenrirs für ebenso arrogant, weil sie wiederum glaubten Fenrir selbst sei ihr Ursprung.
    Nun gut, Logbrandur musste zugeben, dass die Bräuche und Verhaltensweisen seiner Rasse nicht spurlos an ihm vorüber gegangen waren. Er war der geborene Nachkomme, er hatte alle Eigenarten an sich – auch wenn die Streifen ungewöhnlich waren. Optisch so wie charakterlich.

    Das graue Monster dachte über das nach, was Tyrha über 'Glauben' gesagt hatte. Es würde sich lohnen für etwas einzustehen? Oh wie sehr hatte er für seine Schwester eingestanden. Wie hatte er sein Rudel geschützt, für sie gekämpft wie ein Krieger. Man hatte ihn ausgesandt, Fremde zu verjagen. Allein. Und niemals hatte er Fragen gestellt, hatte sich blind dem Willen gefügt und geglaubt, dass all das schon gut und richtig sein würde.
    Er mochte nie an die Götter geglaubnt haben, doch an ein Rudel, an seine Familie und tiefen Bänder hatte er geglaubt. Und auch daran, dass sie niemals reißen würden. Und sein Glaube war bitter enttäuscht worden. Und es WAR seine Schuld gewesen. Also nein. Die Zeit in der er glaubte, war vorrüber gezogen. Die Schuld würde immer an seinem Körper haften.

    Was dann geschah… Nun… Im nachhinein würde Brandur sich eingestehen müssen, dass er auch sehr typisch für seine Abstammung reagiert hatten. Gerade hatte es noch Geraschelt und der Graue hatte den Kopf herum wenden wollen um zu wissen, wo das denn wohl herkommen mochte, da schoss etwas helles auf ihn zu. Und was machte er? Schnappte mit einem wüsten Knurren und einem Satz nach vorn nach dem vermeidlichen Geist und erwischte lediglich einen Fellbüschel, bevor der braune Schatten schon wieder verschwunden war.
    Tyrha war so erschrocken, dass sie glaubte, an diesem Tage noch einen Infarkt zu bekommen. Das würde die Reviersache natürlich ungemein erleichtern. Wäre aber schade um die Asin. Der Hüne trat auf sie zu und ließ die Haare der ‚Geistes‘ auf Tyrhas Nase rieseln.

    Natürlich. Ein Geist. Und ich glaube ich weiß auch was für einer…

    Brummte Logbrandur in seiner gewohnten Ruhe und so, als hätte er nicht gerade versucht jemanden anzufallen.
    Mühsam schob er übrige, vereinzelte Haare des Gespenstes mit der Zunge aus dem Fang und schüttelte sich, als sie sich an seinen Gaumen hefteten und nicht wirklich verschwinden wollten. Er prustete sogar und nieste, wurde sie aber noch immer nicht los.
    Missmutig schmatzend trat er nun auf das Gebüsch zu, in welches die helle Wölfin verschwunden war. Vanen und Asen mochte Brandur bisher nicht getroffen haben. Aber Waldgeister hatte er auf seiner Reise gesehen. Immer nur von weitem. Aus der Ferne hatten sie sich betrachten lassen und waren dann auf beinahe geisterhafte Weise verschwunden. Geisterhaft deswegen, weil ihr Geruch jedoch immer zurück blieb und eindeutig darauf schließen ließ, dass es ein echter Wolf war, der dort gestanden hatte.
    Und in diesen Momenten, in denen er die kleinen Gespenster hatte beobachten können, hatte Brandur sich ihr Aussehen ganz gut einprägen können.

    Komm raus, komm raus zum spiiiieeleeen kleines Waldgespenst.

    Knurrte der Hüne und leckte sich über die Lefzen. Sein Haupt war gesenkt, seine Muskulatur spannte sich von ‚normale gespannt wie eine Bogensehne‘ zu ‚jetzt bin ich böse gespannt wie eine Bogensehne‘…


    Lauscht | hält sich raus | schnappt nach Kaju | sickig
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    BeitragThema: Re: Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder   06.07.14 22:04

    Stygma hatte der Bunten wieder nur gelauscht und dabei den Grauen gemustert. Sein Blick sprach Bände. Sprach von dem ewig andauernden Zwist der zwischen den Vanen und den Fenriskindern herrschte.
    Niemals hatten sich die beiden Rassen gut verstanden. Niemals hatten sie sich bekriegt oder waren Morde unter ihnen geschehen und dennoch verstanden sie sich nicht. Missachteten sich bisweilen sogar. Dennoch konnte sie ihren Blick nicht von ihm lassen. Sie glaubte fest daran, dass die Vanen die ersten Wölfe gewesen waren. Fenris selbst war ein Kind der Asen gewesen. Lokis Sohn Bringer des Untergangs. Doch anders als die meisten ihrer Rasse vertrat sie die Meinung, dass nur weil die Vanen der Ursprung der Wölfe waren hieß das ja noch lange nicht, dass die Fenriskinder nicht tatsächlich die Nachkommen des Unheilbringers sein konnten.

    Erst als Tyr das Wort wieder an sie richtete wandte sie sich dieser wieder zu. Sie war also eine Asin. Nun das wunderte sie nicht wirklich. Ihre bunte Musterung sprach für sich und auch dass Stygma ihr sich nicht direkt verbunden gefühlt hatte war mehr als ein Indiz dafür gewesen. Stygma erkannte ihre Rasse. Fühlte sich in deren Nähe immer sicherer als in der Nähe anderer Wölfe auch wenn sie diese ebenso mied wie alle anderen.

    Sie nickte als sie versprach ihr den Weg vorzugeben. Ja sie halfen einander seit Anbeginn der Zeit. Doch eigentlich hatten die Vanen hier immer die Führung übernommen. Doch warum widersprechen wenn man sich vielen der alten Sitten widersetzte. Tyrha schien durchaus zu wissen wovon sie sprach und auch wenn es sie eine Menge Überwindung kostete so beschloss sie sich in ihre Führung zu übergeben. Wenn sie nicht wollte dann konnte das ja auch eine einmalige Sache sein. Immerhin war sie zu nichts verpflichtet.

    Als es nun wieder um den Glauben ging schnippte sie mit den Ohren. Sie konnte beiden nicht ganz zustimmen. Sie war eben doch vom alten Glauben. Für sie hatten sich nur einige Sitten überholt.

    Alles war im Gefüge. Alles was passierte war von Anbeginn der Zeit vorher bestimmt. Alles würde auf Ragnarök hinlaufen und alles würde dort ein Ende nehmen. Dass sie sich hier getroffen hatten, das war im Gefüge gewesen. Und wie die Bunte es sagte, es machte es um einiges Leichter, wenn man nicht immer bei sich selbst die Schuld suchen musste, wenn man mal die Geister und die Nornen für das was geschah zur Verantwortung ziehen konnte. Die Götter waren nicht immer gnädig und wenn sie einem schlecht gesinnt waren, dann würde das wohl seine Gründe haben auch wenn man sie selbst nicht sehen konnte.

    Ein Geist schien an ihnen vorbei zu rauschen und die Braune zuckte zusammen. Brandur wurde dabei fast umgerannt und dann verschwand der helle Fellball im Dickicht. Ebenso erschrocken wie sie es war.
    Tyrs Ausruf und Brandurs grausigen Lockworte machtes es für die Vanin nicht besser und sie legte sie Ohren an.

    “Ich sagte doch du stürzt dich ins Unglück. Was willst du hier bei einem Fenriskind und dem Waldgeist. Was suchst du hier und lässt dich von einer Asin führen? Und seit wann lässt eine Vanin es zu das Ausgestoßene sich in ihrer Nähe befinden?“

    “Das hier wird dein Untergang Asentochter. Das hier ist das Verderben. Wenn Fenris ruft dann steht der Untergang bevor. Diese hier werden dein Verderben sein!!!“

    Hallte es in ihrem Kopf wieder und ein unterdrücktes Winseln entwich ihr ehe sie sich zusammen kauerte  und die Augen schloss.  Wie gerne wäre sie jetzt noch in der Wurzelhöhle. Wie gerne wäre sie kein Teil dieses Geschehens gewesen? Sie wollte nicht hier sein und doch war sie der Überzeugung, dass sie hier sein musste. Es hatte eine Grund warum sie hier war. Innerlich schrie sie nach Freyas Wärme. Doch sie hörte sie nicht. Schon lange hatte ihr die Göttin nicht mehr geantwortet. Widerwillig öffnete sie die Augen wieder. So unwohl wie sie sich fühlte, so sehr war sie auch darauf gespannt was da jetzt aus dem Busch kommen würde.

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    BeitragThema: Re: Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder   07.07.14 14:00

    Das war eine rasante Hatz durch den Wald gewesen. Alles um sie herum war verschwommen gewesen. Die Stämme der Bäume, nicht mehr als helle Säulen, die an ihr vorbei flogen, als würde die Endlichkeit sie in ihre alles verschlingenden Tiefen saugen. In die Vergessenheit, und hinein in die Dunkelheit aus der es kein Entrinnen gab. Alle Waldgeister endeten da, wenn sie starben bevor sie ihren Wald gefunden hatten, mit dem sie nach ihrem Tod eins werden konnten. Die Wurzeln würden ihre Energie aufnehmen und die grünen Blättchen kräftig wachsen, während ihre Knochen langsam, aber sicher zwischen den Wurzeln des Baumes ausbleichen und von ihnen umschlungen werden würden.

    Gerade eben war der Tod ziemlich nahe. Ziemlich, ziemlich nahe. In Gestalt eines riesigen, rauen Wolfes mit kohleschwarzen Augen, der sich vor dem Gebüsch aufbaute, in dem die kleine Fähe hockte. Ihre unterschiedlich braunen Augen waren aufgerissen und ihr Fang, hektisch nach Luft schnappend, leicht geöffnet. Ihre Hinterhand senkte sich leicht ab und so hockte der Geist mehr oder weniger auf dem Sprung, auf ihrem Hintern. Sich so weit wie möglich von dem Riesen wegschiebend wie möglich. Die wohl geformten Ohren waren dabei eng an den Kopf gedrückt.
    Hektisch wandte Kajuna den Kopf zur einen und zur anderen Seite, in der Hoffnung eine Möglichkeit zu entkommen in dieser elenden Hecke zu erkennen. Aber dem war nicht so. Alles was ihre verzweigtes Gefängnis konnte, war sie peinigen, indem es sie in die weichen Stellen ihrer Haut piekte, umso mehr sie sich drehte.
    Von draußen hörte sie Stimmen. Die tiefe, grollende des Riesen, der ihr sagte sie sollte zum Spielen herauskommen.  Kajuna kniff die Augen zusammen und warf wild verneinend den Kopf von der einen zur anderen Seite, ohne sich darum zu scheren, ob der andere es auch sehen konnte. Viel mehr bestärkte sie sich dadurch nur selbst, einen Teufel zu tun was der Riese von ihr verlangte. Mutter hatte ihr, als sie noch nicht mehr als ein Sprössling war immer von den Riesen erzählt. Sie seien die vergessenen Abkömmlinge der Götter. Mit schwarzem Herzen in der Brust und dem frischen Geruch von Blut an sich.
    Und sie kamen und holten unartige Welpen, die sich zu weit vom Nest entfernten.  Und der da draußen hatte schon versucht sie zu packen. Gewiss würde er sie fressen, wenn er sie zu packen bekommen würde. Kajuna drückte sich weiter nach hinten in die Äste, wobei ihre Krallen über den Boden kratzten.
    Wenn der da draußen nicht abhauen würde, wäre sie hier drin mehr oder weniger in der Falle. Aber wie verscheuchte man denn nun bitte einen Riesen? Hatte Mutter ihr etwas darüber gesagt? Nein, mit Sicherheit nicht. Alles hatte sie ihr erzählt nur nicht wie man sich grausige Monster vom Pelz hielt. Die Ohren der jungen Wölfin spielten an ihrem Kopf, ehe sie sich in ihrem Gebüsch umsah.
    Von draußen hereinströmend, begann der Geruch von Angst und Schreck um Kajunas Nase zu umtanzen. Vermischt mit der stinkenden Wut des Riesen. Keine gute Ausgangsposition, um vielleicht doch noch heil und mit allen Gliedmaßen aus der Position heraus zu kommen.

    So viel Moos hab ich noch nicht im Kopf, dass ich rauskomme und mich fressen lasse…. Riese! zischte Kajuna, mehr im Angesicht des sicheren Todes als Mutig und wandte sich mit dem Rücken zum Ausgang und begann leise, sich einen Weg nach draußen freizuschaufeln, durch den sie sich vielleicht hinauszwängen und flüchten konnte, ehe der Riese sie erwischte.

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    BeitragThema: Re: Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder   07.07.14 21:31

    Nur langsam zog sich die Rute der Fähe an ihren Unterleib, ehe sie hinunter zu der auf den Boden gesunkenen Stygma sah. Eben jene hatte sich noch um Längen mehr erschrocken als die Asin. Auf dem Bauch liegend, mittlerweile die Augen aber wieder geöffnet, starrte die Karamallfarbene zu dem Busch, vor dem sich nun auch Brandur auftürmte und versuchte das Fremde etwas, hinaus zu locken. Wobei, Tyrha legte den Kopf schief. Waldgespenst? Ob er einen Wolf meinte? Ja sicher! In ihrem Gedankengut dämmerte es. Eine kurte Witterung aufnehmend, den Kopf dabei vorschiebend und mit den Nasenflügeln spielend, die Ohren dabei nach vorne drückend damit ihr ja kein Wortfetzen abhanden kam, bestätigte sich ihr Gedanke, für dessen Anstoß der Graue zuständig gewesen war. Ein Waldgeist also. Fein.
    Innerlich schmunzelte die Bunte, prägte sich den Geruch fest ein und sah dann noch einmal zu Styggy. Das diese wieder irgendwie ganz anderes im Kopf zu haben schien, konnte Ty nur erahnen, stellte aber schließlich ihren linken Lauf über die etwas größere Fähe, stand auf und bildeten somit gemeinsam einen enorm buntes Plüschballkonzeptgebildedings. [Auszug des Fachausdruckes: Wikipedia]

    Erst jetzt, da Brandur das Wort erhob, richtete sich ihr Blick wieder auf und ihr Herzschlag mit einem schmerzlichen Schlag gegen ihre Brust letztendlich auch gegen ihn...ebenso wie ihre Stimme. Sie versuchte, ihre Tonlage der anfänglichen Bekanntschaft mit dem Hünen anzupassen, musste sich selbst aber eingestehen ziemlich entrüstet über seine Ansprache und Gestikulierung zu sein.

    “Was soll das?“

    raunte sie mit tiefer, schier unfähischer Stimme und stellte das Nackenfell auf. Kurz darauf tönte eine  Stimme, wohl ebenfalls weiblicher Natur aus dem Dickicht in das sich Brandur wohl kaum hineinzwängen würde. Zumindest nicht, ohne den netten Nebeneffekt, dass Tyrha sich bei dieser Vorstellung am Boden kringeln würde. Die Worte der Fremden abwartend, schlich sich kurz ein erheiterter Gedanke in ihr Hirn. Auf Maul gefallen war die Windläuferin wohl nicht. Äußerlich keine Regung ob ihres amüsanten Gedankengangs zeigend, machte Ty einen Satz über Stygma, streifte ihr dabei nur sachte mit den Hinterläufen durchs Rückenfell und quetschte sich schließlich zwischen Busch und Hüne – diesen dabei schon unsachte anrempelnd, fixierte Tyrha den mit gesenktem Kopf dastehenden Rüden. Ihre Ohren lagen platt zur Seite, ihre Rute war stocksteif. Noch konnte sie den Rüden nicht ganz genau einschätzen und diese Verhalten empfand sie nicht nur als unglaublich forsch, sondern auch als unhöflich, bedrohen und einfach frech. Ihrem Rechtschaffenheitssinn und schier abnormen Aufnahmefähigkeit also vollen Lauf lassend, knurrte Tyr erstmals inbrünstig gegen den Rüden, stob noch einmal ihr Nackenfell auf und warf die Rute weiter gen Himmelszelt. Es war ein normales Drohgebaren, für Tyr spontane Normalität, für alle Anderen vielleicht wieder aus dem Nichts gegriffen. Sie war eben ein Wechselbalg ohne Gleichen.

    “Du lässt dich also doch aus der Reserve locken, Aschwolf. Fein. Dann such dir doch mal jemanden, der es mit dir aufnehmen wollen würde...“

    keckerte sie und wedelte schließlich ein einziges Mal von links nach rechts mit der bunt gestromten Rute. Ihre Muskeln spannten sich in dem selben Blutungstakt wie die Seinen, ihre Sehnen zogen sich unter dem Fell sichtbar zusammen wie kleine Seilzüge. Diese Mischung aus Witz und unterschwellige Drohung, war der Fähe derzeit das eheste, was ihr in dieser Situation einfiel um alles ein wenig zu entschärfen. Und irgendwie von dem Häufchen hellen Felles, auf das sie gerade erst einen Blick hatte werfen konnte, abzulenken. Ihre Maulwinkel zogen sich aufwärts, als sie die Schultern straffte und neben dem Gesicht des Rüden ihre Kiefer aufeinander knallen ließ. Sie provozierte. Jap. Sie wollte Ärger? Eher nicht. Sie wollte ihn austesten? Und wie!
    Tyrha wollte sich.....prügeln. Wie ein Jungwolf im Rangeskampf....vielleicht verstand er ja die Geste.

    “Wir haben da so oder so noch was du klären...“

    kläffte sie und schob sich dann urplöotzlich mit ihrem ganzen Gewicht unter die Kehle des Rüden, ehe sie sich mit einem gezielten Biss in dem wohl recht unempfindlichen Nackenfell des Hünen verbiss, sein Fell schmeckte und den bittersüßen Geschmack auf ihrer Zunge zergehen ließ.

    analysiert Kaju | stellt sich über Styggy | stellt sich zwischen Kaju & Brandy

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    BeitragThema: Re: Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder   07.07.14 23:10

    Das allgemeines Entsetzen über seinen Umgang und seine Art herrschen würde, das hatte der Rüde erwartet. Genau genommen war er beinahe nichts anderes gewohnt und so schenkte er vorerst weder Tyrha noch Stygma weitere Aufmerksamkeit. Die Edelsteinaugen lagen fixierend auf dem Gebüsch, seine Aufmerksamkeit war auf das Gerichtet was sich dahinter befand und rotzfrech war. Doch. Sie hatte definitiv Moos im Kopf, wenn sie ihn beinahe umrannte.
    Gerade wollte der Hüne dazu ansetzen, etwas zu erwidern, da wurde Tyrha deutlich aufdringlicher, schob sich zwischen ihn und das Gebüsch und ließ das, was einer Augenbraue wohl am nächsten kam, in die Höhe fahren. Auf schwarzen Augen musterte er die Fähe. Sie wollte definitv Streit mit ihm, wollte ihn von dem Waldgeist abbringen und seine Wut auf sich lenken unter dem Vorwandt sie hätten noch etwas miteinander zu klären.
    Doch Logbrandur zuckte nicht einmal. Nein, er blinzelte nicht, er wich nicht zurück, auch nicht als die Kiefer der Fähe neben seiner Kehle aufeinander schlugen und sie sich dann letztendlich in seinem Nackenfell verbiss.
    Keine Regung durchlief seinen Körper, kein Zucken des Schmerzes, den er sich ebenso verbot wie das Hinken als der Schmerz in seiner Schulter zugenommen hatte. Nein. Logbrandur stand da und sah tyrha aus den dunklen Augen an, bevor er einen Schritt zurück machte, ohne Rücksicht auf Verluste sein Fell und die Haut Tyrhas Fängen entriss und sich dann abwandte um zu gehen.

    Nicht meine Liga.

    Raunte er nur völlig gleichgültig, während Wut und Enttäuschung gleichermaßen in ihm tobten. Enttäuschung, dass es nun doch so endete, Wut weil er scheinbar doch mehr als gedacht gehofft hatte, diese paar hier seinen anders. Pech gehabt Brandur, manche Dinge ändern sich nie. Und scheinbar galt das besonders für Asen.
    Gelassen hatte er sich als abgewandt, schlug einen Bogen und beförderte seinen Körper eine Böschung hinauf. Das war's. Er war raus aus diesem Spiel. Er würde alleine weiter gehen. Und wenn sie sich das nächste Mal gegenüber standen... ja dann, würde die Bunte ihm als Rivalin gegenüber stehen. Nicht aber heute, wo er angeschlagen war nur weil er ihr geholfen hatte. Es war wahr. Niemand außer seiner Schwester verdiente seinen Schutz. Niemand hier schätzte noch die Krieger seiner Linie. Die Fenriskinder würden einfach aussterben, so wie viele Linien zuvor, einfach weil sie völlig missverstanden wurden.
    Missverstanden wie auch Tyrha ihn missverstanden hatte. Denn so rüde er im Umgang sein mochte, ihm hatte nicht der Sinn danach gestanden dem Waldgeist noch ein paar Fellbüschel mehr auszurupfen. Brandur ging nicht jedem gleich ans Leder, weil er irgendeiner anderen Rasse angehört hatte,
    Aber hey. Um das zu wissen, hätte man sich die Mühe machen müssen, ihn besser kennen zu lernen. Und das sich die keiner machte, hatte die Zeit seines Lebens bereits gezeigt. Nichts davon traf Brandur wirklich, aber es war schier ermüdend. Und alles was er verspürte war Reue darüber, länger als nötig geblieben zu sein.

    fixiert Kaju | dann Tyrha | wendet sich von der Gruppe ab
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    BeitragThema: Re: Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder   08.07.14 21:40

    Stygma betrachtete die Szene aus sicherer Entfernung und war ziemlich überrascht gewesen, dass Tyr sich direkt zwischen den Waldgeist und Brandur geschoben hatte um eine Auseinandersetzung zu vermeiden und provozierte damit direkt die nächste. Es behagte der Braunen nicht, dass Brandur darauf hin beschloss die Gruppe zu verlassen. Es erschien ihr nicht richtig. Sie war den festen Überzeugung, dass sie alle zusammen sein mussten.
    Sie blickte zwischen den beiden hin und her. Was sollte sie jetzt machen?
    Hatte sie sich nicht vorhin noch der Bunten angeschlossen? Hatte sie nicht beschlossen sich von der selbstbewussten Fähe führen zu lassen?  War das hinfällig wenn sie dem Fenrsikind folgte?  Was die Asin darüber denken würde wusste sie nicht, aber sie wollte ihr nach wie vor folgen, doch das hier war nicht richtig.

    “Lass ich nicht gehen, er muss bleiben!!!“ schrie ihr eine Stimme entgegen.
    “Warum, warum muss er bleiben?“ fragte sie ohne daran zu denke, dass sie nicht alleine war. “Ihr werdet seine Kraft und seinen Mut noch brauchen, bedenke, dass du selbst keinen Funken Mut im Leibe trägst. LAUF!“

    Und was würde es schon nutzen zu widersprechen…. Sie würde tun was sie ihr auftrugen. Ihr Blick huschte herüber zu der Bunten. Stygma erhob sich elegant auf ihre Läufe und streckte sich. Ihre Ohren waren aufgestellt und ihre Rute pendelte leicht hin und her als wolle sie Tyr irgendetwas sagen.  Doch sie brachte kein Wort über ihre dunklen Lefzen.  

    Dann ohne noch einmal zu Tyr und dem Waldgeist herüber zu blicken begann sie zu laufen. Erst lief sie schnell und dann verlangsamte sich ihr Lauf, als sie glaubte aus dem Sichtfeld der anderen verschwunden zu sein. Es war nicht schwer ihm zu folgen, seine Witterung lag noch in der Luft und auch wenn seine langen Läufe ihn schneller tragen konnte, als Stygmas sie so würde sie ihn bald einholen wenn sie einfach weiter laufen würde.

    Sie hatte das Gefühl von jemand anderem gesteuert zu werden. Immer wenn den Stimmen etwas wichtig zu sein schien verselbstständigte sich ihr Körper. Sie war sich dabei niemals sicher, ob sie tatsächlich gesteuert wurde oder ob sie einfach nur so überzeugt war von dem was sie ihr sagten, dass sie nicht anders konnte.  
    In einiger Entfernung konnte sie den Aschewolf sehen. Ihre Schritte verlangsamten sich und sie wollte ihm erstmal nur ein wenig weiter folgen ehe sie ihn einholen würde.  
    Er würde eh schon wenig begeistert und wahrscheinlich verwundert sein, dass sie ihm folgte und deswegen würde sie sich wohl noch eine Antwort einfallen lassen müssen. Sie konnte ihm ja wohl kaum sagen, dass ihr die Stimmen in ihrem Kopf gesagt hatten, dass sie das tun sollte. Wer würde ihr das schon glauben? Wenn sie so darüber nachdachte, würde sie es sich nicht mal selbst glauben.

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    BeitragThema: Re: Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder   13.07.14 23:26

    Von dem, was draußen vor den Blättern und Zweigen ihres Busches passierte, bekam Kajuna nicht allzu viel mit. Viel zu sehr war sie damit beschäftigt gewesen, die Pfoten, mit den weichen Ballen in den Boden zu Graben und somit Erde und kleinere Wurzeln wegzuschaufeln.
    Vielleicht aber hätte es sie interessieren sollen. Denn dann hätte Kajuna durchaus mitbekommen, das sich draußen etwas zusammen braute. Eine unbequeme Situation, die wohl letztendlich damit endete, dass sich zwei der vorher drei anderen Wölfe abwandten und verschwanden. Zuerst der große Rüde der nach dem hellen Geistlein geschnappt und ihr einige Büschel Fell ausgerupft und sie mit grollender Stimme aus seinem Versteck hatte locken wollen. Der, den Kajuna in ihrem Kopf als „Riesen“ titulierte.
    Allein der Gedanke an seine imposante Gestalt veranlasste die kleine Fähe dazu, noch schneller und heftiger zu buddeln um sich einen Weg nach draußen zu bahnen. Doch dieses Unterfangen gestaltete sich nun doch schwerer als vermutet. Der Busch hatte kräftige und robuste Wurzeln. Es dauerte länger um durchzukommen. Zeit die sie vielleicht nicht hätte, wenn doch der Riese draußen lauerte.
    Die wohl geformten Ohren der Fähe reckten sich nach hinten, als eine weibliche Stimme, nun außergewöhnlich nahe, zu hören war. Super, also hatte sie nun zwei Wölfe die sie fressen wollten vor dem blöden Busch stehen. Das die beiden sich gerade viel mehr miteinander beschäftigten, auf die Idee kam Kajuna nicht und auch hörte sie ihnen ja nicht zu. Ihre Mutter hatte ausreichend dafür gesorgt, dass die kleine Fähe Angst vor allem hatte, was nicht zu ihrer eigenen Rasse gehörte.

    Schließlich war es der Busch der nachgeben musste. Geschickt kaute die kleine Fähe die letzten Wurzeln durch und zwängte sich schließlich das Loch, das nun entstanden war. Abstehende Äste und Zweige rupften ihre weitere Fellbüschel aus, als Kajuna schließlich den Weg nach draußen fand. Das Laub, oder die Erde unter ihren Pfoten gaben dabei fast keinen einzigen Laut von sich. Vielleicht war es genau das, was ihrer Rasse seinen Namen eingebracht hatte. Weil sie sich Lautlos in den Wäldern bewegen konnte.
    Wie dem auch sei, Kajuna machte einen Bogen um den Busch und verduftete, noch während die Fähe und der Rüde sich vor ihrem Busch miteinander beschäftigten. Vielleicht würde ihnen dann ihr Fehlen nicht weiter auffallen. Aber die Fähe sah auch nicht zurück, denn dann hätte sie vielleicht auch mitbekommen, dass der große Rüde gar nicht mehr da war, wo sie ihn zuletzt gesehen hatte. Auch hätte sie dann darauf geachtet, in welche Richtung sie lief, anstatt genau dem Weg zu folgen, den er gewählt hatte. Zwar wählte die Fähe dafür nicht gerade den offensichtlichsten Weg, sondern den durch die Büsche, aber die Richtung blieb.
    Kajuna folgte dem Aschwolf, unabsichtlich. Und bemerkte es mehr oder weniger erst, als abermals seinem Weg kreuzte. Diesmal weniger hastig und überstürzt, sondern eher, als sie dabei war heimlich über den Pfad zu schleichen, tauchte er zu ihrer Linken auf. Die kleine Fähe, hielt automatisch in der Bewegung inne und schaute den Fremden an.

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    BeitragThema: Re: Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder   14.07.14 19:55

    Gerade hatte der Hüne seinen Körper die steile Böschung hinauf befördert und sich wieder auf eine halbwegs Waagerechte Ebene gebracht, da vernahm er das Geräusch von Pfoten hinter sich. Heftete Tyrha sich jetzt an seine Fersen? War sie wirklich so scharf darauf eins auf ihre kleine Schnauze zu bekommen? So blöd konnte sie doch nicht sein. Und obwohl Lograndur nicht umher kam, ihrer großen Klappe einiges an Respekt beizumessen – aber das musste sie ja nicht wissen – hatte er darauf so überhaupt keine Lust.
    Seine Zunge glitt über die Lefzen und ein unleidliches Brummen, das noch keine Drohung war. Dann aber wandte er im voran schreiten den Kopf ein Stück herum, um sehen zu können wer ihm da folgte. Als sei es eine Selbstverständlichkeit, trabte Stygma hinter ihm her. Was sollte denn das jetzt werden? Leicht weiteten sich die schwarzen Augen und er schüttelte etwas ungläubig den Kopf, bevor er wieder geradeaus sah. Dieses Weibervolk! Versteh‘ einer was in deren Köpfen vor sich ging!

    Geh zu der zurück, von der du dich führen lassen willst Vanin. Hier bist du falsch.

    Sagte der Rüde nun, neutral wie eh und je und ohne eine Spur einer Drohung. Ja, er wollte sie nicht einmal belehren. Die Vanin würde wissen, dass sie falsch bei ihm war. Und sie war vermutlich auch nicht so dumm, nicht zu wissen, dass er ihre Gesellschaft nicht schätzen würde.
    Jahaa. Für einen Muskelprotz war Brandur gar nicht so dumm, wie die rohe Gewalt, die sein Körper ausstrahlte, vielleicht vermuten lassen würde. Er beobachtete genau, analysierte – und eignete sich wunderbar dazu anderen Angst zu machen.
    Apropos Angst machen. Da rannte doch beinahe der Waldgeist ein weiteres Mal in ihn hinein. Diesmal sah Brandur sie jedoch kommen und machte einen gezielten Schritt zurück. Die Maske der Gleichgültigkeit zurück auf sein Gesicht geschnallt, sah er sie an.

    Du bist ein sehr schlechter Waldgeist, weißt du das? Euch sollte man für gewöhnlich nur von Weitem sehen und glauben ihr seid nie da gewesen.

    Nun. Seine Stimme war immer noch ziemlich neutral. Allerdings, wenn man den genau hinhörte, war da eine Spur Sarkasmus in seinem Tonfall.

    geht seines Weges | bemerkt Syggy – duldet sie | weicht Kaju aus
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    BeitragThema: Re: Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder   23.07.14 19:33

    Noch an der Schulter des Rüden hängend, bäumte sich ihr Geist in schierer Vorfreude auf und ließ Tyrha beinahe zerspringen. Irgendwie hatte diese ungeklärte Tatsache die ganze Zeit in ihr geschweelt und entlud sich nun urplötzlich in Form ihres Angriffes. Ein vielsagendes Knurren entwich ihr, als Brandur zurück trat, sie von seinen Schultern riss und schließlich einige Worte an sich richteete, während Tyrha seinen Pelz umständlich auf der Schnauze schmatzte. Nicht seine Liga? Mit diesen Worten verschwindend, stand die Bunte nun völlig perplex da, sah zu Stygma und dann wieder zu Brandur. Was sollte das denn nun? Ihre Augen verengten sich zu Schlitzen, durch denen sie die graue Gestalt des Rüden nun noch erahnen konnte.

    Das Brodeln, welches sich gerade noch nach Vorfreude anfühlte, schlug in eine Enttäuschung um – Intensität und Gefühlsfarbe wohl ähnlich der des Hünen. Der Grund war jedoch ein Anderer. Irgendwie hatte Tyrha das Gefühl, das der Graue sie von hinten bis vorne nicht ernst nahm. Und seine Lethargie pikierte Tyrha dermaßen, das ihr ein wortloses, aber sehr scharfes Kläffen aus dem Fang entwich und schließlich in einem Winseln endete. Konnte er nicht mal zwei drei Worte mehr mit ihr wechseln, wenn es um das Thema der Revierverteilung ging? Wieso wich er jedes mal so bescheuert aus? Die Ohren in das Nackenfell drückend und die Ohren anlegend, erschauderte ein Zittern der Entrüstung ihren Leib. Und als sei dem noch nicht genüge getan, erhob sich schließlich Stygma, sah nur sekundär zu ihr herüber und verschwand dann in dieselbe Richtung, in die auch Brandur gegangen war. Entgeistert ob diesen völlig ungeahnten Handlung, klappte das Maul der Asin auf, ihre Rute herab, die Ohren zur Seite und ihre Schultern erschlafften.

    “Was soll das denn jetzt?“

    sprach sie für sich und blickte noch immer verwirrt durch die hohen Tannen. Ein Rascheln durchbrach ihre Ansprache. Der Waldgeist war auf der Rückseite des Busches entwischt.....und ebenfalls weg.

    “Na herzlichen Dank auch!“

    Alleingelassen von allen, die sie in den letzten Stunden getroffen hatte, stand sie nun da und setzte sich wie in Zeitlupe auf die Hinterläufe. Und nun? Ihr Blick wanderte durch den Wald. Die wispernde Stille des Waldes umgarnte ihr Herz, der Singsang der Vögel ihren Verstand. Ihre Wölfe hatten sie wieder verlassen. Einen Gedanken daran, ob sie daran Schuld hatte oder nicht, verlor sie daran diesmal nicht.

    “Ach Uller. Warum hast du den Fenriswolf nicht in deinen Bann gezogen? Wir hätten das klären können, ich Fuß fassen können. Wie hätten so viel schaffen können.......Gefion, du hast mich wieder.“

    sprach sie mehr für sich und ließ den Kopf hängen. Beinahe stiegen der rudelsüchtigen Fähe Tränen in die Augen, ließ es dann aber im letzten Moment doch nicht zu. Sie machte sich ja beinahe lächerlich....zumindest für außenstehende dioe ihre Hintergrundgeschichte nicht kannten. Nun, da sie sich ihrer herrschenden Einsamkeit bewusst wurde, wanderten ihre Gedanken für viele Momente ab. An jene, die sie bereits getroffen und verloren hatte. Jene die sie besonders vermisste. Jene, die erst vor Kurzem den Tod gefunden hatten. Mitgerissen von diesen Gedanken, erhob sich das Haupt der Fähe und mit einem melodischen Wolfsgeheul besang sie jene, die ihre Gedanken auf einen Schlag weiß stellten und ihr Kraft geben sollten...würden in diesem Moment.

    “Auch wenn die Reise mir oft schwerfällt,
    ich oft ins grübeln komme und
    mir der Sinn oft nicht ganz klar ist
    und mich der Zweifel hart bedrängt.
    Der Wille ist vorhanden, hilt das meine Hoffnung siegt,
    Ich nie aufgeb´, ich nie ausweich´, das Ziel fest vor Augen seh.

    Ich komm zurück ,
    wenn die Nächte nicht mehr schwarz sind,
    Wenn ich gefunden, was sich still vor uns verbirgt,
    wenn ich gefühlt, wovon die alten Sagen schreiben,
    wenn ich gesehen, was unsere Hoffnung schürt.

    Denn im Märchenmond, werd ich all die Sachen finden
    Märchenmond, ich werd dir etwas davon bringen
    Märchenmond, wie eine Zarte süße Frucht
    Märchenmond, ich bin dann bei dir
    Hab Geduld!“


    Mit diesen Worten endend, erhob sich die Bunte, sah noch einmal trüben Blickes zu dem Waldweg und sprang dann eruptiv und in großen Schritten voran. Ihre Muskeln und Sehnen tanzten unter dem glänzenden Fell und ihre Sprünge brachten sie hinaus aus dem Wald, alsbald auf eine der Grasebenen vor dem Berge. Sie würde die Weiße nie vergessen, ihre Mutters Mutter immer im Herzen halten.

    Die schnelle Hatz, welche sie nun beschrieb brachte eine grasende Karibuherde in einiger Entfernung in Bewegung und ehe sie sich versah, fand sich Tyrha neben der  tobenden Herde dieses nordischen Wilds wieder. Erst jetzt rannen ihr Tränen aus den Augen, über das Wangenfell und rissen schließlich in glitzernden Fäden von der Blaugrauen ab. Allmählich verlangsamte sich ihr Schritt und schließlich blieb die Asin, das Fell feucht ob der Nässe in den brusthohen Gräsern stehen und schluckte schwer.

    “Ich komm bald zurück zu dir, hab Geduld, Shiva.“

    flüsterte sie und sah gen Himmelszelt. Es war einfach alles viel zu viel.

    beobachtet das Entschwinden | fühlt sich allein gelassen | flüchtet aus der Situation

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    BeitragThema: Re: Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder   07.08.14 22:38

    Sie hatte gewusst, dass es keine gute Idee gewesen war, dem grauen Riesen zu folgen, aber was sollte sie denn machen wenn die Stimmen es ihr befahlen. Unschlüssig blickte sie den Hünen an, so als würde er ihren Blick lesen können. Lange sah sie ihn so an, bis sie das Gefühl bekam, dass er gleich wirklich angepisst sein würde wegen ihr. Sie klappte die Ohren nach hinten und wusste gar nicht wie sie ihm sagen sollte, dass er bleiben musste.

    "Weißt du...... Brandur, es ist wichtig. Ich glaube, dass es  vorher bestimmt gewesen ist, dass wir uns getroffen haben...."

    Einen Moment war ihr anzusehen, dass sie sich nicht so ausgedrückt hatte wie sie es geplant hatte.

    "Also dass du und Týr euch getroffen habt, dass sie mich gerettet hat"

    Stygma hatte den Blick mittlerweile wieder von ihm abgewandt und ihre Krallen bohrten sich in den feuchten Erdboden.

    "Die Mutter meiner Mutter hat mir oft erzählt, dass es Geschehnisse gibt, die vom ersten Herzschlag der Götter an vorher bestimmt sind. Und ich weiß einfach, dass wir alle zusammen gehören!"

    Sie hatte den Blick auf den Waldgeist gerichtet der bei ihnen aufgetaucht war. Auch sie schien Teil des Planes der Höchsten zu sein.

    erklärt sich Brandur

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    BeitragThema: Re: Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder   03.10.14 17:29

    Fünf Tage später.....
    Auf der weiten Ebene vor dem Berge.


    "Seit der Trennung der Gruppe und dem Auftauchen der merkwürdigen Lichter am Himmel über dem Berge waren nun einige Tage ins Land gegangen. Kajuna, Logbrandur und Stygma hatten ihre Wege in einer anderen Richtung fortgeführt als Tyrha und von Sareq fehlte seit dem stürmischen entfernen von der Höhle weiterhin jede Spur. Durril, ein fremder Rüde war Tyrha nur kurz über den Weg gelaufen, ehe sie ihren Weg alleine weiterführte. Das sie bald neue Gesichter kennen lernen würde und sich die Gruppe irgendwann wieder vereinen würde, stand bislang nur in den Sternen geschrieben – auf das sie einer der Wolfsleiber deuten möge. "
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    BeitragThema: Re: Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder   04.10.14 4:23

    Mit leicht gesenktem Haupt setzte der Braune Pfote um Pfote voreinander, stets nach fremden Gerüchen oder Geräuschen fahndend, die sowohl Gutes als auch Schlechtes verheißen konnten. Doch noch war es still.. obwohl "noch" hier wohl relativ war. Immerhin war der Rüde schon seit einigen Tagen in dieser Gegend unterwegs gewesen und hatte seit seinem Aufbruch keine einzige Wolfssele zu Gesicht bekommen. Ob es hier überhaupt andere Wölfe gab?

    Nachdenklich verlangsamte er seine Schritte und blieb schließlich auch stehen. Der Kopf wurde ein wenig gehoben als der Blick des goldenen Augenpaars über die Umgebung strich - nichts. Nicht einmal Spuren eines anderen Wolfes waren auszumachen, weder Pfotenabdrücke, noch Gerüche oder Beutereste, die irgendwie darauf hindeuten könnten, dass er hier nicht völlig alleine war. Natürlich war es zum einen gut, dass er alleine war, denn so würde er auf jeden Fall jeglichen Problemen mit anderen aus dem Weg gehen können, doch ihm fehlte die Gesellschaft. Es musste ja nicht einmal gute Gesellschaft sein, auch niemand, der plante länger mit ihm zu reisen, doch so alleine.. Ein leises Seufzen entglitt dem Rüden - er war nun einmal ein Rudeltier, durch und durch.

    Er setzte seinen Weg ebenso fort wie er ihn soeben beendet hatte - mit gesenktem Kopf und aufmerksamen Sinnen, nach Spuren oder Anhaltspunkten suchend. Vielleicht hätte er einfach da bleiben sollen, wo er her gekommen war.. aber so einfach war das alles einfach nicht... vielleicht war es doch besser so.. der Rüde war sich zwar noch nicht sicher, aber die Zeit würde ihm sicher Antworten auf seine Fragen bringen.

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    BeitragThema: Re: Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder   06.10.14 20:32

    Es war der Morgen des fünften Tages nach der Trennung der Anderen. Der dritte Tage nach dem Entfernen von dem Rüden. Und einer der einsamsten Tage der Fähe. Noch immer hingen ihre Gedanken an den plötzlichen Verschwinden ihrer gewonnenen Gefährten. Verstand und Frohmut sprachen davon sie endlich zu vergessen, doch das Herz der Bunten schrie nach dem Hünen Brandur und der Karamellwölfin Stygma – ja sogar nach dem Waldgeist der ihnen über den weg gelaufen war. Oft hatte sie damit geliebäugelt ihre Wanderung abzubrechen und zu ihnen zurück zu kehren, doch der hitzige Gedanke sie würden ihre Gesellschaft vielleicht gar nicht erwünschen, hielt Tyrha davon ab ihrem Gefühl nachzugeben. Es war zum verrückt werden. Eine innere Zerissenheit durchzog Hirn, Schädeldecke und Kehle der Asin, eine innere Unruhe ihre übrigen Körperteile.

    Ein schweres Seufzen entrann schließlich ihrem Fang, während sie behäbig und  etwas ziellos durch die Gräser schritt. Ein paar letzte Schritte erhoben sie auf einen kleinen Hang, auf dem sich die Vierjährige nun auf den Bauch gleiten ließ und sich eine kleine Pause gönnte. Atem und Gedanken gingen ihr schwer ob der Anstrengung und den Hirngespinsten und erst jetzt, da der Abend anbrach würde sie wirklich zur Ruhe kommen.

    Die verdorrte Eiche, die sich in einem schweren Bogen über die kleine Klippe zog, bot Schutz vor Wind und Wetter, welches sich an dem Abendhimmel anzukündigen schien. Hier konnte sie einige Stunden verbringen, ja vielleicht sogar etwas Schlaf finden.  
    Der leere Blick, welcher sich aus den Augen der Fähe stahl, zog sich über die weite Landschaft, herüber zu dem Berge in der Ferne, welcher noch immer diese Lichter beschrieb und gerade jetzt, wo die Sonne ihr eigenes Licht hinten anstellte, noch eindrucksvoller schien. Eine ganze Weile ließ sie ihren Blick dort hängen, ehe sie gähnte und den Kopf auf die Pfoten bettete. Ein weiterer Atemzug durchzog Leib und Lungen, ehe sie die Augen schloss in einen kurzen Halbschlaf verfiel.

    Keine halbe Sonnenstunde später, wehte der Wind einen wölfischen Geruch herüber. Tyrha brauchte einen ganzen Herzschlag, ehe sie die Augen öffnete und den Kopf langsam zu heben wagte – den Fremden aber nicht direkt ausmachen konnte. Sich auf die Hinterläufe hebend und nun gut sichtbar dasitzend hob sie eilig ihren Kopf, legte die Ohren in das lange Nackenfell, gab ein kurzes – sehr  feminines Heulen von sich und schob schließlich die Ohren voran um so lauschen ob ihr jemand antwortete. Für einen Moment verschwand die Leere in ihrem Herzen – Gesellschaft war Nahe. Und das Rudelbiotikum in ihrem Blutkreislauf vermehrte sich von Herzschlag zu Herzschlag in dem Kreislauf der Bunten, erreichte ein suchtähnliches Level und schließlich auch ihre Lefzen.

    Ein weitere Heulen folgte - mit einem Kläffen endend, ehe sie aufstand und schnell eine Duftmarke an dem Baum setzte. Schließlich ging sie einige Schritte zurück, sprang auf die Eiche um einen besseren Überblick zu bekommen und schob die Nase in den Wind.

    alleine | hängt "ihrer" Gruppe nach | riecht schließlich Tavis

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    BeitragThema: Re: Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder   07.10.14 15:41

    Ob es hier überhaupt andere Wölfe gab? Oder waren diese einfach zu geschickt um entdeckt zu werden? Aber weshalb sollten sie sich in ihrem eigenen Revier vor fremden Artgenossen verbergen? Das machte doch alles gar keinen Sinn... Tavis' Gedanken begannen sich langsam im Kreis zu drehen, während der Abend sich näherte und sein Geist langsam der Müdigkeit verfiel. Es wäre sicher keine schlechte Idee nach einem Rastplatz zu suchen.. auch wenn der Hunger ihn ebenfalls quälte, doch alleine wäre er bei einer Jagd sicher nicht allzu erfolgreich. Leider waren ihm auch keine kleineren Beutetiere über den Weg gelaufen.. es kam ihm langsam wirklich so vor, als wollte sich alles Leben von ihm fern halten. Was hatte er nur falsch gemacht um derart ausgeschlossen zu werden?

    Ein leises Schnauben entfloh dem Rüden, kaum zu hören, als er seinerseits eine leichte Erhöhung passierte, die ihn nur tiefer hinein in das fremde Land führte - und doch blieb er noch eine ganze Weile allein. Erst in dem Moment in dem die Sonne langsam verblasste, bemerkte er die seltsamen Lichter an der Spitze des Berges. Hatten die Bäume den Berg so stark verdeckt? Oder hatte ihn seine Suche wirklich so sehr eingenommen? Nachdenklich blieb der Rüde einen Augenblick stehen, betrachtete das Lichtspiel in der Ferne und schwieg.

    Genau in dem Moment, in dem er sich dafür entschied weiter zu gehen, vielleicht sogar die Nähe dieses Lichtes zu suchen und sich damit von diesem Ort zu entfernen, glaubte er ein Geräusch zu hören. Aufmerksam lauschend und völlig konzentriert stand er weiterhin zwischen den hohen Gräsern und sucht noch mit den Augen nach der Quelle des Heulens, als dieses zu einem Ende kam. Zunächst war er unschlüssig, wusste nicht ob es eine gute Idee wäre auf einen fremden Ruf zu antworten - schließlich könnte dieser auch von einem Rudelwolf zu einem anderen gesandt worden sein und dann würde man ihn sofort entdecken. Einerseits fehlte ihm die Gesellschaft, doch einem ganzen Rudel schutzlos gegenüber zu stehen, mit knurrendem Magen und trägem Geist war nicht unbedingt eine gute Idee.
    Erst als er sich sicher war, dass keine Antwort folgte, gab er ein etwas leiseres und zugleich tieferes Heulen von sich, nur ganz kurz, ehe er sich wieder in Bewegung setzte und nach einem fremden Geruch suchte.

    Das zweite Heulen, dieses Mal völlig bewusst wahrgenommen und sogar erwartet, lenkte seinen Blick schließlich auf eine wölfische Silhouette etwas entfernt von ihm. Ein aufgeregtes Kribbeln breitete sich in seinem Körper aus, als er nach so langer Zeit einen weiteren Wolf sah. Erst wollte sein Verstand Ruhe fordern, wollte ihn mit Misstrauen und Vorsicht zurückhalten, doch in diesem Moment war es dem Braunen völlig gleich wer dort wartete.
    Mit schnellen Schritten überbrückte er die letzten Meter bis zu der fremden Fähe, die ihn sicher auf den letzten Metern erspähen würde. Er selbst konnte sie gut sehen, schließlich hob sich ihre Silhouette vor dem sanften Abendlicht leicht ab. Er sandte ihr ebenfalls ein Kläffen als Antwort, während er näher kam. Die Erhebung des Hügels erreichend wurde er etwas langsamer, die Ohren klappten wieder nach vorne und die Anspannung kehrte leicht zurück. Noch immer erfüllte ihn die Neugier, aber auch das Misstrauen, immerhin war ihm diese Wölfin völlig fremd und sollte sie wirklich zu einem Rudel gehören, so wäre er ihr nun direkt in die Pfoten gelaufen.
    Einige Schritte von ihr entfernt blieb er stehen - und betrachtete sie einfach nur, ihren Geruch langsam aufnehmend und abwartend. Sie machte auf ihn zwar keinen feindlichen oder gar gefährlichen Eindruck, doch er war sich noch nicht ganz sicher was er von der Fremden halten sollte... womöglich hätte er sich in einer anderen Situation nicht einmal so schnell genähert, doch sein Herz sehnte sich nach anderen Wölfen...

    Alleine | hört das Heulen | zögert | antwortet Tyrha und näherte sich ihr | wartet
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    BeitragThema: Re: Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder   07.10.14 21:19

    Den dem Baum herabbblickend konnte sie schließlich den Fremden ausmachen. Es war ein junger Rüde mit braunbuntem Fell, welcher sich ihr nun – wenn auch vorsichtig, aber nicht ängstlich – näherte. Ihre Augen und Ohren begleiteten seine zielgerichteten Bewegungen und während er sich seinen Weg hinauf zu dem Hang bahnte - auf dem auch Tyrha verweilte - begab sich Tyrha mit ein, nein zwei Sprüngen von der Eiche herab. um schließlich mit ihm auf Augenhöhe zu sein.

    Trotz seines Alters war er etwa eine Pfote größer als die Fähe, was Tyrha mit einem Strecken ihres Nackens und so dem höher tragen ihres Hauptes auszugleichen versuchte. Bevor sie sprach, begutachtete sie den Fremden genauer, pendelte mit der Rute hin und her und trat schließlich einen weiteren Schritt voran, verringerte also den Abstand zwischen ihr und dem Fremden.

    “Hallo!“

    sprach sie ruhig und freundlich, schob die Ohren noch etwas weiter voran, um schließlich den Kopf etwas zur Seite zu neigen. Er war ein hübscher Bursche und machte auf Tyrha einen recht offenen Eindruck. Sowohl Bewegungen als auch Auftreten wirkten auf sie freundlich und so verlor sich die kurz aufköchelnde Unsicherheit ihrer Selbst recht schnell. Er schien ihr keine Bedrohung zu sein. Bislang.

    “Mein Name ist Tyrha Smýdur.“

    stellte sie sich vor, wie es sich gehörte und setzte dann in ihre Rede mit nun etwas gesenkter Stimme und stocksteifer Rute  fort:

    “Bist du neu hier? Ich habe dich hier, in diesem Teil meines Reviers noch nie  gerochen.“

    Die Betitelung „ihr Revier“ war vielleicht etwas vorgreifend – allerdings hatte Tyrha nicht vor die Revierstreitigkeiten, die sie bereits mit Logbandur an den Tag gelegt hatte, hier aufkeimen zu lassen. Einer Erweiterung ihrer Ländereien hatte sie stets geplant und die Ebene mit all den Beutetiere würde sie da sicher nicht außen vor lassen. Einen kurzen Moment schwieg die Bunte, ehe sie wieder einige Worte fand, diesmal den Tonfall jedoch bewusst freundlicher wählte und die Rute abermals pendeln ließ. Sie wollte nicht den Eindruck erwecken, den Rüden von hier vertreiben zu wollen. Ganz im Gegenteil. Nach dem Verlust der Anderen, den vielen Revierkämpfen die sie vor einigen Monaten hatte austragen müssen und dem innigsten Wunsch, endlich ein eigenes Rudel auf die Beine stellen zu wollen, kam ihr die Gesellschaft dieses gesunden Rüden gerade recht. Nun galt es herauszufinden, wie er sich als Wolf, als Persönlichkeit selbst machte. War er zurechnungsfähig? Wie waren seine Ansichten? Würde er es überhaupt akzeptieren, einem Rudel unter ihrer Führung beizutreten? Fragen über Fragen, die der Fähe schon jetzt gegen die Duramata drückten und einen ganz sanften, aber dennoch benebelnden Kopfschmerz bereiteten. Ihre Augen verengten sich ob dieses Druckes und die braunen Ohren, welche aus dem blaugrauen Hauptfell herausragten, zogen sich zur Seite.

    Einen ganzen Herzschlag später, leckte sich die Fähe zur eigenen Beruhigung über die Lefzen. Sie würde ihn fragen müssen – später. Vorerst lächelte sie unverfroren, zeigte dabei die hintersten ihrer Fangzähne und schnaubte schließlich.

    .oO(Antworte schon....)

    dachte sie ungeduldig, hütete sie allerdings den Rüden mit weiten Worten zu bombardieren oder vielleicht sogar zu verschrecken. Schließlich hatte sie eine gute Erziehung genossen.

    entdeckt Tavis | spricht ihn an | verfällt schon wieder in Gedanken

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    BeitragThema: Re: Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder   08.10.14 17:50

    Ruhig, aber aufmerksam beobachtete der junge Rüde wie die graue Fähe zu ihm hinunter kam. Der Kopf würde ganz leicht schräg gelegt, während er versuchte ihr Äußeres komplett zu erfassen - eine wirklich interessante Färbung hatte diese Fähe. Nicht ganz so farbenfroh wie seine eigene, doch auch das schlichte Grau gefiel ihm auf seine eigene Art und Weise. Definitiv eine hübsche Fähe und trotz ihrer geringeren Größe, die sie, wie er sofort bemerkte, direkt auszugleichen versuchte, wirkte sie ihm keinesfalls unterlegen. Zudem schätzte er sie ein paar Jahre älter, war sich aber nicht sicher wie alt sie sein könnte. Wahrscheinlich fehlte ihm dafür einfach die Erfahrung mit anderen Wölfen.
    Zunächst zog er den Kopf ein kleines Stück zurück, als sie ihm näher kam, bemerkte aber dann ihre entspannte Haltung und ließ dann sogar selbst die Rute ein wenig hin und her pendeln, versuchte sich ein wenig zu beruhigen. Er wusste noch nicht recht wie er sich ihr gegenüber verhalten sollte, da er bisher immer in einem festen Rudel gelebt hatte und sich nie Gedanken darüber machen musste wie man sich fremden Wölfen gegenüber zu verhalten hat, doch ihre Offenheit nahm ihm ein wenig von der Unsicherheit, die diese ungewohnte Situation bei ihm auflöste.

    "Hallo"

    erwiderte er ihre Begrüßung etwas zögerlich und nicht mit ebenso fester Stimme wie sie gesprochen hatte - im Gegenteil: Die Unsicherheit war deutlich zu hören, dennoch klang er freundlich und ruhig, nicht verängstigt. Es war ihm nur alles fremd, aber wenn er sich schon auf den Weg zu ihr gemacht hatte, konnte er sie doch auch kennen lernen. Der erste Schritt war doch schon getan.

    "Ich bin Tavis, Tavis Cerun"

    Seine Antwort kam erst kurz nachdem sie ihm von "ihrem" Revier erzählt hatte, welches er angeblich betreten habe. Etwas zögerlich ließ der Braune den Blick über die Ebene hinter ihr schweifen, ehe er sie etwas skeptisch ansah, den Kopf ein wenig geneigt und die Ohren aufgestellt, während die Rute nur noch ganz leicht auspendelte, fast schon gerade hinunter hing, keineswegs so angespannt wie die der anderen Wölfin.

    "Dein Revier?"

    fragte er schließlich mit einem etwas skeptischen Unterton. Nein, er war keineswegs von ihrer Erklärung überzeugt - und das wollte er sie auch wissen lassen. Ein wenig Neugier war hier auch mit im Spiel: Er wollte wissen, wie sie auf seine Worte reagieren würde, immerhin schien sie doch sehr davon überzeugt zu sein, dass es sich hier um ihr Revier handelte und dieses schien er ganz offensichtlich unbefugt betreten zu haben. Nur leider wusste sie noch nicht, dass er schon seit längerem hier umher wanderte - und noch keine einzige Markierung eines anderen Wolfes entdeckt hatte. Wahrscheinlich war es Zeit sie aufzuklären.

    "Es fällt mir schwer dir das zu glauben. Auf meinem Weg ist mir nicht einmal der Geruch oder die Spur eines anderen Wolfes untergekommen. Das kann gar nicht dein Revier sein."

    Vermutlich waren seine Worte doch ein wenig zu hart. Er hatte sie zwar ruhig gesprochen und hielt den Körper auch weiter relativ entspannt, doch in seinem Inneren war er sich nicht sicher ob das wirklich die richtige Art war um mit dieser Wölfin zu sprechen - noch war sie für ihn völlig unberechenbar. Sie könnte völlig unvorhergesehen reagieren, ihn vielleicht sogar angreifen oder vertreiben, weil er ihr nicht glauben wollte. Dabei wirkte er gar nicht bedrohlich oder wie eine Gefahr für ihr Revier. Er machte nicht einmal Anstalten selbst etwas dafür zu tun sich dieses Stück Land für sich zu sichern. Es lag ihm nichts daran, er wollte schließlich kein eigenes Rudel gründen. Weshalb dann ein Revier suchen? Oder es einer Fremden wegnehmen?

    Stellt sich Tyrha vor | zweifelt sie an | erklärt seine Zweifel | bleibt ruhig
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    BeitragThema: Re: Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder   08.10.14 21:44

    Seinen Worten lauschend, setzte sich Tyrha langsam auf die Hinterläufe. Sein Auftreten beruhigte ihr leidend´ Herzchen und mit wachen Augen blinzelte sie dem Erdwölfchen entgegen der Sonne zu. Die rotorangen Strahlen, welche sich langsam über das ganze Land zogen, tauchten die weite Ebene, welche Tyrha noch eben als ihr Revier betitelt hatte, in ein warmes Licht und ließ ihren Blick kurz abschweifen als er geendet hatte. Sie mochte seine offene Art, er reagierte genau so wie sie es von einem aufrichtigen und ehrlichen Wolf erwartet hatte. Soe, wie auch sie ihm entgegen treten würde wenn er sich dementsprechend gab.

    “Okay, vielleicht habe ich mit falsch ausgedrückt, Tavis. Tavis? Ist das in Ordnung? Du darfst mich gerne Tyr nennen. Es freut mich sehr deine Bekanntschaft zu machen!“

    ergänzte sie und löste damit jegliche Anspannung aus ihrem Leibe. Das noch vor Minuten kaum sichtbar wabernde Nackenfell sackte herab und ließ die Fähe nun etwas femininer erscheinen.

    “Ich bin gerade dabei, mein Revier zu vergrößern. Das Flussdelta, mit einem tollen fischbestand und meine Höhle, nur  wenige Tagesmärsche von hier entfernt habe ich bereits besetzen können. Die Ebene hier vor dem Berge habe ich vor vielen Monaten auf meinen Weg hier her durchschritten und noch keine Duftmarken an dieser Stelle setzen können. Ich wurde in der Zwischenzeit von....Freunden... aufgehalten.“

    Da war es. Tyrha hatte die Anderen erstmals als ihre Freunde betitelt. Damit stand ihr Entschluss fest: sie würde den Weg zu dem Berge nicht mehr alleine antreten – sie würde ihre Reise abbrechen und sie suchen. Freunde würde sie niemals im Stich lassen – oder zumindest würde sie ein klärendes Gespräch in die Wege leiten.

    “Leider hat uns eine Meinungsverschiedenheit....ach was red´ ich da. Das tut nichts zur Sache. Was tust du hier? Wie kommt es das du alleine unterwegs bist? Und seit wann?“

    lenkte sie aus ihrem Redefluss ab und sah nun wieder zu dem Rüden vor sich. Sein ruhiges Auftreten gefiel ihr noch immer sehr und so konnte sie es sich nicht verkneifen, ihm abermals ein freundliches Lächeln zu schenken. Gleichermaßen sollte es ihren wirren Geist ein wenig von dem zermürbenden Umstand des Verlustes ablenken. Es war Zeit, sich einen marginalen inneren Frieden zu gönnen, jetzt da sie ihre Entscheidung getroffen hatte. Alles weitere konnte sie auch morgen in die Wege leiten. Ein tiefer Atemzug machte schließlich den Weg für die Worte des Erdwolfes frei.

    hört Tavis zu | antwortet ihm | entschließt sich die Anderen zu suchen

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    Kapitel 2 : Ragnarök ruft seine Kinder

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